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Flüchtlingshilfe

Eine Million Euro vom Land für den Kreis

Kreise und Gemeinden, die Flüchtlinge aufnehmen, werden vom Land Hessen finanziell im Rahmen des Kommunalen Finanzausgleichs unterstützt. Das teilte das Hessische Finanzministerium am Montag der OP mit.
Arbeiter errichteten am Montag auf dem Gelände des Flüchtlingscamps in Cappel die erste von sechs festen Unterkünften in Holzbauweise. Foto: Thorsten Richter

Arbeiter errichteten am Montag auf dem Gelände des Flüchtlingscamps in Cappel die erste von sechs festen Unterkünften in Holzbauweise.

© Thorsten Richter

Marburg. Nach Zahlen aus Wiesbaden, die der OP exklusiv vorliegen, erhält Marburg zusätzlich 221.900 Euro Flüchtlings­hilfe aus dem Kommunalen Finanzausgleich (KFA), Neustadt erhält 268.800 Euro und Stadtallendorf 190.050 Euro. Für den Landkreis stehen nach OP-Informationen noch einmal 459.900 Euro zur Verfügung. Das entspricht etwa 350 Euro pro Kopf.

Insgesamt stehen über den KFA mehr als 25 Millionen Euro für die Unterbringung von Flüchtlingen bereit, sagte
 Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU). Geld steht allen Kommunen zu, in denen Flüchtlinge untergebracht sind – sei es im Rahmen des Erstaufnahmeverfahrens oder durch Zuweisungen nach dem Landesaufnahmegesetz. „Flüchtlinge sind Einwohner und führen im Kommunalen Finanzausgleich grundsätzlich zu höheren Zuweisungen“, sagte Schäfer. Er will diesen Dienstag bekanntgeben, mit wie viel Geld aus dem reformierten KFA jede einzelne Kommune rechnen 
kann.

Am Montag wurde die erste der sechs Holzunterkünfte auf dem Gelände der Erstauafnahmeeinrichtung an der Umgehungsstraße in Cappel aufgestellt. Ab Dienstag soll mit dem Innenausbau begonnen werden, spätestens Anfang November soll, sagt Marburgs Oberbürgermeister Vaupel, die erste Unterkunft bezugsfertig sein.

Das Jugendamt Marburg hat indes 25 weitere sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) aufgenommen. Somit leben nun 75 Jugendliche, die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind, in der Universitätsstadt. Im Oktober werden weitere Flüchtlingskinder in Wohngruppen Landschulheim Steinmühle und der Blindenstudienanstalt einziehen.

Die Kreistagsfraktionen des Landkreises Marburg-Biedenkopf sprechen sich einstimmig dafür aus, dass die Menschen in den größeren Gemeinschaftsunterkünften Sprecherteams bilden, die für die Belange der Bewohner eintreten sollen. Dem Kreisausschuss wurde ein entsprechender Auftrag für die Erledigung der nötigen Vorarbeiten erteilt.

von Till Conrad und Björn Wisker



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