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Eine Uni-Stadt als heimlicher Held

Fernsehfilm Eine Uni-Stadt als heimlicher Held

Marburg steht im Mittelpunkt des Fernsehfilms „Besser spät als nie“, der an diesem Freitag, 8. Mai, ab 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt wird.

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Catrin (Nele Mueller-Stöfen) verliebt sich in dem TV-Film „Besser spät als nie“ in den studentischen WG-Genossen (Björn Meyer) ihrer Tochter Annika.

Quelle: degeto/Volker Roloff

Marburg. Mit über 40 wagt Catrin den Sprung zurück an die Uni, um ihr mehr als zwei Jahrzehnte zuvor abgebrochenes Medizin-Studium zu Ende zu bringen, notgedrungen weit weg von ihrem Wohnort Berlin, – und zwar in Marburg. Ihr Ehemann Frank kann die Entscheidung zunächst nicht nachvollziehen. Die Beziehung steuert in eine Krise – aber Catrin ist wild entschlossen, ihren Traum nicht aufzugeben, und zwar nach dem titelgebenden Motto „Besser spät als nie“. Die Dreharbeiten in Berlin und Marburg fanden im Oktober vergangenen Jahres statt, jetzt erfolgt die Erstausstrahlung des anderthalbstündigen Films in der ARD.

Im Mittelpunkt der Marburger Episoden dieses Films steht sicher das Ambiente einer altehrwürdigen Universitätsstadt. Wie häufig Marburg-Schauplätze zu sehen sind, das lässt das Herz der hiesigen Tourismus-Manager sicher höher schlagen. So sieht man die Protagonisten des Films des Öfteren durch die malerische Oberstadt laufen, und es sind auch mehrere Ansichten der Oberstadt-Skyline vor blauem Himmel in den Film eingebaut. Auch die Mensa und die Uni-Bibliothek waren Drehorte.

 

Einige der Orte, an denen die Handlung spielt, sind jedoch teilweise verfremdet. So hängt für den Film vor dem repräsentativen Gebäude der Alten Universität, in dem eigentlich im wahren Leben der Fachbereich „Evangelische Theologie“ residiert, das Schild „Medizinische Fakultät“. Und aus dem Club „Morgen“ (ehemals Desbarados), in dem zahlreiche Kneipenszenen spielen,  wird für den Film das „Marley‘s“.

Die Geschichte ist eigentlich schnell erzählt:  Die Welt stand weit offen für Catrin (Nele Mueller-Stöfen) und Frank (Jochen Horst), damals, als sie mit ihren Freunden im VW-Bulli zum Surfen an den Strand fuhren. Doch die Schwangerschaft mit ihrer Tochter Annika (Helen Woigk) sollte Catrins durchkreuzt ihre Zukunftspläne und führt zum Studienabbruch. Heute, 25 Jahre später, müht sich Catrin in ihrem schicken Penthouse mit Blick über Berlin mit Yoga-Übungen ab, während Frank, mittlerweile ein Anzugträger aus der Chefetage ist.

Für Studium eine Wochenendehe führen

Tochter Annika  ist Medizin-Studentin am alten Studienort ihrer Mutter in Marburg. Doch das macht sie nur, um ihrer Mutter einen Gefallen zu tun, obwohl sie lieber an die Kunstakademie gehen würde. Catrin beschließt spontan, ihre Tochter zum Start des neuen Semesters nach Marburg zu begleiten. Annikas nette WG-Genossen, eine Uni-Fete und  die Ausstrahlung des ehrwürdigen Anatomie-Saals bringen Catrin zum Entschluss, ihr vor ewigen Zeiten abgebrochenes Medizinstudium zu Ende zu bringen, auch wenn sie dafür eine Wochenendehe führen muss.

Der echte Studienalltag in Marburg spiegelt sich nur in einigen wenigen Szenen wider. So sieht man, wie die „reife Medizinstudentin“ in einem imposanten Hörsaal von einem Dozenten (Patrick Heyn) Fragen gestellt bekommt, und es gibt auch eine Szene, die beim praktischen Unterricht im Anatomie-Saal der Uni spielt. Ein breiteres Gewicht haben allerdings die amourösen Verwicklungen: So bandelt das Töchterchen mit dem Dozenten (Patrick Heyn) an, der fast so alt ist wie ihre Mutter. Diese hingegen fängt ein Techtelmechtel mit Annikas studentischem Mitbewohner (Björn Meyer)  an. Wie realistisch diese Konstellationen sind, sei dahingestellt. Dennoch wird man als Zuschauer dadurch daran ­erinnert, dass dieses kein ­sozialkritisches Filmdrama ist, sondern eine von der ARD-Tochter „degeto“ hergestellte Komödie für die ganze Familie.

von Manfred Hitzeroth

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