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Eine Million Euro für Juniorprofessor

Robert-Bosch-Juniorprofessur 2015 Eine Million Euro für Juniorprofessor

Der Wirtschaftswissenschaftler Björn Vollan kehrt wieder zurück an die Universität Marburg, wo er promoviert hat.

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Wie Menschen mit Folgen des Klimawandels umgehen, erforscht Björn Vollan, auf dem Foto mit der Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause bei der Verleihung der Robert-Bosch-Juniorprofessur.

Quelle: Robert-Bosch-Stiftung

Marburg. Großer Erfolg für die Philipps-Universität: Der Umwelt- und Ressourcen-Ökonom Dr. Björn Vollan erhält die ­Robert-Bosch-Juniorprofessur 2015. Ab Oktober wird Vollan eine Arbeitsgruppe an der Philipps-Universität Marburg leiten. In seinem Forschungsprojekt untersucht er den Einfluss von Klimakatastrophen auf das Verhalten betroffener Menschen und ihren Umgang mit natürlichen Ressourcen. Dafür stellt die Robert -Bosch-Stiftung für die kommenden fünf Jahre insgesamt eine Million Euro zur Verfügung.

Damit werden vor allem Personal- und Reisekosten bezahlt, erläuterte Professor Bernd Hayo, der ab April Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften an der Uni Marburg ist. So kann Vollans Stelle als neuer Juniorprofessor bezahlt werden; und es gibt Geld für Doktoranden, die an den Themen der Robert-Bosch-Juniorprofessur arbeiten.

Bereits im Vorfeld der Bewerbung Vollans für die Juniorprofessur war vereinbart worden, dass Vollan bei einem möglichen Erfolg  von der Universität Innsbruck an die Uni Marburg wechselt, wo adäquate Arbeitsbedingungen geschaffen werden sollen. Nach dem Auslaufen der Förderung in fünf Jahren könnte Vollan – eine entsprechende Leistung vorausgesetzt – dauerhaft in Marburg als Professor berufen werden, erläuterte Professor Hayo auf Anfrage der OP.

Vollans Thema ist hochaktuell

Den Stellenwert, den die Marburger Hochschule der neuen Juniorprofessur beimisst, verdeutlicht auch die Anwesenheit der Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause bei der Verleihung der Robert-Bosch-Juniorprofessur.

Vollans Thema ist hochaktuell. Experten prognostizieren für das Jahr 2050 rund 200 Millionen Umwelt- und Klimaflüchtlinge. Nationale Regierungen und die internationale Staatengemeinschaft stehen vor der wichtigen Aufgabe, das menschliche Leid zu lindern und den betroffenen Menschen eine neue Heimat zu bieten. Mit den Ergebnissen seiner Forschung will Vollan eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Regierungen und politische Akteure schaffen.

Anhand seines theoretischen Modells soll geprüft werden, welche politischen Maßnahmen die besten Erfolgsaussichten versprechen. Der Ressourcen-Ökonom will unter anderem Bevölkerungsgruppen auf den Salomonen im Südwestpazifik untersuchen, die in absehbarer Zeit ihre Heimat durch den Anstieg des Meerwasserspiegels verlieren werden. Auf den Philippinen wird er das Verhalten von Menschen erforschen, die von den verheerenden Auswirkungen des Taifuns Haiyan im Jahr 2013 betroffen sind.

Vollan ist in Marburg kein Unbekannter. Er studierte Ökonomie in Freiburg und promovierte an der Philipps-Universität in Marburg mit einer Arbeit zu Kooperation bei gemeinschaftlich genutzten Ressourcen. Seine Forschung führte ihn bislang in Regionen Afrikas, Chinas, Mexikos und den Philippinen.

von Manfred Hitzeroth

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