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Ein rebellischer Reformer hört auf

Soziale Hilfe Ein rebellischer Reformer hört auf

Abschied für Claus Solbach: Der Geschäftsführer des Marburger VereinsSoziale Hilfe geht in den Ruhestand.

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Claus Solbach bei seiner Verabschiedung als Geschäftsführer der Sozialen Hilfe Marburg. Foto: Prior

Marburg. Nostalgie, Schwermut und Blicke in die Zukunft - Claus Solbach verlässt die Soziale Hilfe Marburg, doch nicht ohne bleibende Spuren zu hinterlassen. Claus Solbach war das Herz des Vereins „Soziale Hilfe Marburg (SHM), nun tritt er nach 28-jährigem beispiellosen Einsatz für psychisch kranke Menschen in den Ruhestand und wurde mit zahlreichen Grußworten am Freitag verabschiedet.

„Als junger Sozialpädagoge kam Solbach 1977 ins Psychiatrische Krankenhaus Marburg“, erinnert sich Ulrich Oehlenschläger, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Die Zustände für psychisch kranke Menschen in den dortigen Langzeitstationen brachten den damals 23-Jährigen dazu, an der Gründung der SHM entscheidend mitzuwirken. Von 1995 bis 2003 war das Gründungsmitglied Vorsitzender des Vereins.

Im Jahr 2003 übernahm er die Geschäftsführung und prägte damit die Vereinsarbeit nachhaltig.

Bis heute rief die Soziale Hilfe mehrere Formen des betreuten Wohnens für psychisch kranke und seelisch behinderte Menschen und Projekte für Menschen mit Psychosen und Suchtmittelabhängigkeit ins Leben. Ausschlaggebend für den Erfolg der SHM sei auch die außergewöhnliche Charakterstärke Solbachs gewesen, wie alle Redner am Freitag immer wieder betonten: Als rebellischer Reformer mit dem Talent, Menschen vom richtigen Weg zu überzeugen, eine Kämpfernatur mit einer Note Sturheit, Beharrlichkeit und Ausdauer, aufgeschlossen und anpackend werde er seinen Mitstreitern im Gedächtnis bleiben. „Ohne Claus Solbach wäre die SHM nie so geworden“, versicherte der Erste Kreisbeigeordnete Karsten McGovern (Grüne) den Gästen der Abschiedsfeier. Und auch der langjährige Hans-Georg Edelbluth bekräftigte: „Er ist seinem Verein immer treu geblieben, auch in Zeiten des Auf und Ab“.

In Solbachs Fußstapfen tritt Norbert Ewering als zukünftiger Geschäftsführer. Auf dem Psychologen und Soziologen liegen viele Erwartungen, zu deren Erfüllung ihm jedoch das motivierte Mitarbeiterteam der SHM den Rücken deckt.

So wird Michael Kesser, geschäftsführender Vorstand der BI Sozialpsychiatrie, Solbach zwar als geschätzten Kollegen vermissen. Doch ist er sicher, dass sich die SHM bei ihren kompetenten Mitarbeitern weiterhin in guten Händen befindet und Solbachs „Lebenswerk und berufliche Vita“ fortsetzen werden. Anstelle eines materiellen Geschenks bietet Kessler dem Sozialpädagogen seine persönliche Freundschaft an und beteuerte in seiner emotionalen Ansprache: „Ich habe in der Tat viel von Dir gelernt und hoffe, dass ich auch der SHM helfen konnte.“

Claus Solbach, der sichtlich gerührt von den zahlreichen Lobreden war, formulierte zum Schluss in seiner Abschiedsrede am Freitagmittag eine Art „Liebeserklärung“ an seine Mitarbeiter und den Vorstand, ohne deren Engagement sich die Projekte der Sozialen Hilfe Marburg nach seiner Meinung nicht hätten etablieren können.

von Hanna Prior

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