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Ein Dorf in der Kernstadt

Tag der Stadtgeschichte zu Ockershausen Ein Dorf in der Kernstadt

Was hat eigentlich Ockershausen mit dem dramatischen Marburger Aufstand von 1809 zu tun, wie weit reicht die lebendige Vereinslandschaft zurück oder wie konnte sich der Stadtteil seine ländlichen Eigenarten bis heute bewahren?

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Die Heimatkundler Renate Bastian (von links), Martin Klehm und Reinhold Drusel stellten das Programm vor.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Um diese und zahlreiche weitere Besonderheiten des „Dorfes in der Kernstadt“ geht es am diesjährigen Tag der Stadtgeschichte. Veranstalter ist das Geschichtsmagazin „Der Marburger Nachtwächterbote“.

„Es ist uns ein besonderes Anliegen dieses Mal die Geschichte des Marburger Randbereiches zu präsentieren und über den Ortsrand hinauszuschauen“, erklärt Heimatkundler Reinhold Drusel. Viele Bewohner wüssten nur wenig über die Randgebiete und Geschichte ihrer Heimatstadt, das Interesse sei groß. Dabei lässt sich die Entwicklung von Alt-Marburg und Ockershausen nur schwer voneinander trennen, „Stadt- und Ortsgeschichte greifen ineinander“ und das bereits lange vor der Eingemeindung im Jahr 1931.

Ein typisches Bauerndorf war Ockershausen aber auch in der Vergangenheit nicht. Dort lebten und arbeiteten auffällig viele Handwerker, die nicht nur an der Erbauung der Stadt beteiligt waren, sondern auch, in einer vielfältigen Vereinslandschaft organisiert, immer Einfluss auf die städtische Entwicklung nahmen, erklärt der Historiker. So wie der Frondienst der Untertanen des ehemaligen „Dienstleistungsortes von Marburg“ ist noch mehr die stete Präsenz der beiden historischen Rittergüter der Familien Roden und Hosen schon seit dem Mittelalter prägend für die ehemalige Gemeinde „mit Widerstandstradition“.

„Multimedia-Matinee“ im Cineplex

Neben der Geschichte von Alt-Ockershausen steht ebenso der Stadtwald als neuer Ortsteil im Mittelpunkt des Geschichtstages. Das Zusammenleben der Nachbarn beider Viertel war und ist nicht immer unproblematisch, „die Integration verlief anfangs schleppend, steht heute aber auf guten Füßen“, sagt Drusel.

An der Veranstaltung beteiligt sind daher auch soziale Vereine wie die Initiative für Kinder-, Jugend- und Gemeinwesenarbeit (IKJG), die sich als freier Jugendhilfeträger für gemeinsamen Austausch und Integration der Bewohner einsetzt.

Mehr über die turbulente Entwicklung des fernen und doch stets nahen Ortsteils, von den Anfängen bis in die Gegenwart gibt es während der „Multimedia-Matinee“ im Cineplex. Neben zahlreichen Vorträgen ist eine Fotoausstellung, eine Präsentation über das bäuerliche Leben sowie eine Kunstausstellung samt Tanzvorführung aus fremden Ländern geplant.

Der Tag der Stadtgeschichte findet am Sonntag, 15. November, zwischen 11 und 14 Uhr im Cineplex-Kino, Saal 6, statt. Der Eintritt ist frei.

von Ina Tannert

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