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Eine Million Euro für Nahost-Forscher

Centrum für Nah- und Mitteloststudien Eine Million Euro für Nahost-Forscher

Was passiert in Ländern des Mittleren Ostens und Nordafrikas nach dem "Arabischen Frühling"? Das untersuchen Marburger Forscher in einem Forschungsprojekt, das weiter gefördert wird.

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Anhänger der Muslimbrüderschaft protestieren im Jahr 2013 in der ägyptischen Hauptstadt Kairo gegen die Absetzung des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär.

Quelle: Khaled Elfiqi

Marburg. Marburger Sozialwissenschaftler erforschen weiterhin die Transformationsprozesse im Mittleren Osten und Nordafrika, die sich im „Arabischen Frühling“ des Jahres 2011 manifestierten. Das Bundesforschungsministerium fördert das Forschungsnetzwerk „Re-Konfigurationen“ erneut zwei Jahre lang mit etwa einer Million Euro, wie die Uni-Pressestelle jetzt mitteilte. Aufgrund einer erfolgreichen Evaluation ermöglicht die Weiterförderung nun die Fortsetzung der Forschungsarbeit des im Jahr 2013 gegründeten Netzwerks.

In der zweiten Förderphase soll die Forschung auf die drei analytischen Kategorien Raum, Generation und Repräsentationen zugespitzt werden, erläutert der Politikwissenschaftler Professor Rachid Ouaissa (Centrum für Nah- und Mitteloststudien), der Sprecher des Forschungsverbunds. Dabei solle auch die gängige Forschungspraxis kritisch hinterfragt werden. Darüber hinaus sollen in der zweiten Förderphase methodische und theoretische Konzepte regionaler und transregionaler Forschung in Krisen- und Kriegsgebieten vertieft werden.

Insgesamt 13 Einrichtungen sind beteiligt

„Die Philipps-Universität ist ein sehr guter Ort für Forschung, die eine große gesellschaftliche Wirkung entfaltet“, freut sich Professor Michael Bölker, Uni-Vizepräsident für Forschung, über den neuerlichen Erfolg. Die Weiterförderung des Netzwerks durch das Bundesforschungsministerium zeige, dass auch die Politik die große Expertise schätzt, die am Centrum für Nah- und Mitteloststudien der Marburger Universität vorhanden sei, meint Bölker.

Während der ersten Förderphase beteiligten sich Wissenschaftler aus insgesamt 13 Einrichtungen der Philipps-Universität an dem Netzwerk, das unterschiedliche Facetten der Transformationsprozesse im arabischen Raum in den Blick nimmt. „Die Rolle sub-staatlicher Akteure und Transformationsprozesse jenseits von Regimewechseln stand im Mittelpunkt der Forschung“, erklärt Verbundsprecher Ouaissa. Im Rahmen des Forschungsnetzwerkes fanden zahlreiche Seminare und Vortragsreihen sowie mehr als 30 internationale Workshops und Konferenzen statt. Darunter waren zwei Sommer-Akademien in Rabat und Tunis, in Kooperation mit Partnerinstitutionen aus Deutschland, Marokko, Tunesien und Frankreich. Zahlreiche Gastwissenschaftler aus dem In- und Ausland kamen zu Forschungsaufenthalten nach Marburg.

Studien in vier Forschungsfeldern

Im Mittelpunkt des Forschungsnetzwerkes an der Marburger Universität steht die Frage nach den Voraussetzungen, der Qualität sowie den Folgen der gegenwärtigen sozialen, kulturellen und politischen Transformationsprozesse. Dazu werden von den Marburger Forschern Fallstudien zu Marokko, Algerien, Tunesien, Ägypten, dem Libanon, Jordanien, Irak, Israel/Palästina, Syrien und Jemen durchgeführt.

Aufgeteilt werden die Studien in vier Forschungsfelder: die „Geschichte von unten“, das „Kulturelle Gedächtnis“, das Themenfeld „Übergangsjustiz und die politischen Transformationsprozesse“ sowie als viertes die „Transregionalen Verflechtungen“.

von Manfred Hitzeroth

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