Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Eine Chance für „Schulverweigerer“

Spende für Projekt Eine Chance für „Schulverweigerer“

Wer ohne Abschluss die Schule verlässt, hat es schwer, Arbeit zu finden. Mithilfe der „Flex-Fernschule“ können Abbrecher die Prüfung nachholen, ohne eine Schule besuchen zu müssen.

Voriger Artikel
Kein gutes Pflaster für Radfahrer
Nächster Artikel
Der Streit in der Höhlsgasse geht weiter

Stiftungsvorsitzender Bernd Michael Matt (von links), Projektleiterin „2.Chance“ Uta Rodenkirchen, Geschäftsführer bsj Jochem Schirp und Martin Presenza, pädagogischer Mitarbeiter bsj, bei der Spendenübergabe. Foto: Lisa Rösser

Marburg. Bernd Michael Matt, Vorsitzender der Stiftung MitMenschen der PSD Bank Hessen-Thüringen, die Projekte zur Förderung sozial benachteiligter Jugendlicher fördert, hat im Kreisjugendheim Wolfshausen dem sozial engagierten Verein bsj eine Spende von 15000 Euro überreicht.

Die Spende wird dem Projekt „Flex-Fernschule“ zugutekommen, das in Baden-Württemberg entwickelt und bereits in anderen Bundesländern erfolgreich eingesetzt wird, um sogenannten „Schulverweigerern“ auch außerhalb des normalen Schulbetriebes eine Möglichkeit zu geben, einen Hauptschulabschluss zu erlangen.

Die Spende der MitMenschen-Stiftung wird es dem bsj ermöglichen, das Projekt zukünftig auch in Hessen mit Sitz in Marburg anzubieten. Bisher hatten Jugendliche, die eine Schule ohne Abschluss verließen, nach neun Jahren Pflichtschulzeit - weil sie etwa bereits einmal eine Klasse wiederholt hatten - wenig Chancen, ohne Weiteres wieder an die Schule zurückzukehren und ihren Abschluss nachzuholen. Einige haben aber auch, wenn sie bereits Unterstützung erhielten, weiterhin Probleme, täglich zur Schule zu gehen.

Das Projekt „Flex-Fernschule“ stellt eine durch Lehrpersonal betreute Lernhilfe dar, deren Pensum von zu Hause aus bearbeitet werden kann - der Besuch einer normalen Schule ist dafür im Alltag nicht nötig. Der Kenntnisstand der Schüler wird dabei individuell berücksichtigt und das Material entsprechend abgestimmt. Hat der Schüler das benötigte Wissen erlangt, was im Regelfall nach etwa einem halben Jahr der Fall ist, legt er an einer normalen Schule eine Abschlussprüfung ab und erhält somit einen offiziell anerkannten Schulabschluss. Bisher mussten hessische Flex-Schüler von Baden-Württemberg aus betreut werden, doch mit der Spende der Stiftung MitMenschen an den bsj soll dies ab September auch von Marburg aus möglich sein.

„Normalerweise möchten wir gern selbst entwickelte Konzepte wie das Projekt ‚2. Chance‘ umsetzen“, sagt Jochem Schirp, Geschäftsführer des bsj Marburg, „aber hier liegt bereits ein sehr solides Konzept vor, das in mehreren Bundesländern erfolgreich eingesetzt wird - man muss das Rad ja nicht neu erfinden.“ Die Erfolge der Vergangenheit geben dem bsj bei dieser Entscheidung Recht: Etwa 80 Prozent der bisherigen Schüler geben an, dass ihnen die Flex-Fernschule sehr geholfen hat. Auch Bernd Michael Matt gibt sich zuversichtlich: „Gerade hier in der Gegend fördern wir sehr gern Projekte, da wir sie gut umgesetzt sehen, und Projekte wie dieses begeistern auch uns.“ Uta Rodenberg, die schon das Projekt „2. Chance“ geleitet hat, sagt: „Etwa 50 bis 100 Schüler sollten schon zusammenkommen, damit das Projekt sich trägt und genügend Lehrpersonal eingestellt werden kann.“ Der Verein setzt auf die Jugendämter, Schulen und Jugendliche aus eigenen Projekten wie der „2. Chance“, um auf das Projekt aufmerksam zu machen.

von Lisa Rösser

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr