Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
„Du hast diese Abwahl nicht verdient“

Verabschiedung McGovern „Du hast diese Abwahl nicht verdient“

Rund 160 Gäste aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Organisationen nutzten am Freitagnachmittag die Gelegenheit, dem langjährigen Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern fürseine Arbeit zu danken.

Voriger Artikel
Der Kreistag gibt mehr Geld für soziale Aufgaben
Nächster Artikel
Eine Liebeserklärung an "die" Jugend

Viele nette Worte für den abgewählten Ersten Beigeordneten: Dr. Karsten McGovern wurde am Freitag in Niederwalgern verabschiedet.Foto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Niederwalgern. Niederwalgern. Wenn man nicht wüsste, dass anlässlich von Verabschiedungen selten viele kritische Worte fallen, hätte man sich glatt fragen können, warum eine Zweidrittel-Kreistagsmehrheit vor etwa einem Monat den Schuldezernenten und Vizelandrat der Grünen von seinem Amt abgelöst hatte.

Sein langjähriger Partner an der Kreisspitze, Landrat a.D. Robert Fischbach (CDU), sprach dies aus, erstmals öffentlich: McGoverns Abwahl, die er sehr bedaure, sei bitter und habe einen Beigeschmack, so Fischbach bei der Feier, die in der Mensa der Gesamtschule Niederwalgern stattfand, einem Projekt, das McGovern als Schuldezernent begleitet hatte. Und Fischbach urteilte, McGovern zugewandt: „Du hast diese Abwahl nicht verdient.“

Der Ex-Landrat, seine Nachfolgerin Kirsten Fründt (SPD), der Kreistagsvorsitzende Detlef Ruffert (SPD) und Parteifreund und Marburger Bürgermeister Dr. Franz Kahle zogen eine durchweg positive Bilanz von dem, was in der Amtszeit McGoverns von ihm und mit ihm erreicht wurde. Fischbach erinnerte an den Aufbau des Kreisjobcenters, an dem McGovern maßgeblich beteiligt gewesen war, Fründt zollte „ausdrücklich Respekt für die geleistete Arbeit: „Sie haben Spuren hinterlassen und einiges bewegt, mehr, als andere von sich behaupten können.“

Kahle betonte McGoverns Rolle in der Regionalversammlung und dem Landeswohlfahrtsverband und seinen Einsatz für die Energiewende, aber auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Marburg, zum Beispiel in der Kinderbetreuung. Dr. Jan Hilligardt vom Deutschen Landkreistag hob heraus, wie sich McGovern in den Gremien des Landkreistages für die Belange aller hessischen Landkreise eingesetzt habe.

Der Verabschiedete selbst lenkte den Dank „für die Gemeinschaftsleistung“ vor allem auf das Team der Kreisverwaltung, an deren Spitze er gemeinsam mit Fischbach von 2001 als Beigeordneter, ab 2003 dann als Erster Beigeordneter gestanden hatte. Ohne die Mitarbeiter und alle anderen, die als Kooperationspartner des Kreises etwa im sozialen Bereich tätig sind, wäre dies nicht möglich gewesen, so McGovern. Auch nicht ohne die vertrauensvolle Zusammenarbeit in der inzwischen zerbrochenen Kreistagskoalition aus CDU, FDP, Freien Wählern und Grünen. Und nicht zuletzt habe auch die Opposition - und jede kritische Stimme - „uns immer auch angespornt, es besonders gut zu machen“.

Zu seiner Zukunft blieb McGovern vage. Er orientiere sich beruflich neu, es gebe einige interessante Angebote, aber noch keine Entscheidung.

von Michael Agricola

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr