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Ein Abenteuer am Himmel über Schönstadt

OP erfüllt Kindern Wünsche Ein Abenteuer am Himmel über Schönstadt

Wie schön und aufregend eine Tour in luftigen 300 Metern Höhe ist, fanden 20 mutige Rundflug-Gewinner auf dem Flugplatz Schönstadt heraus. Spannung pur, die den jungen Passagieren riesigen Spaß bereitete.

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Mit Kopfhörern und Mikrofonen bereit für den Abflug: Mika und Constantin (von links).

Quelle: Ina Tannert

Schönstadt. Es kribbelt im Bauch, die Aufregung wächst, gleich wird gestartet. Instrumente: Check, Motoren: Check, Gurte: Check, der Wind steht gut. Mit leichtem Stottern kommt der Propeller in Schwung, die ganze Maschine vibriert, der Tower gibt Starterlaubnis. Und los geht‘s.

Rumpelnd rollt die Cessna über die große Wiese, nimmt Geschwindigkeit auf. Und dann verschwindet der Boden, wird immer kleiner, während sich das Flugzeug weiter in die Höhe schraubt. Ein Abenteuer am Himmel, Spaß und Spannung wurden am vergangenen Freitag groß geschrieben. 

 

Es war die achte von insgesamt zwölf Aktion im Ferien-Gewinnspiel „OP erfüllt Kindern Wünsche“. Rund 20 Kinder hatten Losglück und erlebten einem Rundflug über den Landkreis. Gemeinsam mit Eltern und Geschwistern versammelten sie sich am Flugplatz in Schönstadt. Der Kurhessische Verein für Luftfahrt (KVFL) hatte die Aktion organisiert.

Drei Piloten betreuten die Gruppe und flogen mit den Kinder in alle Himmelsrichtungen davon. Rund sechs mal hoben die beiden Motorflugzeuge des Modells Cessna 172 C jeweils vom Boden ab. Vorher gab es noch eine kurze Einweisung von den erfahrenen Piloten.

Gemeinsam mit Uli Pfeifer und Reiner Lippert erklärte Vorstandsmitglied Werner Hoffarth den Kindern die Sicherheitsanweisungen, den Ablauf der Flüge und die verschiedenen Flugzeugtypen. Die Cessna 172 C, auch Skyhawk genannt, ist ein robustes viersitziges Leichtflugzeug. Der einmotorige Schulterdecker ist eines der am häufigsten vorkommenden Flugzeugtypen der Welt. Er besitzt eine Flügelspannweite von elf Metern, hat etwa 180 PS und fliegt mit einer Geschwindigkeit von bis zu 230 Kilometern in der Stunde. Die maximale Flughöhe liegt bei etwa 4500 Metern, ab dieser Höhe wird die Luft sehr dünn, erklärten die Piloten.

Die Kinder flogen am Freitag mit etwa 300 Metern Höhe über die Region. Über bewohntem Gebiet ist diese Höhe gesetzlich vorgeschrieben und bot den jungen Passagieren zudem einen sehr guten Ausblick auf das Marburger Land.

Die Kinder wurden in Dreiergruppen aufgeteilt, je nach Lage ihres Heimatortes. Die anderen Kinder mussten einige Zeit warten, bis sie beim nächsten Flug an die Reihe kamen. Ihre Geduld wurde jedoch mit leckerem Eis belohnt.

Gemeinsam mit ihren Familien schauten sie sich die große Flughalle und verschiedenen Flugzeugtypen an oder lauschten den kratzigen Funksprüchen der Piloten am Tower. „Was steht da an den Flugzeugen geschrieben?“, fragten die Kinder neugierig. An den Seiten der Maschinen steht das „Kennzeichen“, wie bei einem Auto auch, klärten die Piloten auf. Das D steht für Deutschland, die folgenden Buchstaben oder Ziffern stehen für das jeweilige Modell und dienen der Registrierung.

„Das ist so krass. Hoffentlich gehts gleich los“, konnte es Constantin Jenz (7 Jahre) aus Wittelsberg kaum erwarten. „Ich bin schon etwas aufgeregt“, sagte auch Mitpassagier Mika Bier (7 Jahre). Er fliegt nicht zum ersten Mal und hat schon Erfahrung auf dem Schönstädter Flugplatz gemacht.

Strahlende Gesichter nach der Landung

Die Betreuer achteten darauf, dass jeder Teilnehmer in luftiger Höhe über seinen jeweiligen Heimatort fliegen konnte, Blick auf das eigene Wohnhaus inklusive. Und dann stieg die Spannung. Die Gruppen machten sich voller Vorfreude auf den Weg zu den beiden Maschinen, die auf dem Fluggelände bereit standen. Dort inspizierten sie erst einmal interessiert das Cockpit der Flugzeuge, schauten sich die Instrumente, Knöpfe und Hebel an.

Besonderen Spaß hatten sie an den großen Kopfhörer mit integrierten Mikrofonen, die jeder Passagier während des Fluges trug, um mit dem Piloten kommunizieren zu können. Und dann ging es endlich los. Brummend startete der Motor, die Piloten lenken die über eine Tonne schweren Maschinen an die Startposition. „Startbahn frei“, dröhnte die Erlaubnis vom Tower durch das Funkgerät. Die Flieger nahmen Fahrt auf, sausten über die Wiese, bis sie die nötige Geschwindigkeit von etwa 90 Stundenkilometern erreicht hatten, und hoben ab.

Bei wolkenlosem Himmel und hunderte Meter hoch über dem Boden bot sich den jungen Passagieren eine atemberaubender Blick auf die Region. Große Wälder, Seen und Felder, dazwischen zahlreiche Dörfer. Andere Menschen am Boden erschienen winzig klein, aus der Luft kaum zu erkennen. Familienmitglieder, die Zuhause geblieben waren, wurden natürlich benachrichtigt, standen bereit an Fenstern und in Gärten, um ja den Flug der Kinder über ihr Zuhause nicht zu verpassen.

Etwa 20 Minuten dauerte jeder Flug. Wieder sicher am Boden angekommen, stiegen die Kinder mit leuchtenden Augen und strahlenden Gesichtern aus den Maschinen.

„Es war super!“, freute sich Felix Tollas (9 Jahre) aus Marburg. Vor allem gefiel ihm das stete auf und ab der Maschine während des Fluges. “ Die Kurven waren auch klasse“, ergänzte Tim Peilstöcker (9 Jahre) aus Bauerbach noch fröhlich. „Ich wäre am liebsten sitzen geblieben und weiter geflogen“, freute sich auch Fabiennne Lusky (14 Jahre) aus Kirchhain.

Nach einigen erfolgreichen Flügen musste eines der Flugzeuge zeitweise aussetzen. Einem der Kinder kam während der ganzen Aufregung auf dem Flug das Mittagessen wieder hoch. „Eigentlich war mir gar nicht schlecht“, erklärte der junge Mann später grinsend. Das kurze Unwohlsein war auch schnell wieder vergessen, er fand die Tour trotzdem super. Nach ausgiebiger Reinigung konnte der Flieger schließlich wieder abheben. Dies blieb auch das einzige kleine Malheur des Tages. Alle Kinder hatten großen Spaß an der gelungenen Aktion. „Es war so toll“, war Lilli Chiara Schneider (8 Jahre) aus Schönstadt begeistert. Sie will bald wieder fliegen, erzählte sie, hat ja jetzt schon Erfahrung und bald gehts außerdem per Flugzeug ab in den Sommer urlaub. „Das war besser als Motorradfahren“, sagte Freundin Alina (8 Jahre).

Auch die Eltern freuten sich über den Spaß ihrer Sprösslinge. Vom Boden des Flugplatzes aus winkten sie ihrem Nachwuchs bei jedem Start hinterher. Einige machten sich dann doch Sorgen, ob alles gut gehen würde. Die Aktion verlief jedoch reibungslos. Alle Kinder kamen sicher und um eine tolle Erfahrung reicher am Boden an.

von Ina Tannert

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