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Eine Straßenbahn würde gut zum Stadtbild passen

Vortrag im "Politischen Salon" Eine Straßenbahn würde gut zum Stadtbild passen

Der „Politische Salon“ hatte zum fünfjährigen Bestehen der Bürgerinitiative Stadtautobahn in den Historischen Rathaussaal eingeladen.

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Verkehrsexperte Dr. Winfried Wolf sprach vor den Besuchern des „Politischen Salons“.

Quelle: Merlina Serwe

Marburg. „(K)ein Grund zum Feiern - Rück- und Ausblicke auf den ‚Autowahn‘ und seine Alternativen am Beispiel der Stadt Marburg und anderswo“ lautete das Thema der Veranstaltung, die von Dr. Maximiliane Jäger-Gogoll und Dr. Johannes M. Becker moderiert wurde. Gastreferent Dr. Winfried Wolf war extra aus Berlin angereist. Das ehemalige Mitglied des Deutschen Bundestages sowie Verkehrsexperte und Verfasser des 1993 erschienenen Buches „Die autofreie Stadt. Der Autowahn am Beispiel der Stadt Marburg“ stellte dabei einen Vergleich zwischen der damaligen Verkehrssituation in Marburg und der heutigen an. Zum einen kritisierte er die für ihn immer noch unzureichende Bahnanbindung Marburgs und den Wegfall der Interregio-Züge im Jahr 2001. Auch die Lärmsituation habe sich zu 1993 nicht gebessert. Die damals erreichten 74 Dezibel bei einer Lärm-Messung in Höhe der Bahnhofstraße seien heute sicherlich noch höher. Wolf führte aus, dass die Überlegung, die Stadtautobahn durch einen Tunnel zu führen, sicherlich gut sei, sich aber aufgrund der Kosten in den nächsten zehn Jahren vermutlich nichts tun würde.

„Aggressive Luft“

Wolf sprach auch die breite Debatte zur Wiedereinführung der Straßenbahn in Marburg an. Eine Tram würde gut zum Stadtbild passen und funktioniere in anderen Städten wie beispielsweise Kassel sehr gut. Aber auch bei diesem Thema gebe es keine Fortschritte, sagte Wolf. Abschließend fügte er hinzu, dass mit der „aggressiven Luft“ in Marburg der Zerfall der Elisabethkirche beschleunigt werde.

Im Anschluss an den Gastvortrag stellten die Teilnehmer Fragen und beteiligten sich an der offenen Diskussion. Professor Ulrich Wagner, Sozialpsychologe und Konfliktforscher aus Marburg, kritisierte die schleppenden Bemühungen der Grünen und sagte, dass er pessimistisch gestimmt sei und nicht glaube, dass sich in der Verkehrspolitik in naher Zukunft etwas tun würde. Uwe Volz (Grüne), Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Energie und Verkehr, entgegnete, dass er diese Resignation nicht teile. Es gehe zwar alles langsam voran, doch er sei optimistisch und finde, dass Visionen, wie die im Buch von Winfried Wolf beschriebenen, wichtig seien und das Umdenken der Menschen fördern.

„Die autofreie Stadt fängt im Kopf der Menschen an“, sagt Stephanie Wittich, die mit ihrer Familie in der Oberstadt lebt und daher kein Auto brauche. Sie finde es erschreckend, wie sehr das Auto im Leben der Menschen verankert sei. Sie fordert ein Umdenken der Bürger und appelliert, mehr Rad zu fahren und zu Fuß gehen.

von Merlina Serwe

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