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Ein „TÜV-Prüfer“ an der Spitze des „Ärzte-Konsulats“

Ärztekammer Ein „TÜV-Prüfer“ an der Spitze des „Ärzte-Konsulats“

Die Bezirksärztekammer hat einen „Neuen“ - aber der Nachfolger des Vorsitzenden Dr. Klaus Uffelmann ist in der Verbandspolitik bei weitem kein Unbekannter.

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Dr. Paul Otto Nowak an seinem neuen Marburger Arbeitsplatz, im Büro der Bezirksärztekammer.Foto: Michael Agricola

Marburg. Die Delegiertenversammlung der hessischen Ärztekammer bestätigte Ende August erwartungsgemäß den Nachfolge-Vorschlag aus dem Bezirk (die OP berichtete). Seither steht der Frankenberger Arbeitsmediziner Dr. Paul Otto Nowak - zunächst bis 2018 - der Bezirksärztekammer mit Sitz in Marburg vor.

Der 56-Jährige Vertreter des Marburger Bundes (MB) begann seine Karriere als Internist in Krankenhäusern im nördlichen Nachbarkreis. Heute arbeitet er als Arbeitsmediziner für verschiedene Unternehmen in der Region, zum Beispiel für die Burgwalder Bäckerei Müller. Und Nowak liebt Vergleiche, die veranschaulichen was er tut: „Die Arbeitsmediziner sind der TÜV, die Allgemeinmediziner sind die Werkstatt“, sagt der Ehemann einer Frankenberger Hausärztin zum Beispiel schmunzelnd. Und fühlt sich wohl in seinem Job, „in dem ich schon in viele Berufe reinschnuppern durfte, die ich nie selbst ausüben wollte“. Als Arbeitsmediziner lerne man viel über das „wahre Arbeitsleben“ mit allem „Lärm, Hitze, Qualm oder Dämpfen“, denen seine Gegenüber an ihren Arbeitsplätzen bisweilen ausgesetzt seien.

Auch die berufspolitische Arbeit ist ihm seit langem vertraut: Dr. Nowak ist seit seinem Studium Mitglied im Marburger Bund, der angestellte und beamtete Ärzte in Deutschland vertritt. Bis 2003 war er Mitglied im MB-Landesvorstand, seitdem arbeitet er im Arbeitskreis Notfallmedizin des Bundesverbandes des MB mit.

Dr. Nowak ist überzeugt: „Das direkte Gespräch hilft“

Auch in der Ärztekammer ist er seit vielen Jahren aktiv: als Delegierter der Bezirksärztekammer Marburg und der Landesärztekammer seit 1994. Von 1996 bis 2008 saß er für den Marburger Bund im Präsidium der Landesärztekammer. Seit 1997 ist er Delegierter beim Deutschen Ärztetag. Das alles sind Ehrenämter mit nicht unbeträchtlichem Reiseaufwand. Deshalb freue er sich nicht nur auf eine reizvolle neue Aufgabe im Bezirk, sondern auch über etwas kürzere Wege, verrät Nowak.

Inhaltlich will er das fortsetzen, was sein Vorgänger stets als vorrangig gesehen hat: Angelegenheiten und Probleme, die zwischen Ärzten, Patienten und Apothekern manchmal auftreten, möglichst im direkten Gespräch - „auf dem kleinen Dienstweg“ - erledigen. „Was man persönlich anspricht, läuft meist besser“, weiß auch der Frankenberger Mediziner. Ansonsten wolle er auf der Arbeit seines Vorgängers aufbauen. Dr. Uffelmann habe den Laden schließlich in den vergangenen Jahrzehnten gut „in Schuss gehalten“ und sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass der Kammerstandort mit der Geschäftsstelle in Marburg erhalten blieb. Das ist auch sein oberstes Ziel, „es ist wichtig, dass wir in der Fläche präsent sind“. Ein wenig sei man dank der dezentralen Struktur ja „wie ein Konsulat im Ausland“ - der verlängerte Arm der Landesärztekammer in Frankfurt. Nowak würde den Marburger Standort gern weiter entwickeln und zusätzliche Aufgaben übernehmen. Doch das ist Zukunftsmusik.

Manches lässt sich auchvon zu Hause aus erledigen

Im ersten Schritt will Nowak die Arbeit der Bezirksärztekammer ein wenig „modernisieren“. Auf das eingespielte Team in der Marburger Geschäftsstelle könne er sich in der täglichen Arbeit verlassen. Die heutigen Kommunikationsmittel machten aber nicht unbedingt die ständige Anwesenheit in Marburg erforderlich, vieles lasse sich sicherlich auch effizient über das „Home Office“ abwickeln, glaubt Nowak. Sein Laptop gehört für den an verschiedenen Unternehmensstandorten tätigen Arbeitsmediziner ohnehin längst zur Ausrüstung dazu.

In der Freizeit fasziniert ihn - im Gegensatz zu seinem Vorgänger Klaus Uffelmann, der sein Herz an Oldtimer-Autos verloren hat -, eher die Fliegerei. Am Flugschein arbeitet er noch. Ansonsten steht in der Freizeit die Familie im Vordergrund, etwa beim Radfahren mit den beiden Kindern (7 und 10 Jahre).

von Michael Agricola

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