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Ein Geschenk für die Marburger Universitätsbibliothek

Universität Ein Geschenk für die Marburger Universitätsbibliothek

Projektleiter Profes­sor Rudolf Lenz hat in der ­Universitätsbibliothek das Forschungsprojekt "Thesaurus Nominum Auctorum et Mortuorum", kurz THENOM, vorgestellt. Bei THENOM handelt ­es sich um eine Personennamendatenbank zur Geschichte der frühen Neuzeit (1525 bis 1800), für die über neun Jahre lang Daten erfasst und wissenschaftlich aufbereitet wurden.

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Projektleiter Professor Rudolf Lenz.

Quelle: Viola Schrader

Marburg. Grundlage für die Datenbank bildeten Informationen, die aus den ersten 44 Bänden der „Marburger Personalschriften-Forschungen“ zu frühneuzeitlichen Personennamen gewonnen wurden. Das so entstandene „Gerüst“ wurde vom Forscherteam um Professor Lenz mit historischen Namensformen und biographischen Informationen aus 33000 Leichenpredigten ergänzt. Dem Nutzer stehen somit neue Informationen über bereits bekannte Persönlichkeiten zur Verfügung, sowie biographische Daten zu bis dahin unbekannten Personen. THENOM umfasst 212680 Namen, darunter auch 8418 von Frauen. Auch die Reichweiten von beruflichen und familiären Netzwerken werden durch THENOM transparenter.

Eine kleine Sensation ist auch das Auftreten von Frauen als Autorinnen. 1580 Verfasserinnen konnte das Forscherteam feststellen, darunter 47, die ihre Texte in lateinischer Sprache verfassten. Ging man bisher von einer Sprachlosigkeit der Frauen zu jener Zeit aus, könne mit der Datenbank jetzt das Gegenteil bewiesen werden, sagt Lenz. Neben personenspezifischen Daten enthält die Datenbank auch rund 20000 historische Ortsnamen, die durch Normierung zu rund 8000 ­Orten zusammengeführt werden konnten. Seit 2014 ist THENOM auch ein Pilotprojekt der Philipps-Universität zur Langzeitarchivierung digitaler Daten. Die ­Informationen werden so gesichert, dass eine lange Les- und Nutzbarkeit gewährleistet ist. Nach dem Projektabschluss wird die Datenbank nun der Universitätsbibliothek übergeben und ist dann dort online zugänglich.

Die Direktorin der Universitätsbibliothek, Dr. Andrea Wolff-Wölk, sprach von THENOM als einem „Geschenk“. Nun könne man Daten selbst zur Verfügung stellen, die man sonst kaufen müsste. Der Kanzler der Philipps-Universität, Dr. Friedhelm Nonne, würdigte Lenz‘ Durchhaltevermögen und Engagement für das Projekt.

Nach der Vorstellung des Projektes durch Professor Lenz erläuterte Katherine Lukat Struktur und Nutzungsmöglichkeiten der Datenbank. Der Informatiker Waldemar Hamm gab ausführliche Informationen zum technischen Hintergrund und Dr. Jens Kunze demonstrierte konkrete Anwendungsmöglichkeiten.

Zu dem feierlichen Akt waren­ auch Bundesminister außer Dienst Friedrich Bohl (CDU), Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Vermögensberatung, und Frank Usbeck, Bereichsdirektor der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, erschienen. Beide Institutionen haben sich als Sponsoren um das Projekt verdient gemacht.

von Viola Schrader

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