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Egon Vaupel als Ehrenbürger vorgeschlagen

Scheidender OB Egon Vaupel als Ehrenbürger vorgeschlagen

Egon Vaupel soll Ehrenbürger Marburgs werden. Über die Auszeichnung für den aus dem Amt scheidenden SPD-Oberbürgermeister soll das Stadtparlament im September entscheiden.

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Die vergangenen vier Ehrenbürger-Würden verlieh OB Egon Vaupel, zuletzt 2014 an Amnon Orbach. In Kürze könnte das Stadtoberhaupt selbst für seine Verdienste ausgezeichnet werden.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Die Initiative geht von Vaupels Parteifreund und Stadtverordneten-Vorsteher Heinrich Löwer aus. „Ich stehe mit voller Überzeugung dahinter. Er hat diese Ehre mehr als verdient“, sagt er. Gerade die seit Monaten immer stärker werdende Herausforderung der Flüchtlingspolitik „beweist ausdrücklich sein zentrales Anliegen, seine große Stärke: die Nähe zu den Menschen“.

Vaupel lebe seine Funktion als OB. Seit seinem Amtsantritt habe er „Alltagssorgen, Nöte und Probleme der Menschen ernstgenommen“, sie in schwierigen Situationen nicht alleine gelassen und, wo immer möglich, praktische Hilfe vermittelt.

In einer ersten Reaktion zeigt sich Vaupel zurückhaltend: „Ich möchte dazu jetzt noch nichts sagen, lassen wir das erst mal geschehen“, sagt Vaupel auf OP-Anfrage. Ihm sei es wichtiger, das tägliche Engagement etwa der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in der Stadt zu würdigen. „Die haben Aufmerksamkeit verdient.“

Die CDU-Fraktion im Stadtparlament unterstützt – wie alle anderen – Löwers Initiative. „Dies bedeutet nicht, dass es in seiner Amtszeit keine inhaltlichen Differenzen und politischen Auseinandersetzungen gab.“ Eine Vielzahl von Entscheidungen – wie die Frage nach Sanierung oder Neubau der Stadthalle – hätte eine CDU-Regierung anders gefällt.

Umbau des Allianz-Hauses als letztes großes Projekt

„Bei allen sachlichen Differenzen ist Egon Vaupel aber ein OB, der stets offene Ohren für Anliegen und Probleme aus der Bürgerschaft hat, der sich in außergewöhnlicher Weise in und für die Stadt eingesetzt hat und dabei den nötigen Respekt walten läßt“, sagt Stötzel.

Morgen beginnen die letzten 100 Tage Amtszeit des Oberbürgermeisters. Die letzten Schwerpunkte und Wünsche? „Die Fragestellungen rund um das Allianz-Haus möchte ich in diesem Jahr noch abgeschlossen, Entscheidungen umgesetzt wissen“, sagt er. Sein größter Wunsch bei der Neukonzeptionierung des Hauses: „Die Integration eines Low-Budget-Hotels im Gebäude.“

Daneben werde vor allem auf der Flüchtlingspolitik das Hauptaugenmerk liegen. „Wir müssen alles dafür tun, den Frieden in der Stadt zu wahren. Ich hoffe, dass alle begreifen, dass die Flüchtlinge eine schöne Sache, eine Chance für uns sind“, sagt er.

Hintergrund

Der scheidende OB Egon Vaupel wäre der 77. Ehren-
bürger der Universitätsstadt seit 1834. Während im 19. Jahrhundert die Auszeichnung sehr oft vergeben wurde, erhielten sie im 20. Jahrhundert nur 16 Personen – oft ging sie an Politiker. In Vaupels Amtszeit seit 2005 verlieh er die Auszeichnung vor allem an andere, die Gesellschaft in Marburg prägende Persönlichkeiten:

  • Prof. Dr. Reinfried Pohl im Jahr 2006.
  • Prof. Dr. Hans-Gerhard Schwick im Jahr 2008.
  • Schwester Edith Ludwig im Jahr 2009 (erste und einzige Ehrenbürgerin).
  • Amnon Orbach im Jahr 2014.
 

von Björn Wisker

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