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Ein Oberstädter will Rathauschef werden

OB-Kandidatur Ein Oberstädter will Rathauschef werden

Sicherheit in der Innenstadt, Oberstadt-Probleme, Verkehrspolitik: Der designierte CDU-Oberbürgermeister-Kandidat Dirk Bamberger skizziert im Gespräch mit der OP erste politische Ideen und schildert seine Motivation.

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Dirk Bamberger will Nachfolger von Egon Vaupel als Oberbürgermeister von Marburg werden.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Die Biografie von Dirk Bamberger und seiner Familie ist ein wesentliches Motiv, sich stärker in die Kommunalpolitik einzumischen. Der gebürtige Marburger zog 2012 mit seiner Familie vom Schuhmarkt fort, vor allem wegen der Oberstadt-Probleme – Lärm und Müll. Sechs Generationen hatte die Familie Bamberger zuvor im Haus am Schuhmarkt gewohnt.

„Die Umstände machten den Umzug nötig. Oft haben wir als Anwohner Initiativen gestartet, etwas zu verändern, aber gehört wurden wir nicht“, sagt Bamberger. Bereits vor drei Jahren habe er mit dem Gedanken gespielt, den Schritt in die Kommunalpolitik irgendwann zu gehen.

„Man muss Dinge in der Stadt ändern“, sagt Bamberger, der im Wahlkampf die Sicherheit in der Innenstadt zwar thematisieren will, aber auch warnt: „Die Probleme in der Oberstadt darf man nicht zu hochkochen.“ Obwohl die Messerstecherei, bei der kürzlich ein Student starb, „sinnbildlich für die Probleme“ stehe, solle man „nicht so tun, als gebe es Verhältnisse wie am Frankfurter Hauptbahnhof“.

Parteichef Range: „Zeichen stehen gut wie nie“

Sich selbst schreibt er „Gestaltungswillen“, der Kommunalpolitik die nötige „Gestaltungskraft“ zu. In die Politik einzusteigen, sei eigentlich erst ab 2016, im Vorfeld der Kommunalwahlen, angedacht gewesen. Die Rücktrittsankündigung von Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) zum 1. Dezember habe diesen Zeitplan zunichte gemacht.

„Die Zeichen stehen gut wie nie für die CDU, das Rathaus zurückzugewinnen“, sagt CDU-Chef Mathias Range. Die Entscheidung der Findungskommission pro Dirk Bamberger sei einmütig gefallen, habe sich schon einige Zeit abgezeichnet.

Der nun gefundene Kandidat sei „in Marburg eingeboren und verankert“, habe durch sein Ehrenamt als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Marburg-Mitte einen gewissen Bekanntheitsgrad und habe die Fähigkeit, „sympathisch auf Menschen zuzugehen“. Bamberger selbst sagt, er sei schon frühzeitig von der CDU angesprochen worden, ob er für eine Kandidatur möglicherweise zur Verfügung stehe. Endgültig habe er sich dann vor einigen Tagen entschieden: „Keine einfache Entscheidung“, sagt der zweifache Familienvater, die aber von der Familie „hundertprozentig“ mitgetragen werde.

Zu seiner Entscheidung habe auch der Mut der CDU beigetragen, „einen Kandidaten außerhalb der üblichen Strukturen zu suchen“. Morgen soll der Vorstand der CDU Marburg Bamberger offiziell als Kandidaten nominieren. Der CDU-Landesverband wird den Marburger im OB-Wahlkampf wohl massiv unterstützen.

„Kommunen haben hohen Einfluss auf Familien“

Bezüglich seiner kommunalpolitischen Vorstellungen hält sich Bamberger über die Oberstadt-Probleme hinaus noch bedeckt. Im Gespräch mit der OP spricht er aber als mögliche Schwerpunkte die Verkehrspolitik an, die „keine reine Autofahrerpolitik“ sein dürfe, und die Familienpolitik: „Die Kommunen haben nun einmal einen hohen Einfluss auf die Situation der Familien“, sagt er.

Innerhalb der Volkspartei CDU sei er mit seiner Haltung „schwer zu verorten“, sagt der 42-Jährige. Und auch zu der Frage, mit welchem politischen Partner in Marburg er am liebsten nach OB-Wahl im Juni 2015 und Kommunalwahl im März 2016 in einer Koalition zusammenarbeiten wolle, will er sich noch nicht festlegen: „Die Parteien haben doch noch nicht einmal ihre Wahlprogramme erarbeitet.“

Der Wahlkampf für die OB-Wahl wird wohl so richtig nach den Osterferien losgehen. Bamberger stellt sich darauf ein, einen Monat seiner Elternzeit dafür zu verwenden und weitere vier Wochen seines Jahresurlaubs.
Klar ist für ihn auch, dass er sein Ehrenamt als Wehrführer bei der Freiwilligen Feuerwehr Marburg-Mitte nicht in bisherigem Umfang weiterführen wird. Das Feld sei aber bestellt: Auf der Jahreshauptversammlung im Februar soll ein zweiter Stellvertreter gewählt werden, entsprechende Gespräche würden geführt.

von Till Conrad und Björn Wisker

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