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Einblick in Geschichte der Feuerwehr

Cappeler Brandschützer feiern Einblick in Geschichte der Feuerwehr

Einsatzübung, Staffellauf, Grillpartie und Riesenhüpfburg - so einiges hat sich der Cappeler Feuerwehrverein für Samstag, 11. Juni, vorgenommen. Denn es gibt gleich vier gute Gründe für ein großes Fest in Cappel.

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Gleich mehrere Abteilungen und Generationen der Freiwilligen Feuerwehr Cappel rund um Wehrführer André Cappeller (Zweiter von links) und Vereinsvorsitzender Björn Weise (Mitte) freuen sich auf die große Jubiläumsfeier am 11. Juni.

Quelle: Ina Tannert

Cappel. Dann findet nicht nur der Tag der Marburger Feuerwehren statt, sondern die Cappeler Wehr feiert gleichzeitig ihr 90-jähriges Bestehen, während die Jugendabteilung auf 50 Jahre zurückblicken kann. Und außerdem veranstaltet der Verein gleichzeitig den traditionellen Tag der offenen Tür. Jede Menge großer Anlässe also, ausgiebig zu feiern.

Und genau das haben die Cappeler Brandschützer auch vor, mit einem bunten Tages- und Abendprogramm für Jung und Alt. Ab 10 Uhr beginnt das Spektakel mit der Anmeldung der Teilnehmer für die Jugendfeuerwehrwettkämpfe, die ab 13 Uhr einen Höhepunkt der Feier bilden. Bei dem Wettkampf misst sich der Marburger Feuerwehrnachwuchs im Staffellauf und verschiedenen Feuerwehrübungen. Zeitgleich startet eine gemeinsame Fitness-Wanderung vom Platz der Weißen Rose aus, die über sechs Kilometer verläuft. Bei dieser können kleine wie große Teilnehmer das Marburger Fitnessabzeichen erringen. Um 17 Uhr wartet die Siegerehrung auf die Wettkampf-Gewinner.

Schon ab 11 Uhr beginnt das Jubiläumsprogramm auf dem Gelände der Feuerwehr Cappel an der Umgehungsstraße. Zum Rahmenprogramm gehört eine Ausstellung über die langjährige Geschichte der Wehr, samt Oldtimer-Show mit zahlreichen historischen Fahrzeugen und Ausrüstung wie die restaurierte Feuerwehrspritze aus dem Jahr 1883 oder eine alte Drehleiter. Ebenfalls mit historischen Schmuckstücken beteiligen wollen sich die Oldtimerfreunde Marburg und der Polizei-Motorsport-Club.

Mit verschiedenen Darbietungen stellt die Truppe an diesem Tag ihre Arbeit vor: Die Besucher erwartet unter anderem eine Löschvorführung oder die Handhabung einer Fettexplosion. Als geschichtliches Gegenstück wird eine historische Löschübung stattfinden. „Wir zeigen den Tag über, wie unsere Arbeit heute abläuft und wie es vor 100 Jahren war“, erklärt Vereinsvorsitzender Björn Weise das Programm.

Als besonderes Highlight erwartet vor allem die kleinen Besucher eine zwölf mal zehn Meter große XXL-Hüpfburg, natürlich im Feuerwehrstil. Damit niemand hungern muss, gibt es eine ausgiebige Grillparty samt großem Kuchenbuffet.

Das Abendprogramm beginnt ab 19 Uhr mit Cocktails und DJ-Musik. „Es gibt ein buntes Unterhaltungsprogramm für alle Alsterstufen“, fasst Weise zusammen.

Im Mittelpunkt steht die wechselhafte Geschichte der freiwilligen Feuerwehr. Die wurde 1926 gegründet und ersetzte damit die bereits 1880 ins Leben gerufene Pflichtfeuerwehr. In den ersten Jahrzehnten konnte der Brandschutz kontinuierlich ausgebaut werden, geriet während des Zweiten Weltkriegs ins Stocken, durch die Einberufung zum Militärdienst wurde die Wehr stark geschwächt.

Daumendrücken für Neubau der Hallen

Bereits kurz nach Kriegsende begann der hürdenreiche Wiederaufbau der Einsatztruppe, die Gemeinde Cappel wuchs wie auch das langsam zurückkehrende Interesse an der Feuerwehr. Über Jahrzehnte hinweg waren die Cappeler an Einsätzen im gesamten Südkreis und darüber hinaus beteiligt, versorgten ein deutlich größeres Gebiet als heute. Die Wehr verfügte über eines der ersten landeseigenen Tanklöschfahrzeuge, das bei den meisten Bränden im Kreis eingesetzt wurde.

Im Jahr 1966 folgte die Etablierung der Jugendabteilung. Vier Jahre später erhielt die Truppe die ersten Funkgeräte, „ein lang gehegter Wunsch und wesentlicher Fortschritt der Verbesserung des Brandschutzes“. Im Jahr 2005 erweiterte sich der Aufgabenbereich der Wehr auf den Hochwasserschutz. Vor sechs Jahren gründete sich die Bambini-Feuerwehr als „weiterer wichtiger Grundstein“.

Heute ist der Verein mit 300 Fördermitgliedern gut aufgestellt. Ebenso wie die Wehr, die stolz auf 52 Einsatzkräfte, 17 in der Alters- und Ehrenabteilung sowie 13 Mitglieder der Jugendabteilung blickt. Auch bei den ganz Kleinen hat sich in den vergangenen Jahren wieder mehr getan, die „Löschtiger“, sind mittlerweile zu acht.

Die Truppe hofft am Samstag auf reges Besucherinteresse. „Man muss sich auch mal präsentieren und in Erinnerung rufen“, sagt Weise. Denn auch trotz wachsender Öffentlichkeitsarbeit seien sich viele Menschen nach wie vor nicht bewusst, dass sich der Großteil des städtischen Brandschutzes aus freiwilligen Mitgliedern zusammensetzt, ohne Ehrenamt wäre ein flächendeckender Brandschutz gar nicht möglich.

Die Organisatoren hoffen, dass sie zum letzten Mal ein großes Fest in den „alten Hallen“ feiern werden. Die Wehr wünscht sich einen Neubau, einen Ersatz für ihre in die Jahre gekommenen Hallen aus den 1970er-Jahren. Angesichts der städtischen Haushaltslage kein einfacher Wunsch. „Wir zittern und hoffen, dass es klappt, jetzt ist Daumendrücken angesagt“, erklärte Wehrführer André Cappeller.

von Ina Tannert

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