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Ein Toter nach Brand

Feuerwehreinsatz Ein Toter nach Brand

Beißender Qualm schlug dem Mitbewohner des Verstorbenen entgegen, als er gegen 22 Uhr nach Hause kam. Er rief sofort die Feuerwehr.

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Das angekokelte Sofa aus der Wohnung des Verstorbenen. 32 Kräfte der Feuerwehr aus Cappel, Ockerhasuen und Marburg-Mitte waren am Dienstag-Abend im Einsatz.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Bei einem Schwelbrand in einem Mehrfamilienhaus auf dem „Tannenberg“ in der Anne-Frank-Straße ist am Dienstagabend ein 47 Jahre alter Mann ums Leben gekommen. 10 weitere Bewohner des Hauses wurden vorsorglich auf eine Rauchgasvergiftung untersucht, blieben jedoch unverletzt. Laut Polizei war der Mitbewohner des Verstorbenen gegen 21.55 Uhr mit zwei Freunden nach Hause gekommen. 

Bereits an der Wohnungstür sei dem Trio dichter, beißender Qualm entgegengeschlagen. Dadurch sei ein Betreten der Wohnung unmöglich gewesen. Der Mitbewohner verständigte die Feuerwehr. Die Kräfte der Feuerwehr Ockershausen waren als erste an Ort und Stelle und drangen unter Atemschutz in das Wohnhaus vor. Den 47-Jährigen konnten sie jedoch nur noch tot bergen. In der Folge löschten die Feuerwehrleute ein schwelendes Sofa sowie einen brennenden Wohnzimmertisch und beförderten die Möbel aus dem Fenster.

„Das Feuer ist wohl im Wohnzimmer entstanden“, erläuterte Carmen Werner, die Leiterin der Marburger Feuerwehr. Der Brand sei sehr schnell unter Kontrolle gewesen. Vorsorglich habe man die weiteren Wohnungen ebenfalls auf Brandgase kontrolliert. „Dort haben wir jedoch nichts festgestellt“, sagte Werner. „Bei der weiteren Kontrolle haben wir eine erhöhte Menge an Kohlenmonoxid auf dem Dachboden festgestellt“, erläuterte Werner. Die Werte des Gases hätten „im 600-er Bereich“ gelegen – und somit 20-fach höher als erlaubt. „Nachweislich ist das Gas also durch die Decke auf den Dachboden gestiegen. Und somit bestand auch die Gefahr, dass es sich über den Dachboden in die weiteren Wohnungen verteilt.“

Denn der Dachboden des etwa 50 Meter langen, eingeschossigen Hauses zieht sich komplett über das gesamte Gebäude. „Also haben wir Drucklüfter eingesetzt, um die Brandgase zu entfernen“, sagte Werner. Zum Einsatz kamen lediglich elektrisch betriebene Lüfter, „damit wir nicht noch mehr Gase in das Haus blasen.“ Das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte Werner. „In den einzelnen Wohnungen haben wir keine erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration feststellen können.“

Der leitende Notarzt untersuchte während der Löscharbeiten und der nachfolgenden Schadstoff-Messungen die weiteren Bewohner des Hauses, die jedoch unbelastet waren.Die 31 Kräfte der Wehren aus Ockershausen, Cappel und Marburg-Mitte waren bis etwa 1 Uhr im Einsatz. Danach konnten die Bewohner zurück in ihre Wohnungen.

Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden vorläufig auf rund 50 000 Euro. Die Brandursachenermittler haben die Arbeit aufgenommen. Die Brandursache steht jedoch bisher ebenso wenig fest wie die Todesursache. „Ergebnisse erwarten wir frühestens am Montag“, teilte Polizeisprecher Martin Ahlich mit. Der Verstorbene werde obduziert, die Brandwohnung sei versiegelt.

von  Andreas Schmidt

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