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Ein Stammtisch zur schönsten Nebensache der Welt

OP-Serie: Unser Stammtisch Ein Stammtisch zur schönsten Nebensache der Welt

Beim Thema Fußball wird so mancher gern zum Sprüche-Klopfer und ewigen Besserwisser. Dass diese Klischees nicht immer zutreffen müssen, zeigt der Internationale Fußball-Stammtisch Marburg.

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Prost zusammen: Udo Hormel (von links), Helmut Günther, Manfred Heuser, Norbert Meier, Stefan Völker und Jürgen Fröhlich stoßen im Vereinsheim „Hannes“ in Weidenhausen beim außerordentlichen Treffen am Donnerstagabend an.

Quelle: Lisa-Martina Klein

Marburg. Es geht um die ganz Großen der Fußball-Welt. Um Mannschaften wie Real Madrid oder den FC Chelsea. Um Traditionsvereine der Bundesliga, solche wie Eintracht Frankfurt oder Schalke 04. Aber auch die kleinen, heimischen Teams sind immer wieder Thema: Der Internationale Fußballstammtisch Marburg diskutiert und analysiert sie alle.

Jeden Sonntag, pünktlich um 10.30 Uhr finden sich die sechs selbsternannten Fußball-Experten im Weidenhäuser Vereinslokal „Hannes“ ein um das nationale und internationale Fußballgeschehen der Woche Revue passieren zu lassen. Die Spiele schauen sie jedoch meist getrennt voneinander – „ist vielleicht manchmal besser so“, sagt Norbert Meier. Zum Beispiel dann, wenn der FC Chelsea die Schalker mit 5:0 vom Platz fegt, wie vor ein paar Wochen in der Champions League geschehen.

Die Diskussionen nach solchen besonderen Spielen bleiben aber trotz der Emotionen immer sachlich und fair, versichert Meier. Müssen sie auch, denn die Herzen der sechs Mitglieder schlagen insgesamt für zehn verschiedene nationale und internationale Vereine. Sicherlich eine Besonderheit: Der FC Bayern München ist nicht darunter.

Akribische Buchführung der ehemaligen Kicker

Sonntagvormittag ist vielleicht nicht unbedingt die Zeit fürs erste Bier. Aber Bier und Fußballstammtisch gehört doch irgendwie zusammen – oder etwa nicht? „Egal was gerade los ist, unser Motto ist ‚Kein Bier vor Vier‘“, stellt Helmut Günther klar. „Und auch danach geht es in Maßen zu“, fügt Jürgen Fröhlich hinzu. Aber gilt das auch für die gemeinsamen Ausflüge zu den Auswärtsspielen? „Auch da!“ klingt es unisono.

Und überhaupt: „Es geht auch gar nicht immer nur um Fußball. Wenn wir übers Wochenende zu Auswärtsspielen zum Beispiel nach Augsburg, Berlin, Rostock oder Stuttgart fahren, dann ist das immer verbunden mit einem Kulturprogramm“, erzählt Günther. Gegründet wurde der internationale Fußball-Stammtisch Marburg am 17. März 2002. So verrät es das Vereinsbuch, das Hormel akribisch führt. „Hier wird alles festgehalten und protokolliert, hier tragen wir unser Tippspiel aus und kleben Eintrittskarten, Fotos und Zeitungsartikel ein“, erklärt Hormel.

„Nachdem einer nach dem anderen die Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte, entstand der Stammtisch“, sagt Hormel und Manfred „Piefke“ Heuser fügt hinzu: „Teilweise kennen wir uns schon seit über 50 Jahren, gingen gemeinsam zur Schule.“ Alle sind in Marburg verwurzelt, daher ist ihnen der Zusatz Marburg im Titel auch so wichtig. Zu den sieben „festen“ kamen später noch vier Mitglieder in „Reserve“, die später aber in den Stammtisch mit aufgenommen wurden.

Damit war die „Elf“ vollzählig. Inzwischen sind vier Mitglieder verstorben, der letzte Todesfall liegt erst wenige Monate zurück. Ende August verstarb Lothar Frank. „Beppie war unser Oberhaupt und wir sind immer noch traurig über den Verlust. Er war das Herz und die Seele des Stammtisches“, blickt Fröhlich zurück. Und wenn nun die Gläser klirren, kommt es vor, dass der ein oder andere „Stammtischbruder“ den Blick nach oben wandern lässt, um dem Freund zuzuprosten.

von Lisa-Martina Klein

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