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Eindringliches Plädoyer für Inklusion

50 Jahre Lebenshilfe Hessen Eindringliches Plädoyer für Inklusion

Zahlreiche Gäste feierten am Samstag das 50-jährige Bestehen der Lebenshilfe Hessen. Prominente Redner waren Bundestags-Vizepräsidentin Ulla Schmidt und Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel.

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Das Theaterprojekt Waldeck-Frankenberg führte mit Bewohnern und Mitarbeitern der Lebenshilfe ein Theaterstück auf.

Quelle: Susanne Baum

Marburg. Das Ziel der Lebenshilfe ist es, Menschen mit einer geistigen Behinderung ein erfülltes Leben zu ermöglichen. Ein wichtiger Schlüssel dafür ist die „Teilhabe“.

„Eine inklusive Gesellschaft ist eine Gesellschaft, in der es normal ist, anders zu sein“, erklärte der Vorsitzende der Lebenshilfe Hessen, Frank Strotmann.

Man habe in den vergangenen 50 Jahren viele Kämpfe gewonnen. Doch erst, wenn sich alle zugehörig fühlen, jeder leben, arbeiten und seine Freizeit verbringen kann, wie und wo es ihm möglich ist, sei eine gerechte Teilhabe erreicht.
Neben den Feierlichkeiten wurde die Gelegenheit genutzt, um auf die Ungleichbehandlung im Bildungssektor aufmerksam zu machen. „Anstatt behinderte und nichtbehinderte Kinder voneinander zu trennen, sollten diese gemeinsam lernen und groß werden dürfen“, argumentierte Strotmann.

Dr. Wolfgang Dippel (CDU), Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, sprach sich ebenfalls für Inklusion aus. Die Kinder könnten sich gegenseitig erleben und ergänzen, Vorurteile würden überwunden.
Passend dazu wurde ein Stück des Theaterprojektes Waldeck-Frankenberg mit Bewohnern und Mitarbeitern der Lebenshilfe aufgeführt.

Mit symbolischen Choreographien und Requisiten wurden lebenslanges Lernen und Begegnungen und auch Grenzen dargestellt.  

Schmidt gegen eine neue „Zweiklassengesellschaft“

Die Vizepräsidentin des Bundestages Ulla Schmidt (SPD) sprach sich entschieden gegen eine „neue Zweiklassengesellschaft in der Inklusion“ aus. Ihr Plädoyer: Wenn Kinder nicht wie selbstverständlich miteinander aufwüchsen und lernten, dass sie unterschiedliche Begabungen und Fähigkeiten hätten, wie solle das Zusammenleben in einer Erwachsenenwelt dann aussehen.

Auch diverse Ausstellungen von Künstlern mit Behinderungen sowie weitere Theaterinszenierungen von Lebenshilfe-Projekten bereicherten das Festprogramm. Schmidt bemerkte dazu passend: „Ohne Inklusion wäre unsere Gesellschaft ärmer.“

von Melvin Keske

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