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Eine Institution geht von Bord

Verabschiedung im Klinikum Eine Institution geht von Bord

Zahlreiche Weggefährten kamen gestern zur Verabschiedung von Heinz Gärtner, dem langjährigen Leiter der Personalabteilung des Marburger Uni-Klinikums.

Marburg. Bereits im vergangenen Jahr hatte Heinz Gärtner eine Ehrung für ein sehr seltenes Arbeitsjubiläum erhalten: damals war er seit 50 Jahren beim Uni-Klinikum beschäftigt. Im April 1962 hatte er als 14-Jähriger Lehrling seine Laufbahn im Klinikum begonnen. 51 Jahre später endet seine berufliche Laufbahn nun als Regierungsdirektor. Deswegen musste er bei der gestrigen Feierstunde im Auditorium im dritten Bauabschnitt des Klinikums viele Hände schütteln, denn zahlreiche Weggefährten verabschiedeten sich von ihm persönlich. So kam beispielsweise Professor Horst Franz Kern, der ehemalige Uni-Präsident und langjährige Medizin-Dekan.

„Hohe Verlässlichkeit, Loyalität zum Arbeitgeber, Verantwortungsbewusstsein für die Mitarbeiter, Anstand und Ehrlichkeit“: Mit diesen Begriffen hätten zahlreiche Kollegen den langjährigen Personalchef charakterisiert, erklärte Professor Jochen Werner, der Ärztliche Direktor des Marburger Uni-Klinikums. Werner nannte Gärtner den „Hennes Weisweiler unserer Personalabteilung“ und nahm dabei Bezug auf den ehemaligen Fußballtrainer von Borussia Mönchengladbach. Dieser habe die Spieler nicht in ein festes Spielsystem gepresst, sondern ihren Individualismus gefördert.

Martin Menger, Vorsitzender der Geschäftsführung des Klinikums, zitierte in seiner Rede anlässlich der Verabschiedung aus einem Zeugnis des ehemaligen Kaufmännischen Direktors für Gärtner. Darin hieß es unter anderem, dass dieser sein breites Aufgabenfeld perfekt beherrsche und sein Dezernat vorbildlich führe. „Das ist eine glatte Note 1“, meinte Menger. Diese Note habe sich Gärtner auch verdient. „Es ist schade, dass Sie uns verlassen“, so Menger.

„Verlässlich, geradlinig, menschlich“: So nahm Medizin-Dekan Professor Matthias Rothmund in den vergangenen Jahrzehnten den scheidenden Personalchef wahr. Gärtner sei einer der Mitarbeiter, die ganz entscheidend für ein positives Betriebsklima seien. Er habe durch sein Arbeitswirken in mehr als fünf Jahrzehnten Kontinuität verkörpert.

Sehr persönlich verabschiedete sich Dr. Dirk Gehrke, der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, von Gärtner. Beide wohnen in Caldern, nur zwei Häuser voneinander entfernt. „Wir sind persönlich bekannt und fast befreundet. Wir sind Nachbarn und haben gut zusammengearbeitet“, berichtete Gehrke. Er hatte ein Geschenk dabei, das an Gärtners Grundschulzeit anknüpfte, Auf dem Foto von der Einschulung im Jahr 1953 war nämlich zu sehen, dass Gärtner als einziger keine Zuckertüte hatte. Dies holte Gehrke rund 60 Jahre später nach, indem er dem scheidenden Personalchef eine mit Süßigkeiten gefüllte Zuckertüte überreichte.

Ebenfalls eine persönliche Rede hielt der Biedenkopfer Bürgermeister Joachim Thiemig, der zwölf Jahre lang in der von Gärtner geleiteten Personalabteilung beschäftigt war. Er erinnerte daran, dass die Arbeitsbelastung in der Personalabteilung besonders nach der Fusion mit Gießen und der Privatisierung sehr hoch gewesen sei.

„Meine Arbeit hat trotz aller Strapazen meistens Spaß gemacht“, sagte Gärtner nach all den Abschiedsreden.

von Manfred Hitzeroth

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