Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

Aktion Ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

Der Friedensweg der Religionen ist durch Marburg gezogen.

Voriger Artikel
"Ich erzähle gerne Geschichten über Menschen"
Nächster Artikel
Winterschlaf für Oldtimer

Monika Bunk, Zweite Vorsitzende der jüdischen Gemeinde (3. von links) und Pfarrerin Katja Simon (rechts daneben) von der Universitätskirchengemeinde gingen mit Banner voran (großes Bild). Im Shambhala-Zentrum zeigte Antonius Pothof den Teilnehmern eine Meditation, die das Herz öffnen soll.Fotos: Freya S. Altmüller

Marburg. Im Shambhala-Zentrum zeigte Antonius Pothof den Teilnehmern des Friedenswegs der Religionen eine Meditation, die das Herz öffnen soll.Bara Atallas Gesicht wird vom Schein ihres Smartphones erhellt. Sie steht im Rohbau der zukünftigen Cafeteria der neuen Moschee, um sie herum lauschen rund 60 Gäste ihren Worten. „Deutschland, seit Jahren öffne ich täglich dein Buch“, liest die Poetry-Slammerin von ihrem Handy. „Mann plus Bart gleich Fundamentalist“, stehe darin wie eine Matheformel.

Unter dem Leitspruch „Nachbarschaft, die Frieden schafft“ trafen sich vergangenen Freitag Anhänger verschiedener Glaubensrichtungen zum Friedensweg des Runden Tischs der Religionen.

Ziel war es, ein Zeichen gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit zu setzen.

„Deutschland, du musst dich in mir wiedererkennen“, liest Atalla. Die Pegida rufe auf ihren Märschen „Wir sind das Volk“, dabei sei auch sie Teil eines Volkes der Menschlichkeit. „Deutschland, ich hoffe, dass du deine bunten Seiten zu deinem Titelbild machst.“

Begonnen hatte der Weg im Rathaus, wo Mitglieder der Bahai-Religion ihre Glaubensrichtung erklärten. „Unser Ziel ist die Einigkeit, der Abbau von Vorurteilen“, sagte William David Herndon, der mit seiner Frau Kelly Ann regelmäßig rund 15 Bahai in seinem Haus empfängt.

„Lass dich nicht von einem Angreifer zum Feind machen“, sagt Anne Schulz anschließend in der Universitätskirche. Auch, wenn vielleicht nicht alle Flüchtlinge in Frieden kämen, dürfe man keine Angst haben. Stattdessen sei es wichtig, bei seiner eigenen Haltung zu bleiben.

„Interreligiöse Angebote sind wichtig, weil der Unfrieden zunimmt“, meint Ulrike Brodbeck, die am Friedensweg zum ersten Mal teilnimmt.

Die Laienpredigerin der evangelisch-methodistischen Kirche in Marburg findet, oft sehe es so aus, als würde Religion zu diesem Unfrieden beitragen. „Wenn Selbstmordattentäter im Namen Allahs auftreten, wird Religion mit gewalttätigen Aktionen in Verbindung gebracht.“ Dabei gehe es eigentlich um andere Machtinteressen.

Von der Moschee geht es weiter zum Shambhala-Zentrum, wo Antonius Pothof den Teilnehmern eine Meditation zeigt, die das Herz öffnen soll. Letzte Station ist die Synagoge, wo Monika Bunk Fragen zum Judentum beantwortet.

von Freya Altmüller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr