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Ein Roboter, der Eier bemalt

Tobias Werner fertigt einen „Eggbot“ Ein Roboter, der Eier bemalt

Der eine bastelt gerne, der andere malt gerne, wieder einer spielt in seiner Freizeit gerne Fußball. Tobias Werner aus Cyriaxweimar baut gerne computergesteuerte Maschinen, zum Beispiel einen Roboter, der Eier bemalt.

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Cyriaxweimar. „Sssssssssss“ – mit einem leisen Surren saust der Stift über das Ei. Hin und her flitzt der Marker und hinterlässt eine feine Spur aus Farbe, während sich das Ei immer im Kreis dreht. Gut fünf bis sechs Minuten später ist ein Bild zu erkennen: die Skyline von New York inklusive eines blauen Himmels. Die Maschine hört auf zu surren, das Ei hört auf zu rotieren. „Fertig“, sagt Tobias Werner und schaut stolz auf sein Konstrukt.

Ein Eggbot ist es, was da in der Ecke auf dem Schreibtisch in Werners Arbeitszimmer im Marburger Stadtteil Cyriaxweimar steht und surrend Eier bemalt. „Egg“ für Ei, „bot“ von Roboter. „Kurz gesagt, ist es eine Maschine, die computergesteuert Eier bemalen kann“, erklärt der Maschinenbauingenieur und grinst. In der Fachsprache ist der Eggbot ein OpenSource-Kunstroboter, mit dem sich kugelförmige Objekte automatisiert bemalen lassen.

„Ich bin schon irgendwie ein Technikfreak und finde es total interessant, Dinge zu konstruieren und dann auch selbst herzustellen“, erklärt der 32-Jährige, der in einem Stadtallendorfer Industriebetrieb arbeitet. Als er vor Kurzem im Internet ein Video des Eggbot sieht, steht schnell der Entschluss fest, selbst einen eierbemalenden Roboter zu bauen. „Das passt doch wunderbar so kurz vor Ostern“, sagt der gebürtige Herborner.

Den passenden Bausatz gibt es in Form von detaillierten Konstruktionszeichnungen zum Herunterladen im Internet. Die jeweiligen Teile druckt der Technikfan mittels seines 3-D-Druckers aus Kunststoff im Arbeitszimmer direkt selbst aus. „Das Drucken hat schon ziemlich viel Zeit in Anspruch genommen. Zusammengeschraubt hatte ich die Einzelteile nachher in eineinhalb Stunden“, erklärt er.

Als Stift wird ein einfacher Permanent-Marker in die Maschine eingespannt. Die Farbwahl liegt dabei in der Hand des Bastlers. Die Muster für die Eier holt Werner sich als fertige Dateien aus dem Internet. „Der Eggbot ist über einen USB-Anschluss mit meinem PC verbunden. Strom für die Maschine kommt von einem Netzteil“, beschreibt er die Funktionsweise.

Lego-Technik weckt Faszination

Über eine passende Software, die ebenfalls mit frei zugänglichem Quellcode erhältlich ist, kann Werner die Muster an den Eggbot weitergeben. Dieser beginnt mit dem Klick auf „Start“ leise zu surren und den Stift über das Ei zu bewegen.

Doch wie kommt man eigentlich auf die Idee, eine solche Maschine zu bauen? „Ich habe schon als Kind gerne gebastelt und mit Lego und Lego-Technik gebaut“, antwortet Tobias Werner. Daraus entstand der Wunsch auch beruflich etwas in dieser Richtung zu machen.

Es folgte ein Maschinenbaustudium und die Arbeit als Ingenieur und Konstrukteur. „Arbeit und Hobby passen bei mir einfach gut zusammen. Es macht mir Spaß, eine Maschine zusammenzubauen und sie dann im Einsatz zu sehen“, sagt er.

Konstrukte für den Alltag

Bei all der Bastelei wird auch ganz nebenbei das ein oder andere Bauteil optimiert – zum Beispiel am 3-D-Drucker, der seit gut eineinhalb Jahren im Arbeitszimmer des 32-Jährigen steht. Und wenn im Haushalt etwas kaputt geht oder fehlt, ist das für Werner eher eine Herausforderung als ein Problem.

„Ich habe schon alle möglichen Alltagsgegenstände konstruiert und dann gedruckt“, berichtet er: So entstanden unter anderem Handtuchhaken, eine Handyhalterung fürs Fahrrad, Stiftehalter, Eierbecher und eben der Eggbot. Und der surrt schon wieder los: „Sssssssssssss.“

von Katharina Kaufmann-Hirsch

 
Der Eggbot fertigt innerhalb von wenigen Minuten aus normalen Eiern bunte Ostereier. Fotos: Katharina Kaufmann-Hirsch
 
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