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Ein Verein, bei dem alle mitziehen

Festkommers Ein Verein, bei dem alle mitziehen

„Vor fünfzig Jahren trafen sich ein paar Männer, die etwas Großes, Dauerhaftes auf die Beine stellen wollten.“ Dass sie das geschafft haben, da waren sich die etwa 200 Gäste beim Festkommers des SV Bauerbach sicher.

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Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (links) würdigte die Geschichte des Vereins SV Bauerbach, aber auch dessen ersten Vorsitzenden Edmund Euker (rechts): Dieser wurde mit dem historischen Stadtsiegel ausgezeichnet.

Quelle: Alexander Graf

Bauerbach. Christian Ackermann, Moderator der Veranstaltung und selbst Aktiver im Verein, erklärte sogar, der SV Bauerbach sei nicht nur einer von vielen Vereinen in der Marburger Sportlandschaft, sondern ein ganz besonderer.

Mit 500 Mitgliedern sei der Verein heute sehr gut aufgestellt. Dass davon ein Fünftel Jugendliche seien, zeige auch, wie lebendig der Verein sei. Und das sei auch ganz im Sinne der Gründungsmitglieder, so Christian Ackermann. Außerdem könne man stolz darauf sein, dass sich Menschen aus 25 Nationen unter einem Dach zusammengefunden hätten. „Integration über den Sport ist sehr wichtig, deshalb sagen wir hier Nein zu Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass.“

Nach der Begrüßung der zahlreich angereisten Politiker und Sponsoren, zum Beispiel die beiden Bundestagsabgeordneten Stefan Heck (CDU) und Sören Bartol (SPD), sprachen Ehrenpräsident Willi Weitzel und der erste Vorsitzende des Gesamtvereins, Edmund Euker, über ein halbes Jahrhundert SV Bauerbach.

„Wie beim Spiel: Einer muss den Anstoß geben“

„Bei der Gründung war es ähnlich wie bei einem Fußballspiel. Einer muss den Anstoß geben. Aber nur wenn dann viele andere mitziehen, kann man was erreichen“, erzählte Weitzel. Auch Euker lobte das Kollektiv. „Nur wenn viele Menschen mit Herzblut dabei sind und mit Augenmaß an der Zukunft arbeiten, kann so ein Verein funktionieren. Und wir haben viele davon.“ Euker ist selbst seit dem Jahr 2000 der erste Vorsitzende des Gesamtvereins und insgesamt seit über 25 Jahren in unterschiedlichen Bereichen des Sportvereins ehrenamtlich tätig. In diese Zeit fallen unter anderem die Sanierung und der Ausbau des Sportheims sowie die Anlage eines Kunstrasenfeldes.

Für seine Verdienste um den Verein wurde er deshalb von Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) mit dem historischen Stadtsiegel der Stadt Marburg ausgezeichnet. „Es ist mir eine Ehre, Herrn Euker für seine Verdienste heute auszeichnen zu können. Jeder Verein braucht einen Lokomotivführer, der alle mitzieht. Bei vielen Vereinen gehen bei Vorstandswahlen nicht viele Hände hoch, aber hier ist das anders. Und daran hat der Geehrte einen großen Anteil.“

Vaupel lobte in seinem Grußwort allerdings auch alle anderen Vereinsmitglieder. „Nicht nur der Vorstand und die Mannschaft auf dem Platz sind entscheidend, sondern auch die vielen anderen, die erst den Rahmen schaffen, um dies alles zu ermöglichen.“

Der Oberbürgermeister habe sich beim Besuch des Vereinsgeländes immer willkommen gefühlt und den Verein als große Familie mit guter Stimmung empfunden. „Der SV Bauerbach bietet für viele Menschen eine Heimat und ist gleichzeitig ein Hort der Integration, das macht ihn so wichtig für den Ort.“

„Mutige Entscheidungen, die richtig waren“

Landrätin Kirsten Fründt (SPD) stieß bei ihrem Grußwort ins selbe Horn: „Der Vorstand hat in den letzten 50 Jahren viele mutige Entscheidungen getroffen, die richtig waren. Doch so etwas kann man nur machen, wenn die Mitglieder danach auch alle mitziehen.“ Dass das beim SV Bauerbach geklappt habe, sehe man schon daran, dass der Verein einer der Großen im Sportbund Hessen sei, obwohl er aus einem vergleichsweise kleinen Ort komme.

Neben den Reden von Politikern und Funktionären sorgten die Veranstalter mit Musik- und Tanzeinlagen für die Unterhaltung der Gäste. Da war zum einen die Kindertanzgruppe des Vereins, zum anderen stachen die drei Fußballer Felippe Rossi Schmechel sowie Niklas und Hendrik Barthmann hervor, die mit Liedern, unter anderem von den Sportfreunden Stiller und Neil Young, das Publikum unterhielten.

von Alexander Graf

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