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Ein Malocher, der im Hintergrund wirkt

Mark Koppelmann Ein Malocher, der im Hintergrund wirkt

Frischer Wind in der CDU-Geschäftsstelle: Mark Koppelmann, 43 Jahre alt und Jurist, hat im März die Leitung des Büros in der Gisselberger Straße übernommen.

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Mark Koppelmann leitet die Kreisgeschäftsstelle der CDU. Der 43 Jahre alte Jurist stammt aus Stade in Niedersachsen und studierte in den 90ern Rechtswissenschaften in Marburg.

Quelle: Carina Becker

Marburg. Mark Koppelmann versteht sich in seiner neuen Funktion vor allem als Bindeglied, als „Malocher im Hintergrund“, wie er selbst sagt. Als Ansprechpartner für die Parteimitglieder, für die haupt- und ehrenamtlich tätigen CDU-Vertreter in Marburg-Biedenkopf, für die Abgeordneten wie für die drei Mitarbeiter in der Kreisgeschäftsstelle – und natürlich für den CDU-Kreisvorsitzenden Dr. Thomas Schäfer. „Es ist wichtig, dass der Austausch und die Kommunikation verbindlich und gut gelingen“, betont der 43-Jährige, der als Geschäftsführer vor allem organisatorische und administrative Aufgaben hat.

Die Parteiarbeit an der Basis stärken, zuarbeiten, wo es nötig ist – das sind Aufgaben, die Mark Koppelmann gefallen. Selbst ein Mandat zu haben und die politische Bühne zu betreten, darauf ist er „zumindest erst mal“ nicht aus. „Gerade bin ich froh über diese Distanz“, sagt der gebürtige Stader, der zuletzt in Stuttgart gelebt hat.

Aktuell macht er sich mit der Arbeit in der Geschäftsstelle vertraut. „Ich lerne gerade alles kennen.“ In der Geschäftsstelle unterstützt ihn das alteingesessene Personal vorbildlich, „es ist immer jemand da, der meine Fragen beantwortet und mir weiterhilft“. Und politische Einblicke bekommt er gegenwärtig durch die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD auf Kreisebene, bei denen er das Protokoll führt. 

„Menschen helfen durch das Lösen von Problemen“

Nach Kindheit und Jugend in Niedersachsen, aufgewachsen mit einem Bruder und einem Zwillingsbruder, geht Mark Koppelmann 1992 zum Studium nach Marburg. Der damals 19-Jährige hat sich für die Rechtswissenschaften entschieden, „dieser Entschluss kam schon als ich 14 Jahre alt war und während eines Praktikums Erfahrungen gesammelt habe“, denkt er zurück. Rechtsanwalt sein, „Menschen helfen durch die Auseinandersetzung und das Lösen von Problemen auf juristischer Ebene“, diese Vorstellung gefällt dem jungen Mark Koppelmann.

Auf das erste Staatsexamen 1998 in Marburg folgt im Referendariat die Arbeit als Rechtsreferent in Frankfurt, Kassel und San Diego – und bei dem Juristen reift die Erkenntnis, dass er mehr im Team wirken will. „Anwalt sein war mir zu viel Einzelkämpfertum“, sagt er und berichtet, dass er sich bereits nach dem zweiten Staatsexamen 2001 in Kassel um eine Referentenstelle bei Abgeordneten oder in Landesverwaltungen beworben habe.

Doch seine berufliche Laufbahn hält zunächst noch Stationen bei verschiedenen Versicherungsgesellschaften bereit, zuletzt in Stuttgart, wo auch Mark Koppelmanns politisches Engagement beginnt. „Mich hat gestört, dass die Menschen in meinem Umfeld sich ausschließlich negativ über die Politik geäußert haben und immer etwas zu kritisieren hatten. Ich wollte es anders machen und durch meine Mitarbeit etwas bewegen“, sagt er und erklärt, dass er sich vor allem aufgrund der christlichen Ausrichtung für die CDU entschieden habe. Und auch, weil die Themen Familie, Sicherheit, Recht und Ordnung in der Union „am besten umgesetzt“ würden.

Bei der CDU in Stuttgart nimmt Koppelmann das Amt des Pressereferenten ein, arbeitet im Bezirksbeirat Stuttgart-West mit und wird 2013 hauptamtlicher Redakteur des Mitgliedermagazins der dortigen CDU. Und dann zurück nach Marburg. Von Stuttgart wieder in eine wesentlich kleinere Stadt – für Koppelmann kein Problem. „Ganz im Gegenteil“, sagt der Naturliebhaber, der gern joggen geht. „Wenn ich vom Ortenberg aus meinem Fenster schaue, dann sehe ich nicht nur Häuserwände wie in der Großstadt, sondern habe einen imposanten Schlossblick und höre Vogelgezwitscher. Das liebe und schätze ich.“

„Durch die Besuche bei den Ortsverbänden komme ich rum“

Von Marburg und Region lernt Koppelmann gerade vieles kennen, was ihm während der Studienzeit entgangen ist. „Durch die Besuche bei den Ortsverbänden komme ich rum“, erzählt er und berichtet, dass ihm unter anderem Biedenkopf wegen der tollen Lage und der Altstadt besonders gut gefällt.

Und wenn der 43-Jährige dann einmal nicht unterwegs ist im Auftrag der CDU? Koppelmann liest leidenschaftlich gern, „eigentlich alles außer Comics und Fantasy, damit kann ich nichts anfangen“. Sein Lieblingsbuch: Der Graf von Monte Christo. Oder er greift zu seinem Instrument, einer Violine. Hausmusik hat bei den Koppelmanns schließlich Tradition, „wenn es heutzutage auch nur noch an Weihnachten klappt“. Sportlich ist der neue CDU-Geschäftsführer auch. Er hat schon an Marathon- und Halbmarathonläufen teilgenommen.

Ausdauer – eine Eigenschaft, die auch bei der neuen Funktion helfen wird. Zuletzt musste die heimische CDU einige Wechsel verkraften. Mark Koppelmann ist binnen zwei Jahren die zweite neue Kraft an der Spitze des Kreisbüros. „Klar will ich das hier längerfristig machen“,  sagt der 43-Jährige und denkt schon über den Bundestagswahlkampf 2017 nach. Sein erklärtes Ziel: Den CDU-Kandidaten so gut unterstützen, dass die Union im Landkreis nach langer Pause wieder das Direktmandat holt. 

von Carina Becker

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