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Ein "Schlaraffenland" für Marburgs Kinder

Ferienspiele im Stadtwald Ein "Schlaraffenland" für Marburgs Kinder

„Jedes Kind ist ein Erfinder“ und „Bunte Wasserwelten“ waren die beiden Themenschwerpunkte der Ferienspiele, die Ende Juli begannen.

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Bürgermeister Franz Kahle arbeitet mit zwei Mädchen am Lehmtisch – unter der Aufsicht von Betreuerin Svenja Heinrich.Foto: Kaiser

Marburg. Wenn sich auf dem „Freizeitgelände Stadtwald“ 100 Kinder auf einer großen Fläche so richtig austoben, kann es sich nur um die jährlichen Marburger Ferienspiele handeln, die zum 43. Mal stattfinden. Am Dienstag besuchte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) das Gelände, und machte sich bei einem Rundgang ein Bild über das kunterbunte Treiben der sechs- bis zehnjährigen Jungen und Mädchen. Die Ferienspiele begannen am 28. Juli und enden am Freitag.

Bürgermeister Kahle erklärte: „Die Ferienspiele im Stadtwald bilden unser größtes zusammenhängendes Ferienangebot in der Universitätsstadt Marburg. Gerade bei den Ferienspielen ist dem Magistrat sehr wichtig, dass wir mit der Ferienbetreuung den Familien ein sehr verlässliches Angebot machen können, das gut vereinbar mit dem Beruf ist.“

Das fünf Hektar große Gelände ist mit Freizeitangeboten übersät: unter anderem Fußball- und Volleyballplatz, Klettergerüste und Baumhäuser - ein wahres „Schlaraffenland“ für Kinder.

Doch nicht nur für diejenigen, die sich am liebsten mit Ballspielen oder Klettern die Zeit vertreiben, gibt es viele Möglichkeiten. An Basteltischen kann unter anderem mit Lehm gearbeitet und können Teelichtgläser hergestellt werden - getreu dem Konzept „Jedes Kind ist ein Erfinder“, eines von zwei Themen, unter denen die Ferienspiele 2014 stattfinden.

Auch Batik wird angeboten. Es handelt sich dabei um ein traditionelles Textilfärbeverfahren, das seinen Ursprung auf den indonesischen Inseln hat. Dabei werden Kleidungsstücke mit Wachs bemalt und anschließend in ein Farbbad getaucht. Das Ergebnis ist ein zunächst nasses, aber farbenfrohes Muster. Für Bürgermeister Kahle lohnte sich der Besuch der Ferienspiele: Ihm wurde vom zehnjährigen Samuel aus Marburg ein T-Shirt geschenkt.

Die Batik-Arbeiten zählen zu „Bunte Wasserwelten“, dem zweiten Thema der Ferienspiele. Dazu gehört auch der Besuch im „Aquamar“.

Drei Jungen salutieren vor den Gästen

Während des Rundgangs sieht der Besucher auf dem weitläufigen Areal immer wieder Kinder, die lachend durch die Gegend rennen, klettern oder auf andere Weise Spaß haben. Plötzlich tauchen drei strahlende Jungen am Wegrand auf und salutieren der Gruppe um Bürgermeister Kahle: Felix, Gerrit und Maximilian. „Uns macht es eigentlich sehr viel Spaß hier. Es gibt viel zu entdecken. Aber dieses Kleider bemalen, das fand ich irgendwie blöd“, sagt Maximilian. „Außerdem dürfen wir nicht auf das ganz große Klettergerüst“, fügt Felix ein wenig niedergeschlagen hinzu. Nicht alle Freizeitangebote dürfen von den Sechs- bis Zehnjährigen genutzt werden. Sicherheit hat Vorrang.

Ob schon mal jemand verloren gegangen ist oder sich ernsthaft verletzt hat? „Nein, das Gelände ist eingezäunt und die Kinder sind auch nie alleine unterwegs, sondern entweder mit ihren Kindergruppenleitern oder mit Spielgefährten. Das Arbeiten mit den Kindern macht allen Betreuern riesigen Spaß und ist gute Berufserfahrung“, sagt der 22-jährige Max Michaelis-Braun. Er ist einer von 24 Gruppenleitern, die Aufsicht und Ansprechpartner für die Kinder sind. Vorwiegend handelt es sich bei den Betreuern um Studenten der Erziehungswissenschaften an der Philipps-Universität.

In diesem Jahr nahmen insgesamt 230 Kinder an den Ferienspielen teil. Dabei halten sich die Jungen und Mädchen an den Wochentagen von 9 bis 16.30 Uhr im Stadtwald auf.

So werden in den Schulferien berufstätige Eltern entlastet, die zudem wissen, dass ihr Nachwuchs ein verlässliches und pädagogisch wertvolles Programm genießt.

von Benjamin Kaiser

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