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Ein „prima Kerl“ geht in den Vorruhestand

Sportkreis Marburg-Biedenkopf Ein „prima Kerl“ geht in den Vorruhestand

Der Marburger Jürgen Hertlein und seine Stellvertreter erhielten von den Mitgliedern des Sportkreises das Mandat für eine weitere Amtszeit. Der langjährige Geschäftsführer Hartmut Koch wurde verabschiedet. Unmut gab es über den Kassenbericht. Und eine Diskussion über den Mindestlohn fiel aus - der Redner musste absagen.

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Vorstand des Sportkreises Marburg-Biedenkopf (von links): Hermann Brand (Stellv. Vorsitzender), Ulrike Ristau (Beisitzerin), Helmut Schaake (Beisitzer), Helmut Strunk (Beisitzer), Olaf Kabierske (Beisitzer), Jürgen Hertlein (Vorsitzender), Stephan Gessner (Beisitzer), Paul-Heinz Petri (Stellv.
Vorsitzender), der Jugendwart Patrick Voyé sowie Carsten Dalkowski (Stellv. Vorsitzender). Auf dem Foto fehlen die Beisitzer Bernd Weitzel, Claus Schäfer, Rolf-Achim Dürr sowie Christina Weber.

Moischt. Während sich der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) am Samstag beim Sportkreistag des Sportkreises Marburg-Biedenkopf im Bürgerhaus von Moischt im Lob des Landessportbund-Vizepräsidenten Prof. Dr. Heinz Zielinski ob seiner Sportförderpolitik sonnen durfte („davon können sich andere Städte eine Scheibe abschneiden“), stand Vaupels Parteigenossin Andrea Nahles als Arbeits- und Sozialministerin beim Thema „Vereine und Mindestlohn“ weiter in der Kritik. Vom Vortrag eines Referenten vom Prüfdienst der Deutschen Rentenversicherung auf dem Sportkreistag hatte man Klarheit erhofft, doch der angekündigte Referent musste auf Geheiß seiner vorgesetzten Stelle absagen.

„Was der Referent gesagt hätte, wäre verbindlich gewesen, und davor hatte man wohl Angst“, mutmaßte der alte und neue Vorsitzende Jürgen Hertlein. Stattdessen versuchte der Jurist Dalkowski, in der „riesigen Wolke“ der Unklarheiten etwas Überblick zu geben. Auch Zielinski versprach, die angesprochenen Probleme „im Kopf zu behalten“ und weiterzugeben.

Bei den anstehenden Vorstandswahlen wurde Jürgen Hertlein (Marburg) wiedergewählt, auch seine Stellvertreter Hermann Brand (Lohra), Carsten Dalkowski (Marburg) sowie Paul-Heinz Petri (Steffenberg) wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Unmut über den Kassenbericht

Der Sportkreis, der sich als Bindeglied zwischen dem Landessportbund Hessen, den Verbänden und den Vereinen sieht, steht trotz seiner umfangreichen Aufgaben und Projekte finanziell solide und gesund da. Und so geht man auch die zukünftigen Herausforderungen - worunter auch Integration und Inklusion fallen - mit Zuversicht an. „Wir bieten uns als Experten an, an die sich die Vereine wenden können“, sagte Hertlein.

Nach einem Vierteljahrhundert ehrenamtlicher und hauptamtlicher Tätigkeit für den Sportkreis wurde der Geschäftsführer Hartmut Koch in den Ruhestand verabschiedet.

Der Datenverarbeitungskaufmann trug wesentlich dazu bei, dass die Sportkreise des Landkreises als eine der landesweit ersten mit EDV ausgestattet waren und gab sein Wissen gerne an andere Sportkreise weiter. „Wir waren immer froh, dich zu haben und auf deine Erfahrung bauen zu können - zumal du auch menschlich ein prima Kerl bist“, sagt Paul-Heinz Petri. Der gebürtige Schalker und in Steffenberg wohnende Koch hat nach einer schweren Erkrankung noch mit Nachwirkungen zu kämpfen und geht nur ungern in den vorzeitigen Ruhestand. „Mir hat es viel Spaß gemacht, für den Sportkreis und mit den Menschen dort zu arbeiten - jeder Tag war anders“, sagte Koch.

Beim Sportkreistag gab es aber Sachverhalte, die zu Unmutsäußerungen führten. Bei der Kassenprüfung hatten den Prüfern nur 30 Prozent der Belege zur Verfügung gestanden - die anderen Buchungen mussten sie aus den Bankauszügen „zurückschließen“. Dennoch empfahlen die Prüfer die Entlastung des Vorstands, was auch bei vielen Enthaltungen geschah. „Wenn wir bei meinem Verein solch einen Kassenbericht abgeliefert hätten, wären wir als Vorstand vom Podium gejagt worden“, sagte jedoch Ulrike Ristau, Vorsitzende des VfL Marburg.

Hertlein bezeichnete die Kritik als berechtigt, machte aber auch deutlich: „Die Kasse und deren Zahlen stimmen, der zuständige Mitarbeiter vergaß aber, die Belege der Buchungen auszudrucken. Es war eine interne Problematik, die wir zu hundert Prozent bereits gelöst haben.“

Zu Beisitzern wurden gewählt: Ulrike Ristau, Christina Weber, Helmut Schaake, Helmut Strunk, Olaf Kabierske, Stephan Gessner, Bernd Weitzel, Claus Schäfer, Rolf-Achim Dörr. Die Wahl des Jugendwartes Patrick Voyé wurde vom Sportkreistag bestätigt.

von Michael Seehusen

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