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"Ein Teil von Marburg“ oder „einfach nur niveaulos“?

Stadtrallyes "Ein Teil von Marburg“ oder „einfach nur niveaulos“?

Für die einen sind sie „ein Teil von Marburg“, für die anderen „einfach nur niveaulos“: Die Stadtrallyes der Marburger Erstsemestler. Das Resümee der Anwohner fällt in diesem Jahr jedoch überwiegend positiv aus.

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Während der Orientierungswoche der Erstsemestler lassen sich viele solcher Szenen, wie diese aus dem vergangenen Jahr, in der Marburger Oberstadt beobachten. Nicht jeder kann darüber schmunzeln.

Quelle: Tobias Hirsch (Archiv)

Marburg. Kopfschüttelnd läuft Jutta Elwert-Ziegler über den Marktplatz. „Ich finde es fürchterlich, einfach nur fürchterlich“, sagt sie und zeigt auf eine Gruppe junger Studenten, die am Marktbrunnen steht. Sie versuchen, mehrere Dosen Haarspray bei Geschäften und Passanten in andere nützliche Gegenständen einzutauschen – eine Aufgabe, die sie von Mitgliedern ihrer Fachschaft bekommen haben, um bei der Stadtrallye möglichst viele Punkte zu sammeln. Ab und zu nippen sie an Bierflaschen.

Nicole Johnson (43) wirft den Erstsemestlern ein Lächeln zu. Die gebürtige Kanadierin, die seit fünf Jahren in der Marburger Innenstadt wohnt, nimmt es gelassen: „Es ist ein Teil von Marburg und gehört zum Studium einfach dazu.“ Ein anderer Oberstadt-Bewohner, der namentlich nicht erwähnt werden möchte, sieht das ähnlich: „Ich freue mich, dass hier endlich mal wieder etwas los ist.“ Dass sich die jungen Leute die Zeit nehmen, um noch ein bisschen zu feiern, bevor das Lernen losgeht, findet er richtig.

Jutta Elwert-Ziegler ist da anderer Meinung: „Sie benehmen sich wie kleine Kinder. Jedes Jahr liegen überall leere Flaschen herum, unser Treppenhaus wird vollgekotzt. Letztes Jahr kam mir hier in der Oberstadt am helllichten Tag eine Gruppe nackter Studenten entgegen. Das ist einfach nur niveaulos“, ärgert sich die 64-Jährige.

Asta: "Bei uns sind keine Beschwerden eingegangen"

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Beschwerden (die OP berichtete). Anwohner der Oberstadt fühlten sich durch den Lärm belästigt. In diesem Jahr ist das anders. „Es ist viel besser gelaufen als in den anderen Jahren“, resümiert Christopher Moss vom Ortsbeirat Oberstadt, der sich während der diesjährigen Stadtrallyes in der Nachbarschaft umgesehen und mit Anwohnern gesprochen hat. „Keine Ausziehspiele, keine Bierkästen, die herumstanden – die Apelle vom Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) und der Unileitung scheinen gewirkt zu haben“, freut er sich. Er würde sich wünschen, wenn diese Rücksichtnahme auch während des Semesters anhält.  

„Bei uns sind keine Beschwerden eingegangen. Nicht in diesem Jahr und auch nicht im letzten Jahr“, gibt auch Christine Möller vom Asta auf OP-Anfrage an. Die Situation habe sich in den vergangenen Jahren gebessert. Diesen Kurs wolle man beibehalten. Bei regelmäßigen Treffen mit Vertretern des Ordnungsamtes, der Uni und den Fachschaften tausche man sich über die Erwartungen der Orientierungswochen aus. „Die Fachbereiche bemühen sich, dass die Stadtrallyes so reibungslos wie möglich verlaufen“, versichert  Möller. Dies solle auch in Zukunft so bleiben.

von Ruth Korte

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