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Ein festes Dach über dem Kopf

Flüchtlingsunterkunft Ein festes Dach über dem Kopf

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) und Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (CDU) stellten den Umbau des Erstaufnahme-Zeltcamps in eine kleine Siedlung aus Holzunterkünften vor.

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Gegenwart und Zukunft: das neue Holzhaus neben den Zelten im Flüchtlingscamp. Der Innenausbau wird noch etwa drei Wochen dauern.

Quelle: Nadine Weigel

Cappel. Bis zum Jahresende sollen vier der insgesamt sechs Holzunterkünfte in der Erstaufnahmeeinrichtung an der Umgehungsstraße in Cappel bezogen sein. Das sagte der neue Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich bei einem Presserundgang in dem ersten Holzhaus, das diese Woche aufgebaut wurde.

Bis Ende des Monats sollen die Innenarbeiten abgeschlossen sein, so dass die ersten Bewohner dann aus den menschenunwürdigen Zeltunterkünften umziehen können. Jedes der sechs zweigeschossigen Holzhäuser hat pro Etage elf Zimmer, 26 Quadratmeter groß, für bis zu acht Personen sowie zwei Duschräume und eine kleine Teeküche, wie Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) erläuterte.

„Kein Luxus, aber deutlich besser als die Unterbringung in Zelten“, sagte die Pressesprecherin des Regierungspräsidiums, Gabriele Fischer. Die Gesamtkosten liegen etwa zwischen 6 und 7 Millionen Euro, schätzt das RP. Sie werden vom Land getragen.

Marburg ist hessenweit die erste Erstaufnahmeeinrichtung, in der die Zelte sukzessive durch Holzbauten (Foto: Nadine Weigel) ersetzt werden – ein Verdienst vor allem der Stadt Marburg, die sich sehr für die Errichtung winterfester Unterkünfte engagierte, wie Dr. Ullrich betonte.

Die Holzhäuser werden so angeordnet, dass sie ein Karree bilden und ein quartierähnliches Areal entsteht. Es soll im Frühjahr gemeinsam mit den Bewohnern gestaltet werden. „Flüchtlinge sind Mitbürger, und wir wollen, dass sie sich von Anfang an willkommen fühlen“, sagte Vaupel.

Michael Greif, der Chef der Lahntaler Firma Greif, die die Unterkünfte baut und errichtet, erläuterte, dass die Holzbauweise nachhaltige Qualität unter ökologischen Gesichtspunkten ermögliche. Sollten die Häuser irgendwann nicht mehr gebraucht werden, können sie problemlos abgebaut und andernorts errichtet werden.

Im Moment sieht aber alles danach aus, als werde die Unterbringung von Flüchtlingen eine längerfristige Aufgabe, sagte Dr. Ullrich. Dazu müsse man die Unterstützung der Bevölkerung haben. „Wir müssen auf die Menschen zugehen, ihre Sorgen und Fragen ernstnehmen.“ Vaupel machte aber auch deutlich, dass eine Neiddiskussion nicht geführt werden müsse. „Wir haben hier in Deutschland so viel, dass kein Neid notwendig ist“, sagte er.  

Die Flüchtlinge seien dankbar dafür (Foto: Till Conrad), wie sie in Marburg empfangen werden – sie haben es  vergangene Woche mit einem Brief, Bildern und einem großen Transparent vor der Einrichtung bewiesen. „Danke Marburg“ steht darauf. Und einer der Männer aus Syrien ergänzte: „Man behandelt uns gut hier!“

von Till Conrad

 
Spendenkonto

Wie die Stadt Marburg mitteilt, sind jetzt auch Geldspenden zugunsten der Flüchtlinge in Marburg möglich – und zwar auf das Konto des Vereins „Vielfalt Marburg“.

Kontodaten: IBAN

DE12 5335 0000 0014 0049 04

BIC HELADEF1MAR.

Mit den Geldern soll gezielt auf den jeweiligen Bedarf reagiert werden. „Vielfalt Marburg “ hat sich laut Satzung die „Förderung der allgemeinen internationalen Gesinnung, der Toleranz (...) und des Völkerverständigungsgedankens“ auf die Fahnen geschrieben. Der Verein will ehrenamtliches Engagement und Projekte zur Integration von in Marburg lebenden Menschen fördern. Vorsitzende ist die Kreistagsabgeordnete Nadine Bernshausen (Bündnis 90/Die Grünen).

 
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