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Ein Platz für die kleinen Ewigkeiten

Serie: Saisongarten Ein Platz für die kleinen Ewigkeiten

In jedem Garten gibt es mindestens einen Lieblingsplatz, einen Rückzugsort, an dem man stundenlang bleiben kann. So wird es besonders heimelig.

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Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich auch eine größere Laube nach ganz individuellen Vorstellungen bauen, wie diese aus naturbelassenen Stämmen und Ästen.

Quelle: Frank Rademacher

Marburg. Der Rasen ist gemäht, die Blumen sind gegossen und bis zum Abendessen dauert es noch ein halbes Stündchen. Zeit, sich noch einmal in die Laube zu setzen, die Füße hoch auf die Bank zu legen und mit einem Blick durch den großen Jostabeerenstrauch den Mückenschwarm zu beobachten, der über dem kleinen Kräuterbeet tanzt.

Was macht einen Lieblingsplatz im Garten aus? Lässt er sich gar planen? Mindestens in Teilen ganz bestimmt – dazu kommen freilich noch saisonale Lieblingsplätze wie im Juli die Japanische Weinbeere, der Kirschenbaum drei Wochen zuvor oder aber das Gewächshaus im April mit den keimenden Aussaaten und im August mit den ersten reifen Tomaten.

Als Sichtschutz bietet sich eine Hecke aus Beerensträuchern an

Ein richtiger Lieblingsplatz verlangt nach einer Sitzgelegenheit. Niemand will eine Stunde nichtstuend rumstehen, im Sitzen lässt sich das schon leichter aushalten. Der Klassiker ist dafür eine Bank, die mindestens für Zwei Platz bietet. In steinerner Form kann sie das ganze Jahr an Ort und Stelle bleiben, hat aber den Nachteil, dass sie ohne ein Kissen häufig etwas zu kalt zum Sitzen ist. Also doch besser aus Holz, das die Körperwärme aufnimmt und zurückgibt.

Auf dem Präsentierteller möchten wir aber auch nicht sitzen, weshalb unser Lieblingsplatz so etwas wie einen Sichtschutz bieten muss, zugleich aber auch eine gute Aussicht gewährt. Das lässt sich zum
einen durch eine höhere Lage oder aber durch eine lichte Hecke hin zur Straße ermöglichen. Für eine solche Hecke bieten sich Beerensträucher ebenso an wie alle rankenden, mehrjährigen Pflanzen. Wer beides miteinander vereinen möchte, könnte etwa Wein oder Kiwi wählen.

Ein Dach aus Brettern, Blättern oder Segeltuch

Den rankenden Pflanzen müssen wir so etwas wie ein Gerüst zur Verfügung stellen, das ihnen Halt bietet. Das kann ein großmaschiges Drahtgeflecht sein, das auch in unberanktem Zustand nicht so stark auffällt.
Sitzgelegenheit und Sichtschutz sind vorhanden, da wäre eine Möglichkeit, die Teetasse oder das Weinglas abzustellen, nicht schlecht. Bietet der Lieblingsplatz für drei oder mehr Personen Platz, sollte ein Tisch nicht fehlen – zumal dann auch die Möglichkeit besteht, das sonntägliche Kaffeetrinken hier stattfinden zu lassen.

Zum Glück fehlt jetzt nur noch ein Dach über dem Kopf. Das kann wie bei einer Laube wirklich geschlossen sein oder aber einen eher natürlichen Charakter besitzen, also etwa in Form der ausladenden Äste einer
mächtigen Eiche. Auch eine  offene Laube wäre denkbar, bei der sich Wein- und Rosenstöcke mit ihren Ranken und Trieben zu einem „Dach“ vereinen. Eine Option ist auch ein großes Segeltuch, das nur in den warmen Monaten unseren Sitzplatz überspannt.

Frühstück schmeckt an der frischen Luft nochmal so gut

Wer auf Dauer einen solchen Platz der Geselligkeit schaffen möchte, der regelmäßig für ein Essen mit Freunden genutzt werden soll, darf einen größeren Aufwand betreiben und
etwas mehr investieren. Damit das verabredete Laubenfrühstück nicht buchstäblich ins Wasser des Sommergewitters fällt, muss das Dach wirklich dicht sein. Und für das Geburtstagskaffeetrinken mit anschließendem Grillen sollten die Sitzgelegenheiten auch eine Möglichkeit zum Anlehnen bieten.  

Wenn eine solche Laube nicht zu weit vom Haus entfernt liegt, wird sie von Mitte Mai bis in den Oktober hinein immer wieder auch ein Ort für das „normale“ Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot, das an der frischen Luft einfach nochmal so gut schmeckt.

Wasser ist in Sachen Aussicht immer ein Gewinn. Wer also Platz für einen Gartenteich hat, der hat auch schon den Blickfang für den Lieblingsplatz gefunden. Ansonsten steht und fällt die Aussicht natürlich mit den örtlichen Gegebenheiten. Und wenn die in der Nachbarschaft nicht so viel hergeben, kann das Blumenbeet allemal für Ablenkung sorgen.

von Frank Rademacher

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