Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Ein Ort der Begegnung

Café Nikolai Ein Ort der Begegnung

Raum für Begegnung schaffen und über die Begegnung so viel Normalität wie möglich - das ist die Idee hinter dem Café Nikolai. Dort sollen sich Menschen mit und ohne Demenz treffen.

Voriger Artikel
Holz, der boomende Energierohstoff
Nächster Artikel
Den Schmerzen auf der Spur

Bei der Eröffnung des Cafés Nikolai saßen alle Generationen an den Kaffeetafeln. Foto: Nadja Schwarzwäller

Marburg. „Schön ist das hier bei Ihnen, gemütlich“, stellte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) bei der Eröffnung des „Café Nikolai“ fest. Ein Raum im Mehrgenerationenhaus am Lutherischen Kirchhof wird ab jetzt einmal in der Woche zu einem Ort der Begegnung - und zwar für Menschen, die an einer Demenz leiden, für deren Angehörige, aber auch für alle anderen. In Holzhausen gibt es das Projekt - dort unter dem Namen „Café Hand in Hand“ - schon länger.

Nun konnte die Alzheimer-Gesellschaft die Idee auch in Marburg verwirklichen, mit der Familienbildungsstätte und dem Mehrgenerationenhaus als Kooperationspartner und der Unterstützung der Stadt Marburg.

Es sei für Menschen mit einer Demenz von unschätzbarem Wert, aus den eigenen vier Wänden herauszukommen und für ein paar Stunden etwas genießen zu können, sagen die Initiatoren. Was für viele Menschen ganz normal ist, nämlich sich mit anderen zu treffen und eine Tasse Kaffee miteinander zu trinken, das können viele Betroffene und ihre Angehörigen oft nur noch schwer realisieren. Oder sie trauen es sich nicht. „Es ist nicht nur als Erkrankter, auch als Familie und Umfeld nur bedingt möglich, aus der Isolation herauszukommen“, erklärt Vaupel. Er sei der Alzheimer-Gesellschaft deshalb sehr dankbar, dass eine solche Möglichkeit geschaffen wurde.

Für die Initiatoren ist bei dem Projekt aber nicht nur wichtig, dass die von Demenz Betroffenen sich wohl fühlen und als Teil einer Gemeinschaft erleben, sondern auch, dass über die Begegnung Berührungsängste bei Nichtbetroffenen abgebaut werden. „Wir wünschen uns, dass sich hier Menschen begegnen und einfach eine schöne Zeit miteinander haben“, betont die Vorsitzende der Alzheimer-Gesellschaft Christina Stettin. Friederike Haack, die das Café ehrenamtlich betreut und organisiert, weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig ein solcher Ort ist. Sie hat ihre an Demenz erkrankte Mutter mehrere Jahre gepflegt und will sich nun auch für andere Betroffene und deren Familien einsetzen. Wer bereits Erfahrung mit Demenzerkrankten hat und ebenfalls helfen möchte, kann sich an die Alzheimer-Gesellschaft oder Friederike Haack persönlich wenden. Über Spenden, das kann zum Beispiel auch ein Kuchen sein, freuen sich die Organisatoren ebenfalls.

Die Bäckereien Müller und Schäfer sowie der Weltladen und der Contigo Fair Trade Shop haben sich als Sponsoren für Kuchen und Kaffee gefunden. Und der Oberbürgermeister, der als Schirmherr fungiert, versprach: „Wenn Sie den Schirm mal benötigen, dann werde ich ihn so weit spannen, wie es mir möglich ist“.

n Das „Café Nikolai“ hat jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr geöffnet - im Mehrgenerationenhaus, Lutherischer Kirchhof 3. Zu jedem Termin ist jeweils auch ein Programmpunkt wie Musik, Gymnastik oder eine kleine Filmvorführung geplant.

Weitere Informationen bekommen Interessierte per Mail an die Alzheimer Gesellschaft: info@alzheimer-mr.de oder bei Friederike Haack, Handy 0172/6754278.

von Nadja Schwarzwäller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr