Ein Mann sitzt in einer Justizvollzugsanstalt in der Einzelzelle. Nach und nach werden in Deutschland Ex-Straftäter aus der Sicherungsverwahrung freigelassen, wenn diese nachträglich verlängert worden war.
Marburg. Drei aus der Sicherungsverwahrung der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt entlassene ehemalige Gewaltverbrecher wohnen weiterhin in der Stadt Marburg.
Einer der beiden Männer, die gemeinsam im Stadtwald untergebracht worden waren, hat nach Informationen der OP inzwischen eine Tätigkeit: Er absolviere ein Praktikum und bemühe sich um Arbeit. Zudem sei er vom Stadtwald weggezogen, um bei einer Freundin in Marburg zu wohnen. Der andere Mann, der wegen Sexualdelikten verurteilt worden war, lebt nun allein im Stadtwald. Ein dritter Ex-Gewaltverbrecher, ein Sexualstraftäter, der Ende Juli nach Marburg zog, lebt nach OP-Informationen nun im Waldtal – ein Stadtteil, der als sozialer Brennpunkt eingestuft wird.
Alle drei Männer haben ihre Haftstrafe schon lange abgebüßt, wurden aber noch als gefährlich eingestuft. Grundlage für ihre Freilassung ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, das die nachträgliche Sicherungsverwahrung von Menschen, die ihre Gefängnisstrafe längst abgebüßt haben, für nicht rechtens erklärt. Die Freigelassenen werden von der Polizei offen und verdeckt beobachtet, aber nicht immer rund um die Uhr. Außerdem stehen sie unter der so genannten Führungshilfe des Landgerichts und müssen sich an Auflagen halten.
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Kommentare
armes Deutschland Mike – 10.09.10
Die Qualität der Kommentare hier stimmt mich in der Tat traurig. Denkt Ihr eigentlich über jeden schlecht, der ne Vorstrafe hat oder nur über diese drei Herren, weil sie ja "nur" aufgrund eines Verfahrensfehler (zu Recht) freigelassen wurden?Ist doch super, dass der eine ein Praktikum macht und der andere nen Job hat. Anscheinend versuchen die beiden wieder klar zu kommen und sich in der Gesellschaft zu integrieren. Ein gewisses Gefährdungspotential mag ja durchaus vorhanden sein (was wirklich niemand der hier schreibenden seriös beurteilen kann) und deshalb werden die Herren ja auch überwacht..., aber davon auszugehen, dass jeder von denen eine wandelnde Zeitbombe ist, ist einfach nur menschenverachtend. Wir haben in Deutschland nicht umsonst die Unschuldsvermutung: jeder ist so lange frei, bis seine Schuld bewiesen wurde.
@ Ingo Knito Marco – 09.09.10
Doch dann hätte sie noch mehr zu schreiben!Das ganze klingt irgendwie nach dem Film von den Simpsons... ;)
Aufruf Ingo Knito – 09.09.10
Wie wärs?Wir sammeln uns alle zum Sonnenuntergang, klauben Fackeln und Heugabeln aus Kellern und Dachböden und lynchen die ganze Bande?
Nee?
Stimmt, wär auch doof, dann hat die Presse ja morgen nix mehr zum Schreiben....oO
Vom Stadtwald nach Marburg Marco (der einzig wahre Marco) – 09.09.10
Ich dachte immer, das wäre dasselbe:-)Verbessern tut sich nichts, da der Herr immer noch in Marburg lebt. Hoffen wir, dass diese "Freundin" nicht sein nächstes Opfer ist.
Informationen Bienzle – 09.09.10
Es gibt im Presserecht (das ohnehin immer stärker eingeschränkt wird) einen so genannten Informanten-Schutz. Wäre ja noch schöner, wenn die Presse ihre Quellen namentlich oder mit Hinweisen auf dessen Person/Funktion kennzeichnen müsste. Dann, meine lieben Leser-Freunde, würde sich garantiert keiner mehr zu irgendetwas äußern. Wollen Sie das etwa?Manch anderem sei hier übrigens ans Herz gelegt, erstmal saubere Sätze zu schreiben, bevor Anschuldigungen vorgebracht werden.
Presse Marco – 09.09.10
Die Presse berichtet nur wie es ist deshalb lesen wir sie ja auch. Und wenn die nach OP-Informationen schreiben dann weil sie es wissen aber niemand es bestätigen will zum Beispiel das Land oder die Polizei.verbrecher unbekannt – 09.09.10
die presse schürt wieder alles auf die macht es schlimmer wie es ist. es gibt im jeden bezirk verbrecher solche und solchesexualverbrecher un – 09.09.10
durch die presse wird alles in waldtal in aufgehetzt um den mann das leben schwer zu machen. ihr seit schuld wenn was passiert.Sowas Unbekannt – 09.09.10
So so da hat von denen schon Arbeit. Doch nur mit Hilfe der Behörden.Andere Leute suchen ewig nach Arbeit. Mehr will ich dazu garnicht schreiben. Das einer wech zieh,t finde ich gut, 3 sind zuviel für diese Stadt.
Unverantwortlich SR – 08.09.10
Ich finde es weiterhin unverantwortlich, wenn in der OP die Aufenthaltsorte der entlassenen Straftäter genannt werden. "... lebt nach OP-Informationen im Waldtal." Was soll damit bezweckt werden? Wo bleibt die journalistische Verantwortung? Was sind das für Informationen? Wieso werden nicht Ross und Reiter genannt. Lebt der entlassene Gefangene nun wirklich im Waldtal oder sind es nur OP-Informationen, die vielleicht falsch sein könnten?