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Ein interreligiöses Buchgeschenk

Spende von Amnon Orbach Ein interreligiöses Buchgeschenk

Die Islam-Ausstellung ist seit Montag um ein weiteres Exemplar eines Korans reicher: Amnon Orbach, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Marburg, spendet eine Hebräisch-Übersetzung.

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Amnon Orbach (links) übergab ein Exemplar einer hebräischen Koran-Übersetzung aus seinem Privatbesitz an Muhammad Ilyas, den Vorsitzenden der Marburger Ahmadiyya-Gemeinschaft. Foto: Manfred Hitzeroth

Quelle: Manfred Hitzeroth

Marburg. Ein Bestandteil der Islam-Ausstellung der Ahmadiyya-Gemeinde im Marburger Rathaus sind mehr als 50 Bücher mit Koran-Übersetzungen in verschiedene Sprachen. Doch eine hebräische Koran-Übersetzung suchte Amnon Orbach, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Marburg, bei der Eröffnung in der vergangenen Woche vergeblich – auch nachdem er zweimal um den großen Tisch mit den Büchern in der Mitte der Ausstellung herumgegangen war.

Von Sri Lanka über die Elfenbeinküste, Pakistan und Polen bis nach Deutschland: Groß ist die Bandbreite der Länder, für deren Sprachen Koran-Übersetzungen in der Islamausstellung vorliegen. Erst nach Nachfrage der lokalen Veranstalter der Islam­ausstellung bei der Zentrale der Ahmadiyya-Ausstellung zeigte sich, wieso keine hebräische Übersetzung des Korans – des heiligen Buchs der Muslime – zu der Wanderausstellung gehört.

Spomntan vereinbarte Übergabe

Die Koran-Übersetzungen, die dort bisher vertreten sind, sind alle von Mitgliedern der Ahmadiyya-Gemeinschaft übersetzt worden. Doch bisher gibt es keine von der muslimischen Gemeinschaft autorisierte Übersetzung ins Hebräische. Auf Anfrage der OP sagte Muhammad Ilyas, Vorsitzender der Ahmadiyya-Gemeinschaft, dass er sich aber für so eine Sprach-Übertragung einsetzen wolle.

Sehr gefreut hat sich Ilyas aber schon darüber, dass Amnon Orbach nun einen Koran auf Hebräisch aus seinem Privatbesitz der Ausstellung gestiftet hat, um die Lücke zu beheben. Die spontan vereinbarte Überreichung des Buchgeschenks fand am Montag im unteren Rathaussaal statt, in dem die Wanderausstellung über die Geschichte des Islams seit dem vergangenen Donnerstag zu sehen ist.

„Das ist eine sehr gute Idee“, sagte Ilyas über das Geschenk durch den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Marburgs, das einen Ehrenplatz in der Ausstellung neben den anderen Koran-Übersetzungen bekommen soll. „Es ist unser Wunsch für Marburg, dass die Religionen zusammenkommen“, sagte Ilyas. Dies geschehe genau durch eine solche interreligiöse Initiative, wie sie Orbach jetzt angestoßen habe.

Buch stößt auf großes Interesse

Amnon Orbach hat sich angestoßen durch die Islam-Ausstellung einmal genauer informiert, wie viele hebräische Koran-Übersetzungen es bis jetzt schon gab und stieß dabei auf eine große Anzahl, wie er im Gespräch mit der OP sagte. So gebe es beispielsweise eine Übersetzung von Joseph Joel Rivlin, de, Vater des aktuellen israelischen Präsidenten, die aus dem Jahr 1936 stammt. Das ist für Orbach von daher besonders, weil dieser Koran-Übersetzer gleichzeitig sein Arabisch-Lehrer am Gymnasium war.

Die Ausgabe des Korans, die er jetzt der Islam-Ausstellung stiftete, stammt aus dem Jahr 1978; der Übersetzer war Akaram Ben-Shemesh. Das Buch stieß bei der Übergabe auf großes Interesse, nicht nur bei Ilyas, sondern auch bei weiteren Mitgliedern der Ahmadiyyah-Gemeinschaft, die Orbach auch zu Einzelheiten der hebräischen Übersetzung befragten.

  • Die Islam-Ausstellung der Ahmadiyya-Gemeinschaft ist noch bis einschließlich 26. März im unteren Saal des Marburger Rathauses zu sehen.

von Manfred Hitzeroth

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