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Ebola: Berichte aus dem Krisengebiet

Virologie Ebola: Berichte aus dem Krisengebiet

Informationen zum Thema aus erster Hand: Der Fachvortrag stieß bei Mitarbeitern des Uniklinikums Marburg und Studierenden aufgroßes Interesse.

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Institutsdirektor Professor Stephan Becker (von links), Dr. Thomas Strecker, Dr. Gordian Schudt und Dr. Svenja Wolff erzählten von ihren Erfahrungen.

Quelle: Heinz-Dieter Henkel

Marburg. Drei Mitarbeiter des Instituts für Virologie haben es hautnah erfahren. Sie kommen direkt aus dem westafrikanischen Guinea, haben in einem der aktuell drei mobilen Labors der Europäischen Union gearbeitet.

Dr. Thomas Strecker referierte zum Ausbruch der Krankheit im März dieses Jahres in der Waldregion Guineas. Flughunde werden als natürliche Wirte des Ebolavirus vermutet. Die Tiere selbst erkranken nicht. Mit dem Verzehr von so genanntem „Buschfleisch“ sei der Virus wohl auf den Menschen übertragen worden.

Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 21 Tage. Zunächst verläuft die Ebola-Erkrankung ähnlich einer Grippe: hohes Fieber, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Dann werden die inneren Organe zerstört. Schließlich sterben die Infizierten an Multiorganversagen.

Die Diagnose ist deswegen so schwierig, weil die Symptome denen in dieser Region häufiger vorkommenden Krankheiten wie Cholera und Malaria ähnelten. Erst eine Blutuntersuchung bringt Klarheit.

Epedemie stürzt betroffene Länder in Krise

Übertragen wird Ebola über Körperflüssigkeiten (Blut, Schweiß, Urin und Speichel), nicht aber durch die Luft. Die Marke von 2500 Toten ist längst überschritten. Es sei gelungen, die Sterberate der Infizierten auf 50 Prozent zu drücken. „Die Menschen kommen jetzt früher zu uns“, verriet Dr. Strecker. Dennoch gebe es derzeit kein Medikament gegen die Krankheit.

Armut habe die hilfesuchenden Infizierten vom Lande in die Städte wandern lassen und so die Krankheit weiter verbreitet. Die am meisten betroffenen Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia habe die Epidemie völlig unvorbereitet getroffen.

Trotz immer noch steigender Fallzahlen rechne die Weltgesundheitsorganisation (WHO) damit, Ebola bis Mitte nächsten Jahres besiegen zu können, gab Dr. Strecker zum Ende einen optimistischen Ausblick.

Dr. Svenja Wolff und Dr. Gordian Schudt berichteten von der praktischen Arbeit. Sie berichteten über Aufbau der Isolierstation, Desinfektion, Blutuntersuchungen, Isolation. Auch beschrieben sie die Schwierigkeiten, unter einem bis zu 46 Grad aufgeheizten Isolieranzug zu arbeiten.

von Heinz-Dieter Henkel

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