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„Ein politisches Instrument werden“

Stadtelternbeirat „Ein politisches Instrument werden“

Schulische Integration, Inklusion, Förderung, Mobbing, Sport oder Brandschutz sind nur einige Themen, die auf der Projekt-Liste des Stadtelternbeirats stehen.

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Der neue Vorstand des Stadtelternbeirats: Mareike Müller (von links), Jana Al-Bkeer, Daniel Hernstein von Glahn, Brigitte Piper, Dr. Michael Klein und Wolfram Alexander Adam.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Bereits während der ersten Sitzung qualmten die Köpfe im frisch gewählten Vorstand. Das neue sechsköpfige Gremium hat jede Menge Ideen für seine kommende zweijährige Amtszeit.

Eine erste Schwerpunktliste erstellten die Mitglieder und streben einen höheren politischen Einfluss rund um das Thema Schule an.

Im November wurde der Vorstand turnusgemäß neu gewählt – sechs Vertreter der Marburger Schulelternbeiräte stellten sich zur Verfügung und setzten aktuelle wie brisante Themen auf ihre Agenda. Als Sachverständiger für Gebäude hat der neue Vorsitzende Wolfram Alexander Adam vom Elternbeirat der Sophie-von-Brabant-Schule besonders die Marburger Schulgebäude samt Infrastruktur und Brandschutz im Blick. Erst vor einem Monat versprach der neue Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) künftig 30 Millionen Euro in die Marburger Schulen investieren zu wollen. „Das ist längst überfällig, wenn auch immer noch zu wenig. Wir müssen nun genau schauen, wofür wir das Geld ausgeben“, gab Adam zu bedenken.

Den Themenkomplexen Inklusion und Integration wollen sich unter anderem Gesundheits- und Krankenpflegerin Mareike Müller sowie Deutschlehrerin Jana Al-Bkeer vom Schulelternbeirat der Astrid-Lindgren-Schule widmen.

Die Dolmetscherin unterrichtet regelmäßig Flüchtlinge in der deutschen Sprache, hat Erfahrungen im Umgang mit traumatisierten Menschen. „Lehrer sind im Umgang mit betroffenen Kindern trotz Schulungen häufig überfordert, dort kann mehr getan werden“, ist sie überzeugt.

Als Professor für Bildungssoziologie hat sich Dr. Michael Klein eines breiten Themenkomplexes rund um soziale Probleme, Gewalt an Schulen oder Minderheiten angenommen. „Das sind wichtige, brisante Themen“, sagte das Vorstandsmitglied. In diesem Bereich hat auch Brigitte Piper vom Elternbeirat der Gesamtschule Richtsberg Erfahrungen. Die Umwelttechnikerin will ihre Vorstandskollegen bei einem breiten Themenfeld mit unterstützen.

„Brücke zwischen Schule, Träger und Institutionen“

IT-Sicherheitsbeauftragter Daniel Hernstein von Glahn, als Vertreter der beruflichen Gymnasien neu im Vorstand, richtet den Fokus auf die Themen Mobbing an Schulen sowie Hochbegabung. „Es gibt einfach zu wenig zielgerichtete Hochbegabten- und bedarfsgerechte Förderung“, betonte von Glahn.

Als Vorstand des Stadtelternbeirats sehen sich die Mitglieder als „Brücke zwischen Schule, Träger und Institutionen“.  Wichtig ist ihnen eine gute, effektive Zusammenarbeit mit anderen Gremien wie dem Kreiselternbeirat. „Wir sind keine abgeschottete Insel, wir wollen mit anderen zusammenarbeiten und etwas erreichen“, betonte Adam. In den vergangenen Jahren sei krankheitsbedingt nur wenig von dem Verbund zu hören gewesen, „diese Durststrecke wollen wir beenden“. Generell will das Gremium künftig eine höhere Gewichtung seiner Funktion erreichen, mehr Präsenz zeigen und an politischem Einfluss gewinnen.

Als Anlaufstelle für Schulen und Eltern hat der Schulelternbeirat eine beratende Funktion. Im Schul- und Kulturausschuss stehe ihm „lediglich ein Sitzrecht“ zu. „Das halte ich für unglücklich“, kritisiert Adam und befürwortet ein Antragsrecht im Ausschuss sowie mehr Kompetenzen des Beirates, etwa via Stimmrecht in der Schulkommission. „Wir wollen beraten, fördern und informieren, aber auch ein politisches Instrument werden“, betont der Beiratssprecher.
Derzeit arbeitet das Gremium an der Erstellung einer offiziellen Homepage.

Per E-Mail ist der Stadtelternbeirat unter der neuen Adresse steb.marburg@web.de zu erreichen.

von Ina Tannert

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