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Ein Klassenzimmer im Grünen

Schulwald Ein Klassenzimmer im Grünen

Die Richtsberg-Gesamtschule liegt idyllisch umgeben von einem Teil des städtischen Waldes. Ein Stückchen davon liegt neuerdings in der Hand der Schule und wird von den Schülern eigenverantwortlich gepflegt.

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Erlebnispädagoge Alfons Howar (von links), Waldpädagoge Florian Zilm vom Forstamt, Schulleiter Thomas Ferber, Peter Driehsen von der Schulleitung und zahlreiche Schüler der RGS weihten das neue grüne Klassenzimmer ein. Die Urkunde dokumentiert: Die stolzen Schüler sind ab sofort selbst für Schutz und Pflege ihres neuen Schulwaldes verantwortlich.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Bereits seit August tragen die Schüler die Verantwortung für eine kleine Parzelle im nahe gelegenen Waldstück. Und für dieses gibt es schon so einige große Pläne. Als erstes Projekt steht die Einrichtung eines barrierefreien, grünen Klassenzimmers mitten im Wald auf dem Programm. Für ihren künftigen Freiluft-Unterricht haben sich die verschiedenen Klassen bereits ins Zeug gelegt und erste Utensilien zusammengezimmert. Neben mehreren Insektenhotels, für die ebenfalls Platz im Freiraum-Klassenzimmer gefunden wurde, errichteten die Schüler schon erste Holzbänke aus Baumstämmen. Darüber hinaus ist eine selbstgebaute Waldbühne geplant, auf der in Zukunft die verschiedensten kulturellen Aktivitäten der Schule stattfinden soll. Begleitet werden die Schüler mit Rat und Tat vom Kollegium, Waldpädagogen und Mitarbeitern des Forstamtes.

Vergangene Woche feierten Schüler und Lehrer die Einweihung ihres Waldstücks. Von der Stadt Marburg gab es eine offizielle Urkunde zur Anerkennung des Schulwaldes.

Wie es sich für einen aktiv gepflegten Schulwald gehört, pflanzten Schüler und Lehrer zur Einweihung auch gleich eine erste Winterlinde, der Baum des Jahres 2016.

Sämtliche Utensilien aus natürlichen Materialien

Ziel des Projekts ist die ökologische Bildung, die Möglichkeit für die Kinder, die Natur hautnah und „mit allen Sinnen zu erleben und Verantwortung für den Wald zu übernehmen“, erklärte Peter Driehsen von der Schulleitung. Durch praxisnahe Einsätze und Ausflüge in den nahen Wald sollen die komplexen Zusammenhänge des Ökosystems und gleichzeitigen Lernortes verdeutlicht und das Zukunftsthema Nachhaltigkeit behandelt werden.

Sobald das grüne Klassenzimmer ausreichend ausstaffiert ist, kann der Außenunterricht beginnen. Sämtliche Utensilien sollen aus natürlichen Materialien gebaut, das Gelände im Wald soll wenig verändert und so natürlich wie möglich belassen werden. „Das ist ein perfekter Ort für Open-Air-Unterricht – eingriffsminimiert heißt dabei das Zauberwort“, sagte Driehsen. An dem Freiluftunterricht beteiligen sich fast alle Fächer der Schule, entsprechend sollen nicht etwa nur das Fach Biologie, sondern auch andere Unterrichtseinheiten unter freiem Himmel abgehalten werden.

Die Richtsberg-Gesamtschule ist die erste Schule Marburgs, die über einen eigenen Schulwald verfügt und reiht sich damit in die Liste von bundesweit rund 250 Schulwald-Schulen ein, die einen Schwerpunkt in naturnaher Unterrichtsgestaltung setzen.

„Toll, dass wir dazugehören. Das ist ein wichtiger Baustein in der ökologischen Bildung“, lobte Schulleiter Thomas Ferber. Seit einiger Zeit arbeitet die Schule auf diesem Gebiet mit verschiedenen Bildungsträgern, wie etwa dem Jugendwaldheim Roßberg zusammen. Der Schulwald stellt eine willkommene Ergänzung des Konzepts dar.

von Ina Tannert

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