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Einbruchsversuch auf der Durchreise

Bewährungsstrafe Einbruchsversuch auf der Durchreise

Ein spontaner Abstecher nach Marburg, ein Einbruch in einen Friseurladen und die verhängnisvolle Rückkehr zum Tatort brachte einen Mann aus Halle wegen versuchten Diebstahls vor das Marburger Amtsgericht.

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Ein Hallenser Wiederholungstäter gesteht und kommt mit Bewährungsstrafe davon.

Quelle: Archiv

Marburg. Das Strafregister des Wiederholungstäters enthält bereits elf Eintragungen, darunter mehr als 70, teils schwerwiegende Diebstahlsdelikte.  Im Januar dieses Jahres war der 37-Jährige per Bahn zwischen seiner Heimatstadt Halle und Frankfurt unterwegs. Einer impulsiven Eingebung folgend, stieg er in Marburg aus, mit dem Ziel durch einen spontanen Einbruch an schnelles Geld zu gelangen.

Mithilfe eines mitgeführten Nothammers schlug er die Scheibe eines Friseursalons ein, um nach Wertsachen zu suchen. Nachdem jedoch einige Passanten auf ihn aufmerksam geworden waren, ließ er von seiner Tat vorerst ab, verließ das Geschäft und wanderte einige Zeit ziellos durch die Stadt, bevor er an den Tatort zurückkehrte. Dort wurde er von der Polizei festgenommen.

Vor Gericht legte der Angeklagte ein umfassendes Geständnis ab. „Ich weiß nicht, was mich da geritten hat, es war eine Kurzschlussreaktion und ein Riesenfehler“, erklärte der 37-Jährige. Erst ein halbes Jahr vor der Tat wurde er aus der Haft entlassen, wollte nicht erneut straffällig werden, beteuerte der Mann. Nachdem er seit über zehn Jahren regelmäßig zum Teil schwere Diebstähle verübt hatte, wolle er nun sein Leben von Grund auf ändern. Zur Tatzeit habe er sich in einer Art Ausnahmezustand befunden, hatte damals zahlreiche Probleme finanzieller wie familiärer Art.

Heute habe sich seine Situation gebessert, er nimmt derzeit an einer Umschulung teil, konnte den Familienstreit beenden und sich von seinem alten Umfeld distanzieren. Zudem stehe er noch für einige Jahre unter einer gerichtlich angeordneten Führungsaufsicht. Er mache tatsächlich den Eindruck, als habe er den Absprung geschafft und baue sich einen stabilen, straffreien Alltag auf – aber „was passiert, wenn sich etwas ändert oder sie wieder arbeitslos werden?“, fragte der Vertreter der Staatsanwaltschaft. „Ich will das nicht mehr, ich bin heute ruhiger geworden“, gelobte der Wiederholungstäter Besserung.

Ein Jahr Haft für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt

Sein umfassendes Geständnis und der Umstand, dass die Tat „im Versuchsstadium stecken blieb“, bewahrte ihn vor einer schweren Strafe – der Anklagevertreter forderte eine einjährige Freiheitsstrafe auf Bewährung für den Dieb. Dem schloss sich Strafrichterin Melanie Schweiger in vollem Umfang an und legte die Bewährungszeit auf vier Jahre fest. Darüber hinaus wies sie den 37-Jährigen an, seine begonnene Ausbildung auch zu Ende zu führen.

von Ina Tannert

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