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Eine Klinik zieht mitsamt Patienten um

HNO-Klinik Marburg Eine Klinik zieht mitsamt Patienten um

Die Uni-Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde ist am Montag vom Lahntal auf die Lahnberge umgezogen.

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Anlässlich des Umzugs der HNO-Klinik in Marburg stellte sich ein Teil des Klinik-Teams am Morgen des Umzugs vom Lahntal auf die Lahnberge zu einem Gruppenfoto auf.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die letzte Morgenbesprechung des ärztlichen Teams der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde im alten Klinikgebäude fand am Montagmorgen statt. „Wir treffen uns hier in der Bibliothek wie es fast immer seit der Einweihung der Klinik im Jahr 1927 üblich war“, erklärte Kliniksleiter Professor Jochen Werner.

Im Jahr 1927 war die HNO-Klinik anlässlich der damaligen 400-Jahr-Feier der Marburger Universität fertiggestellt worden. Die Fachbücher, die sonst in der Bibliothek hinter großen Glasvitrinen standen, waren am Montag jedoch schon im Neubau auf den Lahnbergen untergebracht.

Umzug der HNO-Klinik in Marburg - Liliya Vasylenko im OP am alten Standort in der Deutschhausstraße.

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Und Professor Werner wollte bei der letzten Besprechung nicht viel Zeit für nostalgische Gefühle lassen. „Beim Umzug ist ein wenig Wehmut dabei“, gestand er zwar ein. „Doch jetzt freue ich mich auch auf den Umzug“. Denn damit seien eine Menge Vorteile für die Patienten sowie die Ärzte und das Pflegepersonal verbunden.

Nach der Routinebesprechung übernahm am Montag ausnahmsweise Dr. Sylvia Heinis, die Umzugsbeauftragte der HNO-Klinik, das „Kommando“. „Jeder muss sein Fach leerräumen. Denken Sie daran, dass sie alle Telefone und ihre Kittel mitnehmen“, schärfte sie den Ärzten ein. Heinis hatte sich im Vorfeld um die Organisation des Umzugs gekümmert. „Insgesamt haben wir zusammen mit der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie 432 Kubikmeter Umzugsgut“, erzählt sie.

 

Für die übrigen Mediziner und Pflegekräfte stand im Lahntal eine ungewohnte Übung an: Sie mussten Umzugskisten schleppen und zusammen mit den Speditionsarbeitern von Spezialfirmen das medizinische Gerät zu den Lastwagen bringen. Dabei ging es unter anderem um Absauggeräte und Lasersysteme. Einen besondern logistischen Aufwand erforderte der Abbau von Medizintechnik in den Operationssälen.

Trotz aller Aufbruchsstimmung waren am Montag doch auch einige der Stationsschwestern ein wenig wehmütig, als es um den endgültigen Abschied von „ihrer“ Klinik ging. „Das Familiäre geht verloren“, mutmaßte eine Krankenschwester im Kreis der Kolleginnen in der Teeküche. In der bisherigen HNO-Klinik habe jeder jeden gekannt. Und im großen und anonymeren Klinikum auf den Lahnbergen würden die Pflegekräfte auf mehrere Stationen aufgeteilt.

Ein letztes Mal Abschied von dem Kliniksgebäude nimmt die jetzige Belegschaft zusammen mit „Ehemaligen“ am 4. Februar. Dann findet in den Räumen der dann leergeräumten Klinik ein Abschiedsfest statt.

von Manfred Hitzeroth

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