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Ehrenurkunde für Ex-Standesamtsleiter

Gerhard Neumann Ehrenurkunde für Ex-Standesamtsleiter

Öffentlicher Dienst und ehrenamtliches Engagement prägen Gerhard Ludwig Neumanns Leben. Sechs Jahrzehnte lang war er im Staatsdienst tätig, vielen Marburgern ist der heute 76-Jährige vor allem als Leiter des Standesamtes bekannt.

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Cai Adrian Boesken (rechts) überreichte die Urkunde an Gerhard Neumann. Foto: Tannert

Marburg. Für seine langjährige Arbeit wurde der Pensionär nun mit die Ehrenurkunde des Landes Hessen ausgezeichnet. Amtsgerichtsdirektor Cai Adrian Boesken überreichte die Urkunde im Namen des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier.

Seine Laufbahn begann Neumann im Alter von 16 Jahren mit einer Ausbildung in der Verwaltungslehre. Vom mittleren Dienst stieg der Verwaltungswirt in den höheren Dienst auf. Er wurde stellvertretender Leiter des Sozialamtes sowie Personalratsvorsitzender, war später im Rechtsamt tätig. Ende der 80er Jahre übernahm er die Leitung des Marburger Standesamtes, das er zehn Jahre lang führte, bevor er 1999 aus dem aktiven Dienst entlassen wurde.

Der Ruhestand reichte dem agilen Pensionär jedoch nicht aus. Er bewarb sich als Vorsteher des Ortsgerichts I und wurde von der Stadtverordnetenversammlung in sein neues Ehrenamt gewählt. Durch seine langjährige Erfahrung im Standesamt kannte er sich in der Bearbeitung von Sterbefällen bereits aus, keinerlei Erfahrung hatte er jedoch in der Grundstücksschätzung, erinnert sich der Jubilar schmunzelnd. Dabei standen ihm jedoch zahlreiche kompetente Kollegen hilfreich zur Seite. „Dies ist eine hochinteressante Tätigkeit, ich konnte immer viel dazu lernen“, freut sich der Ortsgerichts-chef noch heute.

Seit dem Jahr 2000 ist Neumann nun bereits Ortsgerichtsvorsteher im umfangreichsten Bezirk der insgesamt sechs Behörden. Seit vielen Jahren kümmert er sich um die Belange der Bewohner der Kernstadt und von Gisselberg. Besonders der fortwährende und stets gute Kontakt zu den Bürgern bereitet dem humorvollen Pensionär bis heute große Freude. Dabei ist er sehr offen, nimmt er es auch mit den Sprechzeiten nicht so genau ebenso wie die Bürger selber. Viele Menschen kennen den Ockershäuser mittlerweile sehr gut und rufen „ihren Ortsgerichtsleiter“ im Notfall auch gerne mal am späten Abend oder am Wochenende an.

Das bringt den Amtsinhaber aber nicht aus der Ruhe. „Man ist ja per du und ich bin flexibel“, sagt Neumann entspannt und winkt erneut lachend ab.

Seinen Humor hat er während seiner langjährigen Arbeit nie verloren. „Das Ehrenamt ist eine wichtige Stütze der Gesellschaft und sollte Spaß machen“, weiß auch der Amtsgerichtsdirektor und dankte dem Jubilar für seine lange und anhaltende Unterstützung. Neumanns Amtszeit am Ortsgericht endet Anfang 2015, er würde jedoch gerne noch eine weitere Amtsperiode mitnehmen, erzählt er - „so lange ich eben kann“.

von Ina Tannert

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