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Ehrung für Kampf gegen Vorurteile

Bundesverdienstkreuz für Professor Solms Ehrung für Kampf gegen Vorurteile

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) würdigte die Arbeit des Geehrten als „prägend für die Stadt“.

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Dr. Thomas Spies (links) und Dr. Thomas Schäfer (rechts) überreichten Professor Wilhelm Solms im Beisein von dessen Frau Milicent das Bundesverdienstkreuz.

Quelle: Thomas Engelmann

Marburg. Vor zahlreichen Ehrengästen erhielt Professor Wilhelm Solms gestern das Bundesverdienstkreuz am Bande im Historischen Saal des Rathauses. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) hob seine Verdienste im Kampf gegen Vorurteile hervor, die noch immer vielerorts Sinti und Roma gegenüber herrschen.

Solms, Jahrgang 1937, hatte bis zum Jahr 2001 den Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaften und Mediendidaktik an der Philipps-Universität inne. Geehrt wurde er aber für sein Engagement, „das friedliche, ehrende und respektierende Miteinander zu fördern, das wir uns in unserer Stadt wünschen“, wie Laudator Spies betonte. Neben seinem Kampf gegen Vorurteile habe sich der Geehrte auch stets bemüht, die Interessen von Sinti und Roma in der Gesellschaft durchzusetzen und für die Gleichbehandlung jener Menschen zu kämpfen, die im alltäglichen Sprachgebrauch noch viel zu häufig als „Zigeuner“ diffamiert werden.

Danach ergriff Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) das Wort und hob hervor, die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Professor Solms sei „ein Ausdruck unserer Gesellschaft, sich zu bedanken, für ein Engagement, das beispielhaft ist“. Schäfer sagte weiter, es könne nicht angehen, dass die nationalsozialistischen Verbrechen an den Sinti und Roma während des Holocausts in den Geschichtsbüchern „eher beiläufig besprochen“ werden.

Um genau solche Missstände zu bekämpfen, gründete Solms 1998 mit Gleichgesinnten die Gesellschaft für Antiziganismusforschung, der er selbst viele Jahre lang vorstand. Als er selbst an das Rednerpult trat, hob er hervor, dass mit dieser Auszeichnung nicht nur seine Person, sondern das gesamte gemeinsame Engagement für den Antiziganismus gewürdigt werde. Außerdem forderte er in seiner Dankesrede auch endlich eine vernünftige Institutionalisierung des Forschungsfeldes ein, so wie es in der Antisemitismusforschung schon lange üblich sei.

Am Ende ergriff Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, das Wort und dankte Professor Solms auch im Namen jener Opfer, die in der Vergangenheit unter Hass und Vorurteilen zu leiden hatten.

von Thomas Engelmann

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