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Eine Lehrerstelle für die frühe Bildung in der Natur

Bildungshaus Eine Lehrerstelle für die frühe Bildung in der Natur

Kann man Sonnenstrahlen anfassen? Oder mit Löwenzahnblüten malen? Im Bildungshaus des bsj am Teufelsgraben gehen Kinder diesen Fragen nach - und werden so zu Forschern und Entdeckern.

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Charlotta Wagner (rechts) und Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (4. von links) grillen sich im Garten des Bildungshauses vor Politikern und Mitarbeiterin ein leckeres Stockbrot.

Quelle: Till Conrad

Marburg. Ein Bach plätschert durch die ungemähte Wiese, bis zum Waldrand sind es nur wenige Meter, im Bildungshaus erzählen sich Kinder gegenseitig, welche Abenteuer sie gerade im Wald erlebt haben: Seit einem Jahr gibt es das Bildungshaus des Vereins für bewegungs- und sportbezogene Jugendsozialarbeit (bsj) am Teufelsgraben. Jeweils für eine Woche kommen Gruppen aus Kindertagesstätten und Grundschulen Marburgs zu Besuch, erleben Natur und erfreuen sich an ihr.

In diesem Sinne ist das Bildungshaus eine logische Fortsetzung des natur- und abenteuerpädagogischen Schwerpunkts des bsj, „es steht in der Tradition des Marburger Kindergarten-Floßes“, das seit 2009 schon 2500 Kindergartenkinder über die Lahn geschippert hat, und es ist „ein Ort der frühen Bildung“ sagt bsj-Geschäftsführer Jochem Schirp. Gemeinsam mit Kitas und Grundschulen entwickelt der bsj einen gemeinsamen Bildungsbegriff, in dem Naturerziehung und forschendes Lernen und Entdecken im Vordergrund stehen. Für Thilo Traub, beim Staatlichen Schulamt verantwortlich für die Grundschulen, ist die Arbeit im Bildungshaus „im Kern Sachunterricht“. Er berichtet von guten Erfahrungen mit dem Konzept, anknüpfend an die Erfahrungen, die die Kinder in der Natur machen, Schreib- und Leseunterricht anzuhängen. „Das Bildungshaus versucht zu zeigen, wie Bildung sein kann“, sagte Traub: „Auch rund um jede Grundschule gibt es die Möglichkeit der Naturerfahrung.“

"Integraler Bestandteil des Unterrichtskonzepts"

Um die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten noch zu intensivieren, um gleichermaßen Fort- und Weiterbildung von Lehren und Erziehern zu verstärken, hatte der bsj beim Hessischen Kulturministerium eine Lehrerstelle beantragt und für dieses Anliegen Unterstützung von Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) und der Landtagsabgeordneten Angela Dorn (Grüne) bekommen. Bei einem Besuch im Bildungshaus konnten die beiden Politiker nun mitteilen, dass der Antrag in Wiesbaden genehmigt wurde. „Entgegen der sonstigen Tendenz, Lehrerstellen vor allem direkt an Schulen einzusetzen, geht das Land hier einen anderen Weg“, sagte Schäfer.

„Besonders wichtig finde ich, dass im Bildungshaus pädagogische Arbeit, didaktische Weiterentwicklung, wissenschaftliche Begleitung und Evaluation und die Weitergabe der Erkenntnisse auf innovative Art und Weise verknüpft werden und so über Marburg hinaus Wirkung entfalten“, erklärte Angela Dorn ihre Motivation, sich für den Antrag des bsj stark zu machen.

Thilo Traub vom Staatlichen Schulamt mahnte aber: „Für die Schulen darf der einwöchige Besuch im Bildungshaus kein Alibi sein, sondern er muss zum integralen Bestandteil des Unterrichtskonzepts werden.“

von Till Conrad

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Von Redakteur Till Conrad

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