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Ein Zuhause für Heiligabend

Weihnachtsengel Ein Zuhause für Heiligabend

Wohin an Heiligabend? Wer diese Frage nicht beantworten kann, der findet in der Schwanallee einen Anlaufpunkt - und das seit fast einem halben Jahrhundert.

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Karl Heinz Bormuth (von links), Benjamin Sheppard und Ralph Balthasar (Filialleitung von Tegut) packten zusammen mit Lotte Bormuth Lebensmittelpakete für Bedürftige. Sie werden heute Abend verteilt.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Es war der Wunsch, sich um Marburger zu kümmern, den Lotte und Karl Heinz Bormuth vor fast einem halben Jahrhundert hatten. Und vor allem um die, „denen es nicht so gut geht wie“, sagte Lotte Bormuth, die im Januar ihren 80. Geburtstag feiert. Besonders an einem Tag wie Heiligabend, der für viele das Sinnbild ist für einen Tag im Kreis der Familie.

Der Heiligabend beginnt um 4 Uhr in der Nacht

„Am Anfang sind wir durch die Straßen gefahren und haben Menschen aufgesucht, die kein Zuhause haben“, erinnerte sich Lotte Bormuth. Erleuchtete Fenster im Studentendorf oder amerikanische Soldaten, die Weihnachten fern von der Heimat verbringen mussten. Sie alle wurden von den Bormuths eingeladen. „Jeder ist willkommen“, sagte Lotte Bormuth auch vor diesem Heiligabend, dem mittlerweile 48. Jahr in Folge, an dem es in Marburg ein Zuhause für diejenigen gibt, die sonst keines haben. „Manche fragen mich schon im Sommer, ob es die Veranstaltung wieder geben wird“, sagte die 79-Jährige.

Auch in diesem Jahr erwartet sie wieder 150 bis 170 Menschen in den Räumen der Evangelischen Gemeinschaft Marburg-Süd (Schwanallee 37, Bushaltestelle Radestraße). Ein Großteil davon kommt jedes Jahr. Die Vorbereitungen, an denen nicht nur das Ehepaar Bormuth mit seinen Kindern und mittlerweile auch Enkelkindern sondern eine ganze Reihe von freiwilligen Helfern beteiligt ist, laufen schon seit Monaten. „Die Aufregung steigt natürlich mit jedem Tag. Es ist auch viel Verantwortung mit dabei, ob auch alles klappt“, sagte Lotte Bormuth. Deshalb beginnt der Heiligabend für sie und ihren Mann auch schon um 4 Uhr. Dann werden unter anderem fünf Eimer Kartoffeln, 120 Eier und Gewürzgurken zu Kartoffelsalat verarbeitet. „Alles soll frisch und gut sein. Deswegen verarbeiten wir auch nur Lebensmittel von guter Qualität“, sagte die 79-Jährige. Denn eines ist ihr wichtig: „Es soll ein schöner, gemeinschaftlicher Abend werden und jedem die Wertschätzung entgegen kommen, die er sonst vielleicht nicht erfährt aber verdient hat.“

Sponsoren ermöglichen die Feierlichkeit

Ab 18 Uhr kommen die Gäste in die geschmückten Räume der Landeskirchlichen Gemeinschaft. Dort gestalten Bormuths und die Helfer neben dem Essen und Getränken auch ein feierliches Rahmenprogramm. Es werden Weihnachtslieder gesungen, Instrumente sowie kleine Sketche gespielt. Für die Kinder werden Spiele und Aktionen vorbereitet. Das Café Klingelhöfer und das Café Vetter stellen Torten, Stollen und Plätzchen für das Kuchenbuffet zur Verfügung. Ein kleines Geschenk bekommt auch jeder Gast mit auf den Weg nach Hause, der durch einen Fahrtdienst organisiert ist: Die Kinder erhalten jeweils eine Tüte mit Süßigkeiten, die von Ferrero gespendet wurden, ein Buch und Obst. Die Erwachsenen nehmen eine Lebensmitteltüte mit nach Hause, die mit Hilfe des Tegut-Marktes in Cappel und finanzieller Unterstützung von privaten Spendern zusammen gestellt wurden.

Eines darf im Programm aber nicht fehlen: Die Weihnachtsgeschichte und deren Bedeutung, die Lotte Bormuth an diesem Abend mitteilen will. „‚Fürchtet Euch nicht‘ ist ein Hauptmerkmal von Weihnachten. Das ist eine Botschaft, die für jeden wichtig ist, ob er Christ ist oder nicht. Es lässt sich leichter leben mit einem Freund an seiner Seite. Dieses Gefühl wollen wir an Heiligabend vermitteln“, sagte Lotte Bormuth.

Wer Fragen hat, abgeholt oder nach Hause gebracht werden oder mithelfen möchte, erreicht Lotte Bormuth unter Telefon 06421/41347.

von Andreas Arlt

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