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Ehrenamtliche Helfer dringend gesucht

Soziales Netzwerk Ehrenamtliche Helfer dringend gesucht

Neues Gesicht beim Sozialen Netzwerk Kirchhain: Seit dem 1. November arbeitet dort die Kirchhainerin Melanie Sohl als Koordinatorin.

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Melanie Sohl an ihrem neuen Arbeitsplatz in den Räumen des Sozialen Netzwerks in Kirchhain mit der 1. Vorsitzenden Adelheid Sauer und dem 2. Vorsitzenden Klaus Vering. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Bisher hatte die ehemalige Krankenschwester Friederike Nebel ehrenamtlich als Koordinatorin gewirkt. Sie brachte die speziell ausgebildeten ehrenamtlichen Helfer und die unter Betreuung stehenden Menschen nach vorherigen Beratungsgesprächen zusammen. Melanie Sohl wird diese Aufgabe hauptamtlich ausüben. Die Diplom-Psychologin versieht eine halbe Stelle.

Adelheid Sauer, die Vorsitzende des Sozialen Netzwerks, begründete im Gespräch mit dieser Zeitung diesen Schritt in die Professionalisierung mit der Anerkennung der Förderfähigkeit des Kirchhainer Vereins durch die Pflegeversicherung. Gefördert würden die Aufwendungen der ehrenamtlichen Helfer sowie die Personal- und Sachkosten des Vereins.

„Was Landkreis, Stadt und Land an Zuschüssen gewähren, wird von der Pflegekasse aufgestockt“, erklärte Adelheid Sauer, die von einem wichtigen finanziellen Standbein des Netzwerks sprach. Ohne diese zusätzliche Förderung sei die Schaffung der Stelle nicht möglich gewesen.

Melanie Sohl ist verheiratet und Mutter eines Kleinkinds. Die Diplom-Psychologin ist zugleich examinierte Krankenschwester und Ausbilderin „Helfer in der Pflege“. Zudem hat sie Zusatzqualifikationen auf den Gebieten der psychologischen Psychotherapie und der Gerontopsychiatrie erworben. Zuletzt arbeitete sie in einer Reha-Klinik mit dem Arbeitsschwerpunkt psychologische Beratung.

Der Hilfsbedarf istgrößer als das Angebot

Was sind ihre ersten Eindrücke am neuen Arbeitsplatz? „Es besteht eine große Nachfrage aus der Bürgerschaft, und es gibt einen großen Hilfsbedarf. Es fehlen uns noch ehrenamtliche Helfer, um diesen Bedarf abdecken zu können“, sagte Melanie Sohl. Abhilfe erhofft sie sich von einem neuen Kurs, der zur Befähigung von Begleitung betreuter Personen Kurs führt. Diesen Kurs wird das Soziale Netzwerk gemeinsam mit der Marburger Freiwilligen-Agentur im Januar anbieten.

Die Absolventen des 44-stündigen Grundkurses werden keinerlei Pflegearbeiten übernehmen, sondern sich zeitweise im Alltag um unter Betreuung stehende Menschen kümmern.

Das ist eine große Entlastung für die pflegenden Angehörigen. Wie wichtig diese ist, weiß Klaus Vering, der 2. Vorsitzende des Sozialen Netzwerks, aus seiner beruflichen Praxis. Zu dem Leiter des Kirchhainer Altenpflegeheims St. Elisabeth kommen immer wieder pflegende Angehörige, die für ihren Vater oder ihre Mutter von jetzt auf gleich einen Heimplatz fordern. Das seien Leute, die am Ende ihrer Kräfte angelangt seien, die nicht mehr könnten. Nach seiner Erfahrung seien das sehr oft pflegende Angehörige, die zuvor keine externe Hilfe angenommen hätten, und die so mehr und mehr in die Überforderung geschliddert seien.

Klaus Vering warb dafür, sich frühzeitig über externe Hilfsmöglichkeiten zu informieren und diese dann auch in Anspruch zu nehmen. Eine Aufteilung der Betreuungslasten zwischen Angehörigen und Externen diene dem großen Ziel, alte Menschen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung zu belassen.

Genau diesem Ziel widmet sich das Soziale Netzwerk Kirchhain mit seinen umfassenden Begegnungs-, Beratungs- und Dienstleistungsangeboten im Haue Biegenstraße 7.

n Alle Angebote finden sich im Internet: soziales-netzwerk-kirchhain.de

von Matthias Mayer

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