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Ein "zweites Zuhause" für die Schüler

Tichtsberg-Gesamtschule Ein "zweites Zuhause" für die Schüler

Mit einem zweistündigen Festakt eröffnete die Richtsberg-Gesamtschule die Feierlichkeiten zu ihrem 40-jährigen Bestehen.

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Hunderte Schüler verfolgten bei dem Festakt die offiziellen Reden und die Kunststücke auf dem Trampolin.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Ein größeres Kompliment können Schüler ihrer Schule nicht machen: „Ihr gebt uns montags bis freitags ein zweites Zuhause“, sagten die Sprecher der Schülervertreter gestern Vormittag während des Festakts zum 40-jährigen Bestehen der Richtsberg-Gesamtschule, an die Lehrer und an Schulleiter Thomas C. Ferber (links) gerichtet.

Es war der emotionale Höhepunkt einer Feier, in der die Schule viel Lob einheimste von Vertretern der Stadt ebenso wie von denen des Hessischen Kultusministeriums und des Staatlichen Schulamts.

Oberbürgermeister Egon Vaupel brachte zudem als „Geschenk“ die Zusicherung mit, dass „in den nächsten Jahren“ das Foyer der Schule grundlegend saniert werden soll. Ferber deutete diesen Bescheid flugs um in „im nächsten Jahr“ und hofft nun, dass das Forum spätestens 2015 in neuem Glanz erstrahlt.

Vaupel erinnerte in seiner Ansprache aber auch daran, dass der Aufbau der Richtsberg-Schule in den 60er Jahren eine wichtige Etappe zur Schaffung einer Infrastruktur für den neu erbauten Stadtteil war: „Die Richtsberg-Gesamtschule sollte eine Schule innerhalb eines Stadtteils sein, der von der Planung aus damaliger Sicht federführend für Stadtentwicklung stand“, sagte Vaupel. Die erste Kindertagesstätte mit Krippen und Hortplätzen wurde gebaut, ein Altenhilfezentrum, in großem Umfang Wohnungen geschaffen. Vor allem aber: Am Richtsberg, so Vaupel, siedelten Menschen an, die ihre Heimat verlassen mussten. „Heute“, so der Oberbürgermeister , „ist der Richtsberg der am meisten interkulturell geprägte Stadtteil in Marburg.“ Kein Wunder, dass an der Richtsberg-Gesamtschule Schülerinnen und Schüler aus 25 Nationen lernen. „Die Schule hat sich den Lebensbedingungen vor Ort gestellt.“

Schuldezernentin Dr. Kerstin Weinbach hob besonders das hohe Engagement der Schule für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit unterschiedlichen Förderbedürfnissen hervor. Schon seit Anfang der 90er Jahre sei hier der gemeinsame Unterricht eingeführt worden, „so dass diese Schule über erhebliche Erfahrungen verfügt, die jetzt bei inklusiver Beschulung allen Kindern zugute kommt.“

Es war schon eine harte Geduldsprobe für die Schülerinnen und Schüler, überwiegend auf dem Boden sitzend diese und weitere Reden zu hören - aber sie wurden entschädigt durch Trampolin-Kunststücke von Schülern der Klassen 9a und 9d und durch rockige Klänge der Lehrerband sowie der gemeinsamen Schüler-LehrerBand.

Diese Gruppen sind nur ein kleiner Ausdruck der Schwerpunktsetzung an der Richtsberg-Schule, die sich seit vergangenem Jahr „Kulturschule“ nennen darf. „Wir haben einen erweiterten Kulturbegriff“, sagte Schulleiter Thomas C. Ferber in seiner abschließenden Rede und stellte klar: Das Motto „Jedem Kind seine Kunst“ sei es, was das Konzept ausmache. Bei der überaus heterogen zusammengesetzten Schülerschaft sei das Bemühen um ästhetische Bildung und der damit verbundene erfahrungsorientierte Weg eine Chance, unterschiedliche soziale Hintergründe auszugleichen, heißt es in der Selbstdarstellung der Schule.

Was das Besondere sei an der Richtsberg-Gesamtschule, fragte Ferber rhetorisch und lieferte gleich die Antwort mit: „Es ist das Wissen darum, etwas ganz und gar Aufrichtiges zu tun: Nämlich allen Kindern, unabhängig von Herkunft, sozialem Status und Religion, die gleichen Chancen zu geben.

Die Schülerinnen und Schüler würdigen dieses Motto: Das macht nicht nur die Dankesrede der Schülervertretung deutlich, sondern auch der Applaus, den der Schulleiter bei diesem Teil seiner Rede kassierte.

Mehr als eine Randnotiz: Die Feier fand in der für fast 5 Millionen Euro von Grund auf sanierten Sporthalle statt, die offiziell in der kommenden Woche eingeweiht wird.

von Till Conrad

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