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Ein Sparkassen-Antrag „für die Tonne“

Kreistag Ein Sparkassen-Antrag „für die Tonne“

Nicht durchsetzen konnten sich die Linken mit ihrem Resolutionsantrag zur geplanten Reduzierung der bisher 67 Sparkassen-Standorte im Landkreis auf 53.

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Der Kreistag beriet am Freitag über drei verschiedene Anträge zur Sparkasse.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Demnach sollte der Kreistag den Verwaltungsrat auffordern, den Beschluss zurückzunehmen. Zudem sollte der Vorstand der Sparkasse aufgefordert werden, ein Konzept zu entwickeln, um das Serviceangebot der Sparkasse in den Städten und Gemeinden auszuweiten und zu verbessern.

Bei der Erläuterung des Antrags befand der Linken-Abgeordnete Bernd Hannemann zugleich, der von der großen Koalition zu diesem gestellte Änderungsantrag sei „für die Tonne“ und forderte die Menschen im Landkreis auf, es den Eltern in Marburg, die gegen die Kindergarten-Gebührenerhöhung kämpften, gleichzutun und für den Erhalt der Filialen auf die Straße zu gehen.

Der von SPD und CDU eingebrachte Änderungsantrag stellt dagegen die Pläne der Sparkasse nicht infrage. „Der Vorstand der Sparkasse Marburg-Biedenkopf wird aufgefordert, zu prüfen, inwieweit trotz der notwendigen Reduzierung der Anzahl von Filialen der Service in der Fläche erhalten werden kann“, heißt es darin.

Klaus-Dieter Engel (SPD): "Erste Wolken" zogen bereits 2015 auf

Konkret möge der Vorstand prüfen, ob die Sparkasse das bestehende Serviceangebot, Kunden zu Hause zu beraten, besser bekannt machen könne. Und ob mobile Geldautomaten und / oder einen Sparkassenbus infrage kämen, um den Landkreis weiterhin vollständig abzudecken. Außerdem schlägt die Koalition der Sparkasse vor, sie möge gemeinsame Geldautomaten mit Volks- und Raiffeisenbanken betreiben.

Klaus-Dieter Engel (SPD) verwies darauf, dass bereits im Sparkassen-Geschäftsbericht des Jahres 2015 „erste Wolken aufzogen“. Vom Gewinn würden mit rund sechs Millionen Euro jährlich unter anderem Vereine und Kultur unterstützt. „Diese Förderung steht bald zur Disposition, wenn nicht gegengesteuert wird. Mit dem Änderungsantrag wollen wir auch die Folgen für ältere Menschen mildern. Wir hätten uns im Vorfeld eine bessere Kommunikation zwischen Sparkassenvorstand und Kommunen gewünscht“, sagte er. CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Waßmuth betonte, die Sparkasse sei eine der schlagkräftigsten Banken in Hessen und Thüringen, was nicht bedeutenden müsse, dass das bisher vorbildliche Netz für alle Zukunft beibehalten werden könne. Um nicht vom Markt verdrängt zu werden, müsse sie jetzt handeln, der Antrag der Linken gehe völlig an den wirtschaftlichen Notwendigkeiten vorbei.

Die Grünen hatten ebenfalls einen Änderungsantrag eingereicht, der etwas weitgehender war und eine Schließung der Filialen in Abstimmung mit den Kommunen erst bei Vorhandensein von Alternativen forderte. Dem schloss sich die FDP an. Zugleich verwies er darauf, dass die Sparkasse Marburg-Biedenkopf die bestgeführte Hessens sei, laut einem Zeitungs-Bericht habe sie allein ein Viertel der von diesen insgesamt ausgeschütteten Gewinne beigetragen. „Die Linke hat mehr gefordert, das ist Populismus“, fand er. Der Änderungsantrag der großen Koalition wurde mit den Stimmen von SPD, CDU und AfD angenommen, alle anderen Parteien votierten dagegen.

von Manfred Schubert

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