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Ein Lichtermeer zu Ostern

Elisabethkirche Ein Lichtermeer zu Ostern

Mit dem Empfang des traditionellen Osterlichtes feierte die Elisabethgemeinde die heilige Osternacht und gedachte der Auferstehung Christi.

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In der Osternacht erstrahlte symbolisch für die Geburt Christi die Elisabethkirche in hellem Licht.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Ein großer Andrang herrschte in der Nacht von Karsamstag auf den Ostersonntag vor und in der Elisabethkirche - Hunderte Gemeindemitglieder nahmen an dem feierlichen Osternachtgottesdienst teil und begrüßten die Ankunft des traditionellen Osterlichtes.

Ein Osterfeuer, betreut von der Freiwilligen Feuerwehr, vor der Kirche tauchte das alte Gemäuer bereits zu Beginn eindrucksvoll in warmes Licht. Dort herrschte ab dem späten Abend tiefe Dunkelheit, rund 400 Besucher füllten die Sitzreihen, warteten gespannt auf das Eintreffen des Osterlichtes als Gedenken an den auferstandenen Sohn Gottes. Das Licht hat eine große, symbolträchtige Bedeutung im Christentum. „In dieser heiligen Nacht feiern wir das Licht der Auferstehung, als Symbol für Christus und Gottes Schöpfung“, erklärte Pfarrer Bernhard Dietrich.

Mit den Worten „Hört wie der allmächtige Gott die Welt erschaffen hat und das Licht in der Finsternis scheinen lässt“ leiteten die Gemeindepfarrer die Ankunft der Osterkerze ein, die von den Kantoren feierlich durch den Mittelgang zum Altarraum getragen wurde. An deren Licht entzündeten sämtliche Gläubigen ihre eigenen Kerzen, bis das gesamte Mittelschiff der Kirche im Glanz eines Lichtermeeres aus Hunderten kleiner Flammen erstrahlte. Dem Glaube nach steht das Entzünden der Kerzen gleichbedeutend mit dem Entfachen der eigenen „inneren Flamme“ und der Verbundenheit mit Gott. Das Licht vertreibt die Dunkelheit und damit den Tod und erinnert an die Wiederauferstehung Jesu. „Die Nacht wird hell wie der Tag - Finsternis und Tod sind zerbrochen, und das Leben ist stärker“, so der Geistliche.

Der Zeremonie folgten im steten Wechsel Lesungen und Lieder von Erzählungen aus dem Alten Testament, angefangen bei der Schöpfung der Welt - „Gott sprach: Es werde Licht“.

Fest verbunden mit der Osterfeier ist die Erinnerung an das Taufgedächtnis als Symbol für die Verbundenheit mit Christus, dessen Tod und Auferstehung. „Viele junge Gläubige werden zur Osternacht getauft als Zeichen zu Gottes Nähe“, erklärte der Pfarrer. So wurde während der Zeremonie der Konfirmand Jonathan Tesseraux ans Taufbecken gebeten und gesegnet. Über zwei Stunden feierten die Gemeindemitglieder gemeinsam das Osterwunder mit Gebeten und Gesang, erneuerten das Taufbekenntnis und baten um Frieden in der Welt.

Die jahrtausendealte Tradition der zeremoniellen Osterfeier hinterließ bei den Besuchern einen tiefen Eindruck, für viele gehört der feierliche Brauch fest zu den Ostertagen. „Das ist für mich eine feste Tradition und ein Zeichen der Verbundenheit mit der Gemeinde - einfach eine Bestätigung für den gemeinsamen Glauben“, fand etwa Iris Kramer. „Es ist wie ein großes Schauspiel, schön, dass man das Fest einmal aufwendig gestaltet und damit stärker erlebt“, sagte auch Falk Knüppel.

von Ina Tannert

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