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Druck bei der Untersuchung muss sein

Aktionstag gegen Krebs Druck bei der Untersuchung muss sein

Je früher Krebs erkannt wird, desto höher sind die Überlebenschancen. Akteure aus dem Landkreis haben daher gemeinsam zu einem Aktionstag gegen Krebs eingeladen.

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Dr. Christian Nachtmann zeigt Bilder einer Mammographie und erklärt, wieso der schmerzhafte Druck auf die Brust für die Untersuchung so wichtig ist.

Quelle: Patricia Grähling

Marburg. Alle Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren erhalten alle zwei Jahre eine Einladung zur Mammographie. Diese Röntgenuntersuchung dient der Erkennung von Brustkrebs. Dr. Christian Nachtmann vom Referenzzentrum Mammographie Südwest erklärte beim Aktionstag gegen Krebs im Landratsamt, dass diese Untersuchung freiwillig ist – aber die Sterblichkeitsrate bereits um 40 Prozent bei den Teilnehmerinnen der Mammographie gesenkt hat.

Karzinome würden seit der Einführung der Mammographie 2005 viel früher entdeckt: 37 Prozent der Karzinome sind bei der Entdeckung kleiner als ein Zentimeter. Bis 2005 waren es laut dem Fachmann nur 14 Prozent.

Abtasten nach Knoten ist weiterhin wichtig

Nachtmann erklärte, dass auch zwischen zwei Mammographien ein Karzinom in der Brust entstehen könne und daher ein regelmäßiges Abtasten nach Knoten in der Brust weiterhin wichtig sei. „Man sollte sich durch die Mammographie nicht in Sicherheit wiegen.“ Er erklärte, dass etwa drei bis vier Prozent der Untersuchten ein auffälliges Ergebnis hätten und zu weiteren Untersuchungen eingeladen würden. „Das heißt aber nicht gleich, dass sie Brustkrebs haben“, sagte der Fachmann. Etwa 6 von 1000 Frauen erkranken an dieser Krebsart.

Unangenehm sei vor allem der Druck auf die Brust während der Untersuchung. „Das muss aber sein“, sagte Nachtmann. Die Strahlenbelastung würde verringert und ein eventuelles Karzinom werde besser sichtbar.
Neben Brustkrebs war in den Vorträgen auch Darmkrebs Thema, ebenso wie eine allgemeine Übersicht darüber, welche Nutzen und Risiken Untersuchungen zur Früherkennung bergen.

Ebenso stellten sich einige Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen vor. Etwa die Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs oder die Psychosoziale Krebsberatungsstelle. Veranstaltet wurde der erste Aktionstag gegen Krebs im Landkreis vom Arbeitskreis Onkologie und dem Gesundheitsamt Marburg-Biedenkopf.

von Patricia Grähling

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