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Ein zweiter „Ur-Marburger“ will antreten

OB-Wahl Ein zweiter „Ur-Marburger“ will antreten

Die Marburger SPD-Chefin Monika Biebusch stellte am Montag auf einer Pressekonferenz den SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Spies als Kandidaten des SPD-Vorstands für die Oberbürgermeisterwahl vor.

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Dr. Thomas Spies will die Nachfolge von OB Egon Vaupel antreten.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Thomas Spies ist Ur-Marburger. Er kennt die Stadt von Kindheit an. Er hat hier seine Ausbildung absolviert und als Arzt gearbeitet“, erläutert die Marburger SPD-Stadtverbands-Vorsitzende Monika Biebusch.

Der neue Kandidat ihrer Partei für die Nachfolge von OB Egon Vaupel (SPD) habe eine tiefe Verbindung zur Stadt Marburg und sei auch wegen seines langjährigen Engagements in der Alten-, Gesundheits- und Wissenschaftspolitik ein idealer Bewerber.

Fast nie fern der Elisabethkirche gewohnt

Auch Dr. Thomas Spies (52) schlug bei seinem einleitenden Statement bei der Pressekonferenz am Montag in der SPD-Geschäftsstelle in der Biegenstraße in dieselbe Kerbe. „Die Stadt ist mein Zuhause“, sagte der gebürtige Marburger. Bis auf einen kurzen Auslandsaufenthalt als Schüler in den USA habe er eigentlich fast immer in einem Umkreis von einem Kilometer rund um die Elisabethkirche gewohnt, betont Spies.

Da stellt sich allerdings die Frage, warum der heimische Landtagsabgeordnete nicht schon einige Wochen früher die OB-Kandidatur angestrebt hat.  Als „zweite Wahl“ sieht sich Spies ausdrücklich nicht, sagte er auf Nachfrage der OP. Zwar habe er sich schon immer auch für den Posten des Oberbürgermeisters interessiert.

Endgültig am Freitag für Kandidatur entschieden

Aber als im Dezember vergangenen Jahres zunächst Matthias Acker als Kandidat der Marburger SPD für die Nachfolge von Egon Vaupel gefunden worden sei, da habe er erst noch seine Aufgaben an anderer Stelle – in der Landespolitik – beenden wollen. Damals habe er die Nominierung von Acker als ein gute Lösung angesehen. Dass sich die Situation mit dem am vergangenen Montag verkündeten gesundheitsbedingten Rückzug  von Acker grundlegend verändert habe, habe den Entscheidungsdruck erhöht, bekannte Spies.

Endgültig für eine OB-Kandidatur entschieden habe er sich dann am vergangenen Freitag. „Wir sind froh, dass Spies es macht, so Monika Biebusch. Noch im Februar soll eine endgültige Bestätigung von Spies durch die Parteibasis auf einer „Wahl-Vollversammlung“  folgen, erklärte Biebusch. So lange will Spies noch abwarten, bevor er ein detailliertes Wahlkampf-Programm vorstellt. Die Sicherung des Zusammenhalts der Stadtgesellschaft, eine reibungslos funktionierende städtische Infrastruktur und die Sicherung der finanziellen Handlungsfähigkeit Marburgs nannte Spies vorab als wichtige Punkte für seine politische Agenda.

Angesprochen auf den CDU-Bewerber Dirk Bamberger, der von seiner Partei ebenfalls mit dem Etikett „Ur-Marburger“ präsentiert wurde, sagte Spies, dass er nichts über andere OB-Kandidaten sagen werde. „Ich gehe aber zuversichtlich und selbstbewusst in den Wahlkampf“, machte Spies deutlich. Dabei geht er nicht von seinem Sieg im ersten Wahlgang aus. Er sei aber gespannt darauf, wer mit ihm zusammen in die Stichwahl kommen werde, so Spies.

Plädoyer für rot-grüne Koalition

Dass die Marburger Grünen einen eigenen Kandidaten ins OB-Rennen schicken werden, kann Spies nachvollziehen. Die Grünen hätten im Stadtparlament nur einen Sitz weniger als die CDU und könnten sich deswegen im OB-Wahlkampf nicht so leicht hinter einem SPD-Kandidaten einordnen.

Dennoch wolle er als „Oberbürgermeister aller Marburger“ die rot-grüne Rathaus-Koalition fortsetzen.
Spies hatte nach seinem Medizinstudium in Marburg von 1993 bis 1998 am Uni-Klinikum als Chirurg gearbeitet. Seit 1999 ist er ununterbrochen Mitglied des hessischen Landtags.

Seinen Arbeitsplatz in Wiesbaden möchte er aber nun gegen den Chefsessel im Marburger Rathaus eintauschen. Für den Fall eines Erfolgs würde das bedeuten, dass als Ersatzkandidatin die Rechtsanwältin Handan Özgüven aus Stadtallendorf zum Zuge kommen und weiter den heimischen Wahlkreis vertreten würde, erläutert Spies.

von Manfred Hitzeroth

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