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Dreiste Telefonbetrüger am Werk

Polizei warnt Dreiste Telefonbetrüger am Werk

Die Polizei Marburg warnt eindringlich vor Betrügern, die sich als Rechtsanwälte, Notare oder Polizisten ausgeben. Hintergund ist der Versuch, ein Marburger Ehepaar im Alter von 76 und 79 Jahren um ihre Ersparnisse zu bringen.

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Die Kreditkarte am Haken als Zeichen für den Versuch, den Opfern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Quelle: Andrea Warnecke

Marburg. Am vergangenen Donnerstag erhielt ein Marburger Ehepaar einen Anruf. Ein Mann teilte mit, dass die monatlich fälligen Beiträge in Höhe von 59 Euro für die seit 2010 bestehende Teilnahme an einem Gewinnspiel nicht mehr entrichtete worden seien. Es bestünden mittlerweile Forderungen von 6.500 Euro. Der Anrufer versetzte seine Opfer dadurch in Angst, das Rentenamt informieren zu müssen, sofern die Außenstände nicht beglichen würden. Dies könne zu einer Rentenkürzung um bis zu 50 Prozent führen. Außerdem kämen dann noch weitere Kosten für anfallende Gebühren und zu bezahlende Rechtsanwälte hinzu.

Angeblicher Bonus

Am nächsten Tag meldete sich ein angeblicher Polizist aus Gießen, beruhigte das Rentnerpaar, unterstrich aber, dass alles seine Richtigkeit habe und das Ehepaar den Betrag bezahlen solle. Dieser zweite Anrufer ist nach Ansicht der Polizei Marburg offenbar ein Komplize. Nach dem Anruf durch den angeblichen Polizisten meldete sich erneut der erste Anrufer. Er instruierte sein Opfer über die Zahlungsmodalitäten und brachte die angeblich erfreuliche Nachricht über einen ausgehandelten Bonus. Statt der 6.500 Euro müssten nur noch 4.242 Euro überwiesen werden, sofern die Transaktion umgehend geschehe. Das Ehepaar begab sich mit dem Sparbuch zur Hausbank, hob das Geld ab und veranlasste dann an einem anderen Institut die Überweisung per Western Union mit einem Empfänger in Thailand.

Gerade noch rechtzeitig erhielt die Polizei Kenntnis von diesem Betrugsversuch. Durch umfangreiche Ermittlungen und Recherchen konnte die Polizei die Überwesung stoppen.

"Das ist nur eine Variante der Betrüger. Sie zeigt, wie geschickt sie vorgehen, um ihrer Geschichte die notwendige Glaubwürdigkeit und den Anschein der Seriosität zu geben", erklärt Polizeipressesprecher Martin Ahlich. Geschickt wickelten die Betrüger ihre Opfer ein. Dabei wechselten sie von unterschwelligen Drohungen mit möglichen Konsequenzen zurück zu positiven Effekten, wie einem angeblichen Bonus. So habe das Opfer kaum Zeit zum Nachdenken und würde in die Situation gebracht, schnell handeln zu müssen. ""Nur das Wissen um die Masche und die Vorgehensweisen der Betrüger schränkt deren Erfolg ein und steigert die Chance, eben nicht Opfer solcher Betrüger zu werden", erklärt Ahlich.

Tipps der Polizei

  • Überweisen Sie niemals Geld mit einer Transkation an fremde Empfänger im Ausland und übergeben Sie niemals Bargeld an Wildfremde.
  • Auch der Erwerb von Gutscheinen mit der Weitergabe der Codes an Fremde, führt nur zum Verlust des Geldes.     
  •  Lassen Sie sich weder am Telefon, noch übers Internet oder durch ungebetene Haustürbesucher unter Druck setzen.   
  • Informieren Sie sich an offiziellen Stellen selbst.       
  • Tatsächlich gibt es in Deutschland kein einziges seriöses Unternehmen, das etwaige Forderungen über das Telefon geltend macht und/oder eine Zahlung mittels Geldtransaktion ins Ausland fordert.
  • Wenden Sie sich im Zweifel unbedingt an die Polizei.
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