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Ein letztes Zucken der Neubau-Träume

Stadtparlament Ein letztes Zucken der Neubau-Träume

Die Entscheidung, das Erwin-Piscator-Haus für 30 Millionen Euro zu sanieren, ist im Vorfeld klar gewesen. Die Debatte im Stadtparlament nutzt die Opposition dennoch für einen Rundumschlag.

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Ein Teil der Stadtverordneten des Marburger Parlaments.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Bei diesen ganzen Zahlenspielen im Sitzungssaal den Überblick zu behalten, das ist schon eine Kunst. Mal ist die Rede von 24 Millionen, mal von 28 Millionen, mal sogar über 40 Millionen - Brutto- und Nettorechnungen wechseln sich munter ab. Den Auftakt übernimmt Hermann Uchtmann. Der Fraktionsvorsitzende der Marburger Bürgerliste hegt große Zweifel am Sinn und der Nachhaltigkeit an den Sanierungsplänen. Die weitere Entwicklung der Innenstadt mit Uni-Campus und Bibliothek sowie die stetig steigenden Studentenzahlen seien überhaupt nicht berücksichtigt. Alleine die Parkplatzsituation werde sich dramatisch verschärfen, wenn sich Nutzer von Bibliothek, Stadthalle und Hörsaal die verbleibenden Möglichkeiten teilen müssten. „Die Pläne greifen zu kurz, eine qualifizierte Kostenschätzung liegt nicht vor“, sagt Uchtmann. „Die Ignoranz ist erschreckend.“

Auf die Kosten stürzt sich auch CDU-Fraktionschef Philipp Stompfe. „Vor einem Jahr waren 16,9 Millionen Euro gedeckelt. Teurer sollte es nicht werden. Und jetzt sind wir bei 27 Millionen Euro brutto. Für eine Sanierung.“ Dieses Konzept sei oberhessisches Mittelmaß. Keine Stadt käme auf die Idee, ein 40 Jahre altes Gebäude zu sanieren. „Es wurde sich nie ernsthaft über einen Neubau unterhalten. Die Kostensteigerung ist da. 30 Millionen ist nicht die letzte Zahl, die wir hören.“ Parteikollege Wieland Stötzel geht noch einen Schritt weiter: „Die Folgekosten für die Sanierung werden wesentlich höher sein. Ein Neubau ist langfristig kostengünstiger.“

Heute Biegenstraße, ab 2015 moderne Kulturzeile

Argumente, von denen sich SPD und Grüne nicht überzeugen ließen. „Nur von Sanierung zu sprechen, das ist die halbe Wahrheit. Das Erwin-Piscator-Haus wird umgestaltet und erweitert“, sagt Hans-Werner Seitz (Grüne). Das Konzept sei über sieben Jahre hinweg erarbeitet worden. Die Biegenstraße werde die Kultur­zeile schlechthin. „Die Stadthalle wird das Verbindungsstück zwischen Mensa und Campus Firmanei.“ SPD-Fraktionsvorsitzender Steffen Rink fehlen die Konzepte der CDU, die nur Luftschlösser bauen würde. Er selbst freue sich nach der Sanierung auf ein modernes, multikulturelles Zentrum mit großer Vielfalt. „Unser Motto ist nicht: Aus alt mach neu. Für uns heißt es: Aus alt mach mehr.“

Alle Tweets zur Stadtparlamentssitzung haben wir in einem Storify-Board aggregiert.

von Carsten Bergmann

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