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Ein Teil der gelebten ortsnahen Justiz

Ortsgerichtsvorsteher und -schöffen Ein Teil der gelebten ortsnahen Justiz

Andreas Steih-Winkler 
ist vom Direktor am 
Amtsgericht Marburg, 
Cai Adrian Boesken, für zehn Jahre zum Ortsgerichtsvorsteher in 
Wehrda ernannt worden.

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Der neue Wehrdaer Ortsgerichtsvorsteher Andreas Steih-Winkler (von links), Ortsgerichtsschöffin Hildegard Gitzel, Amtsgerichtsdirektor Cai Adrian Boesken und Ortsgerichtsschöffe Uwe Buckler.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Vorangegangen war ein entsprechender Vorschlag der Stadtverordnetenversammlung. Zugleich ernannte Boesken Hildegard Gitzel und Uwe Buckler zu Ortsgerichtsschöffen des Ortsgerichts Marburg VI.

Steih-Winkler war seit zehn Jahren bereits stellvertretender Ortsgerichtsvorsteher in Wehrda. Der bisherige Amtsinhaber Werner Meinekat war aus Marburg verzogen, hatte das Amt aber weitergeführt, war jedoch dadurch nicht mehr gut erreichbar.

Regelmäßige Sprechstunde im Bürgerhaus

„Ich habe gehört, dass es deswegen Probleme gab. Ich bin kommunalpolitisch tätig sowie im Geschichts- und Kulturverein Wehrda. Ich möchte noch mehr Kontakt zu den Ortsansässigen suchen und helfen, damit die Menschen fußläufig ihre Angelegenheiten regeln können. Ich hatte relativ wenige Kontakte mit meinem Vorgänger, er hat alles recht selbstständig erledigt. Das will ich ändern und mehr Kontakt mit den Schöffen pflegen“, betonte der 55-jährige Steih-Winkler.

Mit der jetzigen Organisation des Ortsgerichts sei man sehr unzufrieden gewesen. Demnächst soll es regelmäßige Sprechstunden im Bürgerhaus geben. Bis dahin ist er donnerstags von 16 bis 18 Uhr zu Hause, Unter dem Gedankenspiel 54, Telefon 06421 / 32837, erreichbar.

Die 80-jährige Hildegard Gitzel, seit Jahrzehnten ebenfalls in der SPD parteipolitisch tätig sowie in der Kirche und Behindertenarbeit, möchte ebenfalls den Menschen auf dieser Ebene helfen können. Der 54-jährige Uwe Buckler berichtete, für die CDU kommunalpolitisch tätig zu sein, in der Behindertenarbeit und der Personalvertretung an seinem Arbeitsplatz sowie als stellvertretender Vorsitzender des Fußballvereins Wehrda. Sie folgen dem ausgeschiedenen Werner Meinekat und der verstorbenen Ursula Lehnert nach.

Hans Werner Ludwig zum Ehrenbeamten ernannt

Der Amtsgerichtsdirektor begrüßte es, dass der neue Ortsgerichtsvorsteher die Zusammenarbeit mit den vier Schöffen vorantreiben wolle. Die Ortsgerichte, die es in Hessen als einzigem Bundesland gebe, seien ein Teil der gelebten ortsnahen Justiz.

Hans Werner Ludwig beim Schwur auf das Grundgesetz. Foto: Schubert

Quelle:

Des Weiteren nahm Boesken die Ernennung von Hans Werner Ludwig zum Ehrenbeamten vor. Dieser ist neuer Ortsgerichtsschöffe und stellvertretender Ortsgerichtsvorsteher im Ortsgericht Marburg IV, das Bauerbach, Ginseldorf, Moischt und Schröck umfasst.

Der 69-jährige Ludwig, der in Moischt lebt, hat bereits einige Auszeichnungen für sein umfangreiches ehrenamtliches Engagement, unter anderem im Gesangverein, Jagdvorstand, Kirchenvorstand, Sportverein und 43 Jahre als Feuerwehrmann erhalten und verweigerte sich auch nicht, als er gefragt wurde, weil man einen neuen stellvertretenden Ortsgerichtsvorsteher brauchte.

 
Hintergrund
In Marburg gibt es 16 Ortsgerichte mit je 5 Mitgliedern. Hauptaufgaben sind Beglaubigungen von Unterschriften und Abschriften, beispielsweise bei Eintragungen ins Grundbuch oder in Vereinsangelegenheiten. Dazu kommt die Erteilung von Sterbefallanzeigen an das Amtsgericht sowie die Sicherung des Nachlasses, wenn die Erben unbekannt sind oder ungewiss ist, ob diese die Erbschaft angenommen haben. Zu den aufwendigsten Tätigkeiten des Ortsgerichts gehören Schätzungen von Grundstücken und Gebäuden.
 
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