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Ein halbes Rad zerfällt leise vor sich hin

Schandfleck Ein halbes Rad zerfällt leise vor sich hin

Die Eigentümerin einer Modeboutique beklagt ein vor ihrem Geschäft angeschlossenes Fahrrad. Sie fürchtet um ihr Geschäft und das Aussehen der Oberstadt.

Marburg. „Wir wollen, dass die Oberstadt schön aussieht. Wir haben sogar eine Initiative ins Leben gerufen, die sich darum bemüht, dass die Oberstadt ordentlich gehalten wird“, sagt Camelia Markeli, Besitzerin eine Modeboutique in der Oberstadt. „Es ist wichtig, dass die Oberstadt gut aussieht, vor allem für die Touristen“, sagt sie - und hat einen bestimmten Grund dafür: Ein kaputtes Fahrrad, das bereits seit Monaten vor ihrem Geschäft angeschlossen ist, macht ihr einen dicken Strich durch diese Rechnung.

Ordnungsamt schreibt nur ein Zettelchen

Vor zwei Wochen hatte die Geschäftseigentümerin bereits das Ordnungsamt über den Fall informiert. Mitarbeiter des Amts kamen auch. Aber was taten sie? Sie betrachteten das Fahrrad und hefteten einen gelben Zettel daran.

Der Besitzer hat demnach noch Zeit, dass Fahrrad abzuholen. Für Camelia Markeli ist das aber nicht genug, zumal das Fahrrad inzwischen in alle Einzelteile verfällt.

„Zuerst wurde der Sitz gestohlen, danach verschwand auch noch das Vorderrad“, sagte Markeli. Die Besitzerin ist deshalb auch von dem schlechten Zustand des Rads entnervt, weil ihre Modenschau davon betroffen ist. „Es kommt ein Fotograf und macht Bilder von meinem Geschäft. Da sieht ein solches Fahrrad natürlich nicht gut aus, zumal man es auch nicht verschwinden lassen kann“, sagte Markeli.

Normalerweise sollten ihrer Meinung nach Fahrräder hier nicht angeschlossen werden, besonders weil es kein offizieller Platz dafür ist. Zwar gab es bisher keine Reaktionen ihrer Kunden, doch seien auch die Anwohner nicht froh über eine solche Situation.

„Solche Fälle passieren öfters. Schon einmal wurde ein Fahrrad hier angeschlossen“, sagte sie. Nach einiger Zeit und einem Vorgehen des Ordnungsamts holte es allerdings der Besitzer ab.

Markelis Wunsch ist es, dass das Fahrrad so schnell wie möglich entfernt wird. „Das Ordnungsamt hat ein Büro gleich in der Nähe.

Täglich laufen die Beamten hier vorbei und sollten das Fahrrad doch sehen. In einem solchen Falle sollte viel schneller durchgegriffen werden“, meinte Markeli.

Stadt: Entfernen darf nur Grundstückseigentümer

Nach Aussage des Ordnungsamtes ist die Sachlage aber klar. „Der Grundeigentümer ist dafür zuständig, dass das Fahrrad entfernt wird. Wir können und dürfen dies nicht tun, weil es nicht in unseren Zuständigkeitsbereich fällt“, sagte Pressesprecher Ralf Laumer. „Ich verstehe, dass das Fahrrad nervt. Nur darf das Ordnungsamt erst eingreifen, wenn eine Gefahr für die Öffentlichkeit besteht, zum Beispiel für Sehbehinderte“, so Laumer.

Frau Markeli müsse nun, so empfiehlt der städtischen Sprecher, den Grundstückseigentümer informieren, der das Recht hat, dass Fahrrad loszumachen und das Ordnungsamt zu benachrichtigen, damit es das Fahrrad abholt und aufbewahrt.

von Matthias Weber

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